An Content kommt in den sozialen Medien keiner vorbei. Auch wenn Ihnen das Thema aufgrund der Flut an Meinungen, Artikeln und Studien mittlerweile zu den Ohren herauskommen sollte – ein Ende der Content-Debatte ist nicht in Sicht. Denn Content, wenn es sich denn um gute und für die Zielgruppe relevante Inhalte handelt, ist ein Geschäftsmodell. Das zeigen aktuell die öffentlich-rechtlichen TV-Dickschiffe ARD und ZDF, die mit neuen Content-Formaten und dem frisch gegründeten eigenen Content-Netzwerk „funk” via Snapchat, YouTube & Co. junge Zuschauerkreise erreichen wollen.

Dabei kann das Kuratieren von Inhalten zu einem wichtigen Element einer umfassenden Social Media-Strategie werden. Statt sich nur auf die Erstellung relevanter eigener Inhalte zu beschränken, nutzen Sie die Vorteile des Teilens von Content, der aus externen Quellen stammt – und werten diesen nach Möglichkeit auf.

Was ist Content-Kuratierung  und warum ist sie wichtig?

Der Begriff „kuratieren“ bedeutet: auswählen, organisieren und präsentieren, meist auf Grundlage von Fachkenntnissen oder Expertenwissen. Wenn Sie Content kuratieren, heißt das, dass Sie ein Profi darin werden, Inhalte aus externen Quellen aufzuspüren, zu bewerten und auf überzeugende Weise zu teilen. In den meisten Fällen teilen Sie diese Inhalte in Form einer Zusammenfassung aktueller Blog-Posts, in den sozialen Medien oder in einem Newsletter mit Links zu Inhalten, die Ihren eigenen Content unterstützen und verstärken.

Auf den ersten Blick scheint dieser Ansatz in die falsche Richtung zu führen. Warum sollte Ihre Zielgruppe Ihnen> Beachtung schenken und Sie wichtig nehmen, wenn Sie doch die Inhalte anderer Leute teilen? Ganz einfach: weil es im Internet einfach viel zu viel Content gibt, als dass jeder ihn selbst durchforsten könnte. Die meisten Leser wenden sich lieber an Quellen, denen sie vertrauen und von denen sie wissen, dass sie dort qualitativ hochwertige und relevante Inhalte finden werden. Genau diesen Quellen sind sie dafür auch dankbar, vertrauen ihnen – und werden in vielen Fällen auch zu deren Kunden.

Warum Sie kuratierte Inhalte aufwerten sollten

Es gibt die verschiedensten Methoden und Werkzeuge, die Sie beim Kuratieren von Inhalten unterstützen. Das Wichtigste ist jedoch, dass Sie zuallererst den Unterschied zwischen passivem und aktivem Kuratieren erkennen.

Bei der passiven Content-Kuratierung handelt es sich in der Regel um einen automatischen oder spontanen Vorgang, bei dem mit Hilfe von Content-Aggregatoren Beiträge in den sozialen Medien gepostet werden. So kann zum Beispiel jemand einen RSS-Feed mit einer Zeitplanungs-App für Social Media koppeln und so dafür sorgen, dass in festgelegten Abständen neue Inhalte erscheinen. Mit dieser Methode posten Sie regelmäßig und teilen möglicherweise auch qualitativ hochwertige Inhalte.

Doch wenn Sie Inhalte kuratieren, um einfach regelmäßig präsent zu sein, kann das oft roboterhaft oder unaufrichtig wirken. Das Problem bei diesem passiven Vorgehen: Sie sind nicht persönlich involviert, sondern pumpen einfach nur Inhalte heraus, anstatt eine Beziehung zu Ihrer Zielgruppe aufzubauen.

Wollen Sie eine stärkere Wirkung erzielen, dann wählen Sie einen aktiveren Zugang zur Content-Kuratierung. Diese kann dann zwar auch keine echten Interaktionen ersetzen, ist aber ein geeignetes Werkzeug, um Konversationen zu initiieren. Martin Lieberman, ein Stammgast bei #HootChat, drückt es so aus:

(Übersetzt: „Wenn Sie Content einfach nur posten, wird Ihnen das lediglich Retweets einbringen. Wenn Sie mit aber interagieren, erhalten Sie echte Reaktionen. Was ist Ihnen wichtiger?“)

Beim aktiven Kuratieren von Inhalten fließt auch Ihre Marke in die Gleichung ein. Es schadet nichts, Apps zur Automatisierung einzusetzen – solange Sie vor und nach dem Teilen von Inhalten persönlich eingreifen. Denken Sie immer daran: Gute Content-Kuratierung ist viel mehr als nur ein geteilter Link! Gehen Sie einen Schritt weiter und interagieren Sie mit den Inhalten.

5 Tipps zur Optimierung Ihrer Content-Kuratierung

Bringen Sie sich selbst in den Kuratierungsprozess ein, dann unterstützen Sie damit Ihre Markenpräsenz. Im folgenden stellen wir Ihnen fünf Methoden zur Verbesserung Ihrer Content-Kuratierung vor:

1. Regen Sie Konversationen mit Ihrer Zielgruppe an

Lösen Sie mit kuratierten Inhalten Diskussionen mit Ihrer Zielgruppe aus. Wenn Sie Inhalte aus externen Quellen teilen, versehen Sie diese mit eigenen Kommentaren, die eine Reaktion herausfordern. So können Sie zum Beispiel eine Frage stellen, dem Autor des jeweiligen Inhalts mit Antworten auf seine Fragen Feedback liefern oder Ihre eigenen Erkenntnisse hinzufügen. Vergessen Sie aber nicht, dann auch auf jede erhaltene Reaktion zu antworten.

Ramit Sethi, der Mann hinter „I Will Teach You“, demonstrierte diesen Vorgang perfekt auf Facebook, als er einen Artikel aus der New York Times teilte und seine Follower aufforderte, die besonderen Methoden herauszufinden, mit denen sich der Interviewpartner von seiner Konkurrenz abhebt:

(Übersetzt: „Gefällt mir gut: Schauen Sie sich an, mit welchen ausgefeilten Methoden dieser Fensterputzer es schafft, sich von seinen Mitbewerbern abzuheben – und schreiben Sie mir in den Kommentaren, wie viele Tricks Sie herausgefunden haben.“)

Dadurch regte er seine Follower zur Teilnahme an und verstärkte nebenbei seinen eigenen Content, in dem es genau um solche Methoden geht.

2. Bringen Sie sich in relevante Diskussionen ein

Es gibt eine Unmenge Möglichkeiten für Sie und Ihre Marke, die perfekte Lösung anzubieten, eine Frage zu beantworten oder einfach nur mit Menschen zu interagieren, die an Ihnen interessiert sind – wenn Sie es nur schaffen, die richtigen Konversationen und Diskussionen zu finden. Mit Hilfe von Content-Erkennung bleiben Sie auf dem Laufenden darüber, was in Ihrer Branche passiert, und steigen dadurch schnell in Diskussionen ein, die von Ihrem Wissen profitieren können.

Wenn Sie je auf Quora oder Gute Frage – beides beliebte Plattformen, auf denen die Nutzer Fragen stellen und beantworten – unterwegs waren, dann wissen Sie, worum es bei diesem Punkt geht. Sie können genau dieses Konzept auch selbst anwenden, indem Sie die „Fragen“ beantworten, die bei externen Inhalten in Kommentaren oder in den sozialen Medien gestellt werden.

Wir von Hootsuite entdeckten so eine wunderbare Möglichkeit, eine schlaue Reaktion zu einem Trendthema (in diesem Fall „Pokemon Go“) zu twittern – und zugleich zu untermauern, wie wichtig und einfach es ist, sich von uns zertifizieren zu lassen:

(Übersetzt: „Da versucht man, an seiner Hootsuite-Zertifizierung zu arbeiten, wird aber von Pokemon viel zu sehr abgelenkt…“
„Warum nicht einfach beides tun?“)

Auf diese Art gewann Hootsuite Priorität und bezog gleichzeitig eine Vielzahl von Menschen ein.

3. Bauen Sie eine Verbindung zu einem Influencer auf.

Wenn Sie Inhalte aus externen Quellen teilen, ist es besonders wichtig, den Verfassern dieser Inhalte Anerkennung zu zollen, indem Sie sie nach Möglichkeit mit einem Link markieren. Nutzen Sie das Kuratieren von Inhalten dazu, Beziehungen zu Influencern aufzubauen, die Sie bewundern. Geben Sie beim Teilen eines besonders wertvollen Inhalts Feedback, bedanken Sie sich oder stellen Sie eine Frage. Das kann zu einer Antwort des Verfassers führen, die eventuell eine längere Konversation auslöst – zumindest dann, wenn Sie ehrlich und aufrichtig „rüberkommen“.

Pat Flynn von „Smart Passive Income“ demonstrierte seine Unterstützung für die Teenager-Unternehmerin Eva Baker in einem Facebook-Post:

(Übersetzung: „Supercool, was die Teenager-Firmengründerin Eva Baker da gerade macht! Ich habe sie vor einiger Zeit bei einer Konferez kennengelernt und war total begeistert von ihrer Energie und ihren bisherigen Leistungen – dabei ist sie noch so jung! Und jetzt das: Sie organisiert ihre eigene Veranstaltung in Jacksonville, Florida. Ich freue mich schon schon auf das Interview mit ihr nächste Woche. Wenn Sie an der Konferenz teilnehmen wollen, finden Sie alle notwendigen Infos im Bild. Gehen Sie zu theTeenpreneur.com und überprüfen Sie selbst, ob sich das Programm auch für Ihren Teenager oder den von Freunden und Bekannten eignet.“)

Man erkennt deutlich, dass sich Flynn ziemlich intensiv mit Eva Baker befasst und die Beziehung zu ihr gepflegt hat. Damit legte er den Grundstein für künftige Kooperationen.

4. Wenden Sie neue Technologien oder Methoden früh an

Das Kuratieren von Inhalten beinhaltet häufig auch, viralen Content zu teilen, den alle anderen ebenfalls teilen. Sie sollten hier einen anderen Ansatz wählen und die versteckten Kleinode in diesem Content aufspüren; dann finden sie vielleicht auch neue Themen, mit denen sich die Beschäftigung lohnt.

Wenn Sie ein gut funktionierendes neues Produkt oder Konzept entdecken, dann wenden Sie es an und informieren Sie nachher andere über ihre Erfahrungen damit. Vielleicht werden Sie dadurch zum Early Adopter der „nächsten große Sache“ – etwas Besseres kann einer Marke kaum passieren.

So wagte beispielsweise die beliebte Online-Modemarke Everlane schon im November 2014 eine kühne Aussage, als sie Snapchat als den „ultimativen Social Media-Kanal“ für ihre Marke bezeichnete, obwohl damals noch kaum jemand diese Plattform kannte. Und natürlich zahlte es sich für Everlane aus, so früh dran gewesen zu sein.

5. Nutzen Sie kuratierten Content zur Entwicklung eigener Inhalte

Wenn Sie wissen, worüber in Ihrer Branche bereits diskutiert wird, können Sie und Ihre Marke mit eigenen Inhalten bisher vernachlässigte Aspekte der besprochenen Themen genauer beleuchten. Achten Sie bei Ihrer Suche nach relevanten Inhalten auf die Themen, die gerade behandelt werden, aber auch darauf, wie und in welchen Medien sie behandelt werden – und welche Teilgebiete ausführlicher besprochen werden sollten oder Ihre Perspektive vertragen könnten.

Setzen Sie außerdem externe Inhalte dazu ein, Ihren eigenen Content mit Zitaten und Beispielen zu untermauern. Auf diese Art erhöhen Sie Ihre Glaubwürdigkeit und haben auch die Chance, die Aufmerksamkeit der externen Quellen zu gewinnen und von diesen unterstützt zu werden.

Moby Siddique, Moderator des Podcasts „Inbound Buzz“, setzt das Content-Erkennungs-Tool UpContent zur Ideenfindung ein. Wie er das tut, erläutert er in einer Folge seines Podcasts über die besten Werkzeuge zur Content-Erstellung für Agenturen und Profis.

Das Kuratieren von Content bietet ihnen eine Vielzahl von aktiven Möglichkeiten. Sie müssen also nicht auf passive Methoden zurückgreifen, bei denen externe Beiträge automatisch geteilt werden. Involvieren Sie sich besser gezielt in den Prozess, und Sie werden von der Treue und dem Engagement Ihrer Zielgruppe profitieren.

 

Sie können auf Ihre bewährten Lösungen zum Speichern von Inhalten jetzt auch direkt über das Hootsuite Dashboard zugreifen. 

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