Was Sie tun (und besser lassen) sollten, wenn Mitarbeiter Ihre Social Media-Posts teilen sollen

Es gilt als offenes Geheimnis unter den Social Media-Teams einiger der größten Unternehmen weltweit: Eine der schnellsten Möglichkeiten, ein großes Social Media-Publikum anzuzapfen, steht bereits auf der Gehaltsliste.

Die Mitarbeiter eines Unternehmens können wie eine interne „Social Media-Armee“ wirken. Und wenn es darum geht, wichtige Botschaften so weit und schnell wie möglich auf Twitter und Facebook zu verteilen, bitten immer mehr Firmen ihre Angestellten, die Nachrichten über deren eigene Social Media-Accounts zu verbreiten verpflichten so Mitarbeiter als Markenbotschafter. Der Multiplikationseffekt kann enorm sein. Ein einfaches Beispiel: wenn eine Firma 100 Mitarbeiter hat und jeder dieser Mitarbeiter wieder 100 Follower, schafft dies umgehend Zugang zu 10.000 Menschen.

Das ist nicht nur ein Zahlenspiel. Die Mund-zu-Mund”-Propaganda von Freunden und Kollegen in den sozialen Netzwerken wird generell als vertrauenswürdiger angesehen, als das Social Media-Brimborium auf den Unternehmens-Profilen. Anders gesagt erhöhen Angestellte durch das Teilen von Nachrichten nicht nur die Reichweite eines Unternehmens in den sozialen Medien, sie schaffen mehr Vertrauen und generieren mehr Engagement.

Verständlicherweise kommt das aber bei vielen Leuten weniger gut an. Deshalb möchte ich an dieser Stelle etwas Insiderwissen teilen. Mein Unternehmen macht sich diese Social Media-Verstärkungsstrategie” regelmäßig zunutze. Richtig angegangen, kann dies die Reichweite von Unternehmensnachrichten signifikant erhöhen und gleichzeitig – und das ist wichtig – auch Vorteile für die Mitarbeitern haben. Falsch gehandhabt, wirken Kampagnen dieser Art verstellt und unaufrichtig, können Unmut bei den Beschäftigten hervorrufen und so mehr Schaden als Nutzen bringen.

Bei Hootsuite verstehen sich die Mitarbeiter als Markenbotschafter. Deshalb möchte ich hier einige entscheidende Lektionen mit Ihnen teilen, die ich aus dem Verfolgen dieses Ansatzes bei Hootsuite gelernt habe:

1) Das Teilen von Nachrichten durch Mitarbeiter muss absolut freiwillig sein

Es versteht sich von selbst, dass Mitarbeiter nicht dazu verpflichtet werden können – und sollten – die Beiträge Ihrer Firma auf ihren eigenen Social Media-Profilen zu verbreiten. Ich würde aber noch einen Schritt weiter gehen. Damit dieser Prozess funktioniert, sollten Mitarbeiter Unternehmensnachrichten aktiv von selbst teilen wollen. Es braucht also eine gemeinschaftliche Ausrichtung von Interessen und Vorteilen, die in beide Richtungen fließt.

Für das Unternehmen ist der Vorteil klar – größere Reichweite und größeres Publikum. Aber wie profitieren die Mitarbeiter davon? Idealerweise können sie durch das Verbreiten relevanter Nachrichten ihr eigenes berufliches Netzwerk in den sozialen Medien ausbauen und sich als Experten in ihrer Berufssparte etablieren. Das Beruhen auf Gegenseitigkeit ist eine Grundvoraussetzung für alle Strategien zur Verstärkung der Wirkung von Messages.

2) Die Ausrichtung auf die Zielgruppe ist entscheidend

Die Follower der Mitarbeiter sollten zudem an den verbreiteten Nachrichten wirklich interessiert sein. Oder: Der Sinn der Sache besteht nicht darin, dass Ihr Verkaufsleiter seinen Uni-Freunden Quartalsergebnisse über Facebook schickt. Im Idealfall können Sie auf Mitarbeiter zurückgreifen, die bereits ein relevantes Social Media-Berufsnetzwerk haben, also ein Publikum, für das diese Nachrichten tatsächlich nützlich sind. Deren Fans und Follower sollten die Nachrichten nicht als sonderbares Unter

3) Erwägen Sie eine Social Media-Schulung

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In diesem Zusammenhang muss gesagt werden, dass den meisten Mitarbeitern die Idee einer professionellen Nutzung von Social Media fremd ist und bleiben wird. Eine Schulung am Arbeitsplatz wirkt Wunder, wenn es darum geht die Auffassung zu widerlegen, Twitter und Facebook seien reine Zeitverschwendung. Außerdem erfahren die Mitarbeiter dabei, wie man ein Netzwerk professioneller Follower aufbaut und pflegt.

In meinem Unternehmen muss jeder neue Mitarbeiter in den ersten Wochen eine Social Media Grundausbildung absolvieren. Wir sind ja auch ein Social Media-Unternehmen. So rigoros braucht das sicher nicht überall gehandhabt werden. Erwarten Sie aber nicht von Ihren Angestellten, dass diese Social Media einfach intuitiv verstehen.

4) Sharen muss einfach sein

Haben Sie eine wichtige Nachricht, die Sie über die sozialen Medien verbreiten wollen, machen Sie Ihre Mitarbeiter, entweder über E-Mail oder einem anderen Kanal, direkt darauf aufmerksam. Erstellen Sie Vorlagen, um Ihrem Team das Teilen zu erleichtern. Ein Beispiel zur Veranschaulichung:

2013 tauchten 1.000 hoffnungsvolle Kandidaten an unserem Firmenhauptsitz auf, um sich für 100 offene Stellen zu bewerben. In den Wochen vor der Veranstaltung hatte unser HR-Team E-Mails an die gesamte Firma verschickt und darin alle Interessierten ausdrücklich darum gebeten, die Ankündigung unseres Events über ihre eigenen sozialen Netzwerke zu verbreiten. Die Mails enthielten auch vorformulierte und freigegebene Beispiel-Tweets und kurze Texte für Facebook über die bevorstehende Veranstaltung. Mit nur ein paar Klicks konnten unsere Mitarbeiter diese Nachrichten teilen.

5) Setzen Sie diese Strategie vernünftig ein

Was Social Media zu einem so mächtigen Kommunikationsinstrument macht, sind das Vertrauen und der Respekt, den sich die Nutzer unter ihren Fans und Followern erwerben – ihr Social Media-Kapital. Arbeitgeber sollten das Social Media-Kapital ihrer Mitarbeiter zu jeder Zeit respektieren. Wird deren Publikum plötzlich mit Unternehmensnachrichten überflutet, leidet ihre Glaubwürdigkeit. Und dann verlieren alle.

Setzen Sie diese Strategie daher mit diesem Wissen im Hinterkopf vernünftig ein und reservieren Sie sie für die Nachrichten, die mehr tun, als einfach Unternehmensziele promoten. Am besten eignen sich News, die wirklich interessant oder unterhaltsam sind, oder praktische und nützliche Informationen enthalten.

Social Media-Nachrichten haben für mehr als dreiviertel der Verbraucher einen direkten Einfluss auf die Kaufentscheidung. Unternehmen ohne erwähnenswerte Followerzahl rufen” mit ihren Posts auf Twitter, Facebook oder anderen Netzwerken quasi ins Leere. Mitarbeiter dazu zu ermutigen, Unternehmensnachrichten zu teilen, unterstützt Sie dabei, in der Social Media-Sphäre Fuß zu fassen und die Reichweite und Wirksamkeit Ihrer Nachrichten zu erhöhen. Aber übertreiben Sie es nicht!

 

Erfahren Sie, wie Hootsuite Ihnen helfen kann Ihre Mitarbeiter als Befürworter einzusetzen: