2016 ging Facebook Marketplace als ein Ort an den Start, an dem Menschen innerhalb ihrer lokalen Communitys kaufen und verkaufen können. Ähnlich wie Craigslist aber mit Messenger. In Deutschland ist die Kleinanzeigen-Plattform seit Mitte 2017 verfügbar.

Doch die Pläne des sozialen Netzwerks, mehr Marken einzubinden, deuten darauf hin, dass hier große Veränderungen zu erwarten sind. Im Juni 2018 kündigte Facebook an, dass Unternehmen Anzeigen auf Marketplace schalten können. Seit Mitte 2018 können auch deutsche Firmen dort werben.In Kürze will Facebook die C2C-Plattform mit weiteren B2C-Optionen anreichern.

Anders ausgedrückt: Marketplace ist eine Art Amazon mit einem extrem-zielgerichteten Algorithmus.

Doch wie funktioniert Facebook Marketplace genau? Und was können Unternehmen tun, um auf Marketplace Flagge zu zeigen? Im Weiteren erfahren Sie welche Features aktuell verfügbar sind und wie Sie für das planen, was Facebook hier in petto hat.

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Was ist Facebook Marketplace?

Facebook Marketplace ist ein Online-Shopping-Kanal auf dem Facebook-Nutzer auf lokaler Ebene kaufen und verkaufen können.

Stand Mai 2018 wird Marketplace in über 70 Ländern von monatlich mehr als 800 Millionen Menschen genutzt.

Sie können sowohl über die Facebook-App wie über den Desktop auf Facebook Marketplace zugreifen:

  • Klicken Sie auf dem Smartphone auf das weiße Schaufenstersymbol unten in der iOS-App und oben in der Android-App.
  • Klicken Sie im Desktop-Webbrowser auf das grün-weiße Schaufenstersymbol oben am linken Rand.

Einträge (Listings) auf Facebook Marketplace sind in Kategorien wie Unterhaltung, Fahrzeuge, Wohnen oder Hobbys geordnet. Käufer können die Suche nach Preisen und Orten filtern und Artikel zur späteren Verwendung speichern.

Jeder Eintrag kann bis zu 10 Fotos inklusive Produktbeschreibung enthalten.

Interessierte Kunden können Verkäufer mit ihren Fragen direkt per Messenger kontaktieren.

Facebook Marketplace Ads

Anzeigen auf Facebook Marketplace erscheinen beim Browsen im Feed.

Diese Platzierungen haben den Vorteil, die Leute dort zu erreichen, wo sie shoppen. Werbetreibende beobachten im Vergleich zu reinen Newsfeed-Platzierungen einen deutlichen Anstieg der Conversion-Raten.

Facebook Marketplace Shop Listings

Aktuell können sich nur Unternehmen in den USA für das Listen und Verkaufen von Produkten auf Facebook Marketplace anmelden. Zudem dürfen Autohäuser in bestimmten Regionen Fahrzeuge über Vertriebspartner einstellen.

Einträge von Marken erscheinen aktuell in zwei Bereichen: der Shop-Kategorie und der Daily-Deals-Kategorie. (Ab Januar 2019 sind diese Inhalte nur für US-Nutzer sichtbar.) Am Deals-Programm teilnehmen dürfen ausschließlich handverlesene Unternehmen, die Markenprodukte zu Discountpreisen anbieten.

Facebook erhebt keine Gebühren für Listings und verzichtet auch auf Provisionsanteile. Für Marken ist Marketplace also grundsätzlich ein kostenloser organischer Distributionskanal. Aber Angebote auf Facebook Marketplace erfordern eine Facebook-Checkout-Integration (für die Zusammenarbeit mit den Partnern), die pro Transaktion mit $ 0,30 und 2,9 Prozent Gebühren berechnet wird.

Das Deals-Programm

Das Deals-Programm hat drei Stufen: den Everyday-Deal, den Featured-Deal und das Lighthouse-Programm.

Bessere Deals werden mit höherer Sichtbarkeit platziert. Marken, die beispielsweise exklusive Angebote im Lighthouse-Programm offerieren, könnten von Top-Platzierungen, Verbrauchersubventionen, On- und Offsite-Marketing und Influencer-Reichweite profitieren.

Anzeigen und Shop-Listings profitieren vom Targeting-Algorithmus von Facebook, der Ihren Content den potenziellen Kunden anzeigt, die am ehesten zugreifen.

Wer darf auf Facebook Marketplace verkaufen?

Für Unternehmen, die sich für den Vertrieb auf Marketplace interessieren, gibt es derzeit zwei grundsätzliche Optionen.

Sie können sich für den Verkauf im Facebook-Marketplace-Shop oder als ein Deals-Partner bewerben. Derzeit ist ein Antrag nur für US-Händler oder Automobilunternehmen möglich.

So bewerben Sie sich für die Teilnahme im Facebook Marketplace Shop

Um sich für den Verkauf auf Facebook Marketplace zu bewerben, müssen Seiten-Administratoren das Marketplace eCommerce Retailer Interest Formular ausfüllen. Da der Zugang zu Marketplace begrenzt ist, ist die Zusammenarbeit mit einem der Listing-Partner von Facebook wie BigCommerce, Shopify oder Zentail von entscheidendem Vorteil.

Händler, die sich bewerben wollen, müssen folgende Anforderungen erfüllen:

  • Neue Produkte an Verbraucher verkaufen
  • In den USA basiert sein
  • Bestellungen innerhalb von drei Tagen ausführen und binnen sieben Tagen anliefern
  • Retouren bis zu 30 Tage nach Lieferung akzeptieren
  • Produktlisten müssen einen Namen, eine Beschreibung, zusätzliche Produktbilder und ein Miniaturbild auf soliden Hintergrund enthalten. Auf Bildern dürfen sich keine grafischen Überlagerungen, Texte, Symbole oder Badges (Abzeichen) befinden.

Für den Verkauf auf Marketplace ausgewählt wurden Unternehmen aus den folgenden Branchen: Beauty, Mode und Accessoires, Taschen und Gepäck, Baby und Kinder sowie Home Decor.

So bewerben Sie sich als Deals-Partner auf Facebook Marketplace

Unternehmen, die die Kriterien für das Listing erfüllen, können sich auch für das Deals-Programm qualifizieren. Um berücksichtigt zu werden, müssen die Preise für Angebote mindestens 15 Prozent unter dem vom Hersteller empfohlenen Verkaufspreis (MSRP: Manufacturer’s Suggested Retail Price) liegen.

Für Daily Deals priorisierte Kategorien beinhalten Unterhaltungselektronik, Wohnen, Geschenkgutscheine, Gaming, Spielzeug und Spiele, Unterwäsche/Lingerie- und Strumpfwaren, Schuhe, Sport und Outdoor, Beauty, Schmuck und Uhren, Kleidung und Accessoires.

Facebook hat ein Beta-Partnerschaftsprogramm für Unternehmen aus der Automobil- und Wohnungswirtschaft gestartet. Wenn Ihr Unternehmen dafür in Frage kommt, können Sie sich hier bewerben.

Falls nicht, schauen Sie dort nach künftigen Updates.

Wie Sie Ihre Unternehmensseite für Facebook Marketplace vorbereiten

Eröffnen Sie einen Facebook-Shop auf Ihrer Unternehmensseite

Alle Angebote auf Facebook Marketplace erfordern einen Facebook-Shop auf Ihrer Unternehmensseite. Für eine begrenzte Zeit besteht zudem die Möglichkeit, dass Unternehmen mit Shops Produkte auf Marketplace anbieten, während der Rollout beginnt.

Shops sind Ihr Schaufenster auf Facebook. Jede Unternehmensseite kann einen Shop hinzufügen. Die Verfügbarkeit verschiedener Features hängt aber vom Standort ab.

Zahlungen in Ihrem Facebook-Shop können für die Kasse auf Ihrer Website (oder einer anderen wie PayPal) oder direkt auf Facebook über die Integration mit Facebook Checkout eingerichtet werden.

Ihre Shop-Inhalte lassen sich teilen, speichern, in Anzeigen verwenden und zu Marketplace migrieren. Um einen Shop zu eröffnen, müssen Sie mindestens ein Produkt hinzufügen, das geprüft und genehmigt werden muss.

Hier erfahren Sie, wie Sie einen Shop einrichten.

Starten Sie eine Produkt-Kollektion

Die in Ihrem Shop angebotenen Produkte lassen sich in Kollektionen ordnen. Je besser diese strukturiert sind, umso einfacher wird es für Kunden, Produkte zu finden und zu kaufen.

Sie können Kollektionen speziell für Facebook entwickeln oder Ihre Kollektionen auf die Organisationstruktur Ihrer Website abstimmen. Produkte lassen sich jederzeit zu Kollektionen hinzufügen oder daraus entfernen. Sie dürfen bis zu 50 Kollektionen zur Verfügung stellen.

Generell gilt: Je höher die Qualität der Bilder und je mehr Informationen Sie in jeder Produktbeschreibung angeben, desto besser. Für maximale Effektivität befolgen Sie die Facebook-Richtlinien für das Produkt-Bild und dessen Beschreibung. So können Sie sich auch gleich für die Spezifikationen einer späteren Marketplace-Integration qualifizieren.

Wird Ihr Unternehmen für Facebook Marketplace zugelassen, können die in Ihrem Shop vorgestellten Produkte über den Marketplace-Feed verbreitet werden. Stellen Sie sicher, dass Ihre Bilder und Texte von Anfang an den Spezifikationen von Marketplace entsprechen. (Denken Sie daran: solider Hintergrund, keine Overlays.)

Integration mit Facebook Checkout

Ein Shop lässt sich auch ohne Facebook Checkout betreiben, aber Online-Händler, die Marketplace nutzen wollen, sollten die Facebook-Kasse zum Shop ihrer Seite hinzufügen. Hinweis: Dieses Feature steht derzeit nur in den USA ansässigen Händlern zur Verfügung.

Die Zahlungsfunktion von Facebook ermöglicht es, Produkte direkt auf Facebook zu kaufen, ohne die App der Website zu verlassen. Reibungslosere Bezahllösungen verbessern automatisch die Conversions!

Ein weiterer Vorteil von Facebook Checkout: Kundenformulare sind bereits vorausgefüllt. Damit läuft der Bestellvorgang noch reibungsloser ab.

6 Möglichkeiten Facebook Marketplace für Ihr Unternehmen zu nutzen

Ob Produkt-Angebote oder Werbung: es gibt viele Möglichkeiten für Unternehmen von Marketplace zu profitieren.

1. Facebook Marketplace Ads testen

Egal, ob Sie dort Produkte anbieten können oder nicht: Anzeigen auf Marketplace bieten Unternehmen eine gute Möglichkeit, den Kanal zu testen.

Um das geschäftliche Wachstum anzutreiben, setzte BarkBox auf eine Split-Test-Kampagne zur Bewerbung seiner monatlichen Abo-Box für Hundeleckereien und -spielzeug. Die Zielgruppe wurde in zwei Gruppen aufgeteilt: Der einen Gruppe wurden die Anzeigen nur im Newsfeed gezeigt, der anderen Platzierungen im Newsfeed und auf Marketplace.

Die Kampagne lief deutlich besser, wenn Anzeigen in beiden Feeds ausgeliefert wurden: Sie erzielte 49 Prozent mehr Reichweite und eine 16 Prozent höhere Conversion-Rate.

Um eine Anzeige auf Marketplace zu erstellen, rufen Sie den Werbeanzeigenmanager auf und wählen Sie Ihr Ziel aus den aufgeführten Marketingzielen Reichweite, Traffic, Conversions, Katalogverkäufe oder Videoaufrufe aus. Marketplace ist derzeit nicht als eigenständige Platzierung verfügbar. Das heißt: Sie müssen Automatische Platzierungen wählen oder Platzierungen bearbeiten, um den Newsfeed und Marketplace in Ihre Kampagne zu integrieren.

Die empfohlenen Anzeigen-Spezifikationen sind für beide Umgebungen gleich.

2. Holen Sie mehr aus Ihrem Budget heraus

Da Listings kostenlos sind und auch Provisionen nicht gekürzt werden, bieten Angebote auf Marketplace eine budget-freundliche Möglichkeit, den Verkauf von Produkten zu fördern. Auch wenn Sie noch keinen Zugriff auf Listings haben: Anzeigen in diesem Shopping-Kanal senken erwiesenermaßen die Conversion-Kosten für Marken.

Ein Beispiel: Um den Einfluss von Marketplace auf den CPC (Costs-per-Conversions) zu testen, führte das Immobilien-Portal Apartment Guide einen zweiwöchigen Test durch. Die Ergebnisse: Marketplace-Anzeigen trugen zu einem Anstieg der Conversions um 200 Prozent und einer Senkung der Kosten pro schrittweiser Conversion um 45 Prozent bei.

3. Bieten Sie Daily Deals und Promotions

Facebook experimentiert seit über einem Jahr mit dem Daily-Deals-Feature und es dürfte voraussichtlich ein wichtiges Element im Marketplace-Kanal bleiben.

Im August lancierte die E-Commerce-Firma Daily Steals als einer der ersten Daily-Deals-Partner eine Promotion für den Playstation-4-Controller.

Die Platzierung in der Deals-Kategorie sorgte für fünfmal schnellere Umsätze bei Daily Steals im Vergleich zu ähnlichen Angeboten, die anderswo verkauft wurden. Das Unternehmen verzeichnete zudem eine zweimal höhere Conversion-Rate, wenn Käufer Facebook Checkout nutzten, anstatt die Zahlung auf der Firmen-Website abzuschließen.

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4. Stellen Sie ein neues Produkt vor

Buzz- und Awareness-Kampagnen sind aus gutem Grund plattformübergreifend. Wenn es zu Ihren Zielen gehört, Vorbestellungen oder frühzeitige Anmeldungen zu generieren, bietet sich Marketplace an, um erste Aufmerksamkeit zu schaffen.

Um das neue Release von Tom Clancys „The Division 2 Phoenix Shield Collector‘s Edition“ zu bewerben und für Vorbestellungen zu sorgen, startete Ubisoft eine Anzeigenkampagne auf Marketplace. Die Anzeigen zielten auf ein Lookalike-Publikum aus Personen, die kürzlich im Ubisoft-Store gekauft hatten, und Leuten, die die Website des Videospiele-Publishers besucht hatten.

In zwei Wochen schaffte das Unternehmen ein enormes Level an Aufmerksamkeit und erreichte mehr als 3,4 Millionen Menschen.

5. Steigern Sie Ihren Umsatz

Für kleine oder mittelständische Unternehmen mit nicht ganz so perfektem Ecommerce-Auftritt bietet sich Marketplace als gute Alternative an. Doch auch große Unternehmen, die über die raffiniertesten Vertriebs-Features verfügen, können den Umsatz steigern, wenn sie ihren Online-Retail-Portfolios einen weiteren Vertriebskanal hinzufügen.

Der Einzelhändler Tropical Breeze Décor setzte auf Facebook Marketplace um teure Methoden der Kundenakquise auszugleichen und den Betrieb zu rationalisieren. Mittlerweile erwirtschaftet das Unternehmen auf dieser Plattform 72 Prozent seines Umsatzes.

6. Denken Sie über den reinen Vertrieb hinaus

Marketplace zeichnet sich in puncto Conversions durch sein Publikum an motivierten Käufern aus. Aber Verkaufen ist nicht das Einzige, was Sie auf diesem Kanal tun können.

So schaltete der Apartment-Vermieter Apartment List Anzeigen auf Marketplace, um die Registrierungen auf seiner Website zu erhöhen. Die Werbetexte zielten auf die Denke der Kunden mit Slogans wie: „Umzug geplant? Wir können Ihnen helfen, Ihr nächstes Zuhause zu finden.“

Die Marketplace Ads erzielten eine 17,5 Prozent höhere Reichweite als Anzeigen, die nur im Newsfeed platziert wurden. Eine weitere positive Folge der Marketplace-Kampagne: Die Kosten für Website-Anmeldungen sanken um 16 Prozent.

Und noch viel wichtiger: Apartment List war in der Lage, eine längerfristige Verbindung zu potenziellen Kunden aufzubauen.

Wenn Sie Ihre nächste Online-Handels- und Social-Media-Marketingstrategie planen, stellen Sie sicher, dass Ihr Einsatz auf Marketplace auf Ihre übergreifenden Ziele einzahlt.

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