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Die Anzahl der heutigen Social Media-Nutzer ist höher, als die der globalen Bevölkerung in 1971

Heute nutzen weltweit 3,8 Milliarden Menschen Social Media – das ist mehr als die gesamte Weltbevölkerung im Jahr 1971. 2020 stehen diese 3,8 Milliarden Menschen für fast die Hälfte der Weltbevölkerung.

Die Zahl stammt aus dem Digital 2020-Report von Hootsuite und We Are Social, der digitale und Social Media-Trends auf der ganzen Welt verfolgt. Die drei wichtigsten Statistiken aus diesem Report:

  • 2019 stiegen 321 Millionen neue Nutzer in die sozialen Medien ein. Anfang 2020 steht die Gesamtzahl nicht mehr bei 3,48 Milliarden, sondern bei 3,8 Milliarden Social Media-Nutzern (ein Wachstum von 9%).
  • 4,5 Milliarden Menschen nutzen heute das Internet – ein Plus von 298 Millionen neuen Nutzern (oder 7%) gegenüber dem Vorjahr.
  • Mittlerweile nutzen mehr als 5,19 Milliarden ein Smartphone, das sind 2,4% (oder 124 Millionen Menschen) mehr als im Vorjahr.

Ein großes Dankeschön an unsere Daten-Partner, die zu den diesjährigen Reports beigetragen haben, darunter:

Der vollständige Digital 2020-Report enthält detaillierte Daten zum weltweiten Internet-Verhalten und der Demografie der Nutzer. Hier einige der wesentlichen Statistiken, die Sie als Social Media-Profi kennen sollten.

Wir verbringen im Durchschnitt 2 Stunden und 24 Minuten täglich mit Social Media

In den vergangenen 12 Monaten verbrachten die Menschen 1,75 Billionen Stunden am Handy. Etwa die Hälfte dieser Zeit nutzten sie Social Media- und Kommunikations-Apps.

Wie GlobalWebIndex berichtet, verbringen wir derzeit im Durchschnitt 2 Stunden und 24 Minuten pro Person und Tag in den sozialen Medien – im Vergleich zum Vorjahr sind das zwei Minuten mehr pro Tag.

Diese Zahlen fallen natürlich je nach Land unterschiedlich aus. Filipinos sind weltweit die am meisten auf Social Media fokussierten Menschen – dort verbringt der durchschnittliche Internet-Nutzer zwischen 16 und 64 Jahren fast vier Stunden täglich auf Social Media-Plattformen.

Am anderen Ende der Skala finden sich die japanischen Internet-Nutzer, die pro Tag im Durchschnitt nur 45 Minuten in den sozialen Medien unterwegs sind.

Facebook dominiert weiterhin

Trotz diverser Probleme in den vergangenen Jahren hält sich Facebook immer noch an der Spitze der Social Media-Charts. Die Nutzerzahlen stiegen in den meisten Ländern auch 2019 kontinuierlich an.

Aus diversen Gründen können Marketer aber nicht alle diese Nutzer mit Facebook-Werbung erreichen. Die plattformeigenen Self-Service-Werbe-Tools weisen darauf hin, dass die erreichbare Gesamtzielgruppe auf Facebook mittlerweile 1,95 Mrd. Nutzer zählt – etwa 80% der monatlich aktiven Nutzer.

Auch bei Facebook sind einige Zielgruppen im vergangenen Jahr geschrumpft. Die Self-Service-Werbe-Tools der Plattform wiesen Ende 2019 geringere Reichweiten für Indien, Spanien und Südkorea aus.

Insgesamt ist die Zielgruppenreichweite von Facebook in den vergangenen drei Monaten dennoch um 1% gestiegen.

Der wichtigste Aspekt dabei: Marketer können heute mit Facebook ein Drittel aller Erwachsenen über 18 Jahre auf der ganzen Welt erreichen – und mehr als die Hälfte aller Erwachsenen zwischen 18 und 34 Jahren. Und das, obwohl die Plattform in China nach wie vor gesperrt ist.

Teenager strömen zu TikTok

TikTok war 2019 wahrscheinlich für die meisten Social Media-Schlagzeilen gut – wobei einige der veröffentlichten Zahlen enorm (und oft auch falsch interpretiert) waren. Eine vor wenigen Monaten an AdAge durchgesickerte Pitch-Präsentation von TikTok schafft da schon mehr Klarheit.

Jedenfalls lässt sich nicht leugnen: TikTok ist mit seinen 800 Millionen monatlichen Nutzern wirklich groß.

500 Millionen dieser aktiven Nutzer (mehr als 60%) leben allerdings in China. Mit 300 Millionen aktiven Nutzern monatlich außerhalb Chinas ist die Plattform bezüglich der Größe der für uns erreichbaren Zielgruppe eher mit Snapchat oder Twitter vergleichbar.

Aktuelle Daten von App Annie deuten ebenfalls darauf hin, dass chinesische Nutzer für 80% der auf TikTok verbrachten Gesamtzeit verantwortlich sind. Weitere 10% entfallen auf Indien. Das heißt: China und Indien stellen zusammengenommen etwa 9 von 10 der weltweit auf TikTok verbrachten Minuten.

Das allein reicht aus, um TikTok in der App-Weltrangliste nach monatlich aktiven Nutzern 2019 den sechsten Platz zu sichern.

Hinter diesen Zahlen verbirgt sich vielleicht eine noch interessantere Geschichte: die Zielgruppendemografie. Im erwähnten Pitch von TikTok heißt es nämlich auch, dass 27% der Nutzer dieser Plattform zwischen 13 und 17 Jahre alt sind. Damit findet eine der heißesten Diskussionen in der Marketingpresse ihr Ende: Eine neue Generation hat sich eindeutig für TikTok entschieden.

Um das aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten: TikTok hat heute weltweit fast doppelt so viele Nutzer zwischen 13 und 17 Jahren wie Facebook – und mehr als dreimal so viele wie Snapchat. Die Mehrzahl dieser Nutzer im Teenager-Alter lebt wahrscheinlich in China. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass TikTok in dieser Altersgruppe führt.

Hier muss man jedoch betonen, dass TikToks Beliebtheit bei Teenagern nicht dafür gesorgt hat, dass Facebook seine jüngere Zielgruppe verliert – ebenso wenig wie die anderen westlichen Plattformen. Die Anzahl der Teenager weltweit, die Facebook jeden Monat nutzen, ist in den letzten paar Monaten sogar gestiegen. Werbetreibende können auf Facebook jetzt 5% mehr Nutzer im Alter von 13 bis 17 Jahren erreichen als Anfang 2019.

Reddit, Pinterest und Sina Weibo wachsen ebenfalls schnell

Die Anzahl der monatlich aktiven Reddit-Nutzer ist seit dem Vergleichszeitpunkt im Vorjahr um 30% (100 Millionen neue Nutzer) gestiegen. Laut den jüngsten Berichten des Unternehmens zieht die Plattform mittlerweile monatlich 430 Millionen Nutzer an.

Pinterest vermeldet ähnliche Erfolge: Hier stieg die Anzahl der aktiven Nutzer im vergangenen Jahr um 29%. Die Plattform hat in den vergangenen 12 Monaten mehr als 70 Millionen monatlich aktive Nutzer (MAUs) gewonnen und verzeichnet nun 322 Millionen MAUs.

Das Unternehmen hat zudem eine Reihe neuer Länder in seine Targeting-Optionen aufgenommen. Die potenzielle Werbereichweite stieg damit im Quartalsvergleich um 12% (Zeitraum Oktober 2019 bis Januar 2020).

Auch bei Sina Weibo freut man sich über ein beeindruckendes Wachstum. Jüngste Trends deuten darauf hin, dass die Anzahl der MAUs auf dieser Plattform innerhalb der nächsten Monate die Halbe-Milliarde-Marke überschreiten dürfte.

Es gibt ein digitales Gender Gap – auch in den sozialen Medien

Weltweit haben Frauen mit 28% höherer Wahrscheinlichkeit als Männer keinen Zugang zum Internet. Dieses Ungleichgewicht ist in Südasien – wo Frauen 2,4 mal häufiger „nicht verbunden“ sind als Männer – sogar noch größer.

Das digitale Gender Gap spiegelt sich auch in unseren aktuellen Social Media-Daten wider. In Südasien ist die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen heute soziale Medien nutzen, dreimal geringer als bei Männern. Und im Durchschnitt nutzen 55% der Männer Social Media, im Vergleich zu 45% der Frauen.

Noch besorgniserregender sind Untersuchungsergebnisse von GSMA Intelligence, die darauf hindeuten, dass mehr 50% aller derzeit in Indien lebenden Frauen nichts von der Existenz des mobilen Internets wissen.

Die Vereinten Nationen berichten, dass dieses Ungleichgewicht zum Großteil auf „tief verwurzelte soziale Normen und Praktiken“ zurückzuführen ist. Unabhängig von der Ursache wird beim Bemühen, auch die Menschen ohne Zugang mit den sozialen Medien zu verbinden, viel davon abhängen, eine digitale Barrierefreiheit für Frauen herzustellen – vor allem in den Entwicklungsländern.

27% aller Internet-Nutzer entdecken neue Produkte über Social Media-Ads

Laut GlobalWebIndex dienen Suchmaschinen als Hauptquelle für die Entdeckung neuer Marken und Produkte. Gleich danach folgt die TV-Werbung. Jüngere Nutzer wenden sich jedoch eher an die sozialen Medien, wenn sie aktiv nach Marken und Produkten suchen.

Im selben Report geben weltweit 43% der Internet-Nutzer zwischen 16 und 64 Jahren an, Social Media-Netzwerke zu nutzen, wenn sie nach Produkten zum Kauf suchen.

Social Commerce konnte sich aber nicht in dem Ausmaß durchsetzen, das sich viele Marketer erhofft hatten. Wie GlobalWebIndex im jüngsten Report zu E-Commerce-Trends festhielt:

„Während Social Media-Netzwerke häufig eine zentrale Rolle bei den ersten Schritten im Kaufprozess spielen, geben nur 12% aller Internet-Nutzer an, dass sie ein ,Kauf‘-Button in einem sozialen Netzwerk zum Online-Checkout bewegen würde.“

Marketer sollten bei der Entwicklung ihrer Pläne den gesamten Scope des Verbraucher-Kaufzyklus berücksichtigen – von der ersten Entdeckung bis zum Kauf, und sogar die Aktivitäten nach dem Kauf.

Das am häufigsten verwendete Emoji auf Twitter ist das Tränen lachende Gesicht

Dazu gibt’s nicht viel zu sagen – außer, dass die Leute im vergangenen Jahr auf Twitter viel zu lachen hatten.

Dies ist eine aufbereitete Version der vollständigen „Digital 2020“-Analyse von Simon Kemp, die Sie auf DataReportal nachlesen können.