Social Media ist in aller Munde. Facebook, Twitter, Instagram oder Snapchat. Mehrere Millionen Menschen nutzen die sozialen Netzwerke. Die Vorteile sind dabei offensichtlich: Man kann schnell und einfach mit Leuten in Kontakt treten, seine Gedanken teilen oder Netzwerke mit Gleichgesinnten bilden.

Social Media wird aber auch verstärkt im Businessbereich genutzt. Sei es im Marketing, Sales, Kundensupport oder im Bereich Public Relations. Gerade auch bei Letzterem kann man einen Veränderungsprozess beobachten. Galt die PR zunächst als eine eng an den Journalismus gebundene Disziplin, so kommt ihr heutzutage, vor allem in internationaler Perspektive, immer mehr die Rolle einer Managementdisziplin zu. Sie ist nicht mehr nur Vermittler nach Außen, sondern auch nach Innen, in das Unternehmen hinein und bestenfalls direkt an das Management. Diese Veränderung manifestiert sich an der Professionalisierung der PR-Ausbildung wie auch am realen Anforderungsprofil: Ein Beispiel ist, dass PR-Professionals oftmals viel Zeit damit verbringen, Auswertungen von Feedback seitens Kunden oder „Followern“ zu erstellen, um beispielsweise den Erfolg einer PR-Kampagne zu messen. Als Tool kann Social Media dabei sehr hilfreich sein. Im Folgenden soll näher darauf und auf andere Argumente eingegangen werden, warum Social Media sehr fruchtbar für PR sein kann.

1. Social Media als Hilfe beim medialen Netzwerken

Es ist unbestritten, dass soziale Medien eine zentrale Rolle beim Netzwerken spielen können. Egal, ob auf privater Ebene oder im Geschäftsbereich. Social Media ermöglicht eine schnelle und einfache Kommunikation. Diesen Umstand können PR-Professionals für sich nutzen. Nämlich beim Aufbau von Verbindungen zu Journalisten oder Medienvertretern. Sie können beispielsweise über Netzwerke wie LinkedIn mit Medienvertretern in Kontakt treten oder in relevanten Facebookgruppen mit anderen Journalisten diskutieren. Interessant könnte dies zum Beispiel für Start-Ups sein, die gleich zu Beginn ihres Daseins PR oftmals bitter nötig haben, aber noch nicht über ein ausreichend großes (mediales) Netzwerk verfügen.

2. Social Media als wichtiger Rückkanal für die PR

Kunden sind es mehr und mehr gewohnt, mit Firmen direkt zu interagieren oder ihre Meinung über ein Produkt zu kommunizieren. Dies geschieht unter anderem auf den zahlreichen Online-Marktpätzen oder in virtuellen Communities. Aber auch auf Social Media wird immer häufiger über Produkte oder Dienstleistungen diskutiert. Ein Umstand, den sich die PR zu Eigen machen kann und sogar hilft, die tägliche Arbeit zu erleichtern. Denn durch ein genaues Social Media-Monitoring kann beispielsweise gemessen werden, ob eine PR-Kampagne erfolgreich war. Hierbei helfen messbare Variablen (KPIs) wie Anzahl und Art der Nutzung eines bestimmten Schlagwortes (zum Beispiel einer Marke). Aber auch die Haltung der Social Media-Nutzer zu einem bestimmten Produkt oder einer Marke kann ausgewertet werden.

3. Unternehmensbereiche verschwimmen

Feedback lässt sich aber auch nur dann genau messen, wenn man auch selber wirklich mit dem Kunden in Dialog tritt. International hat sich hier das Schlagwort „Engagement“ durchgesetzt. Dies meint in unserem Kontext Aktivität, aber auch Interaktion mit den Followern in den sozialen Netzwerken. Deswegen kann auch davon gesprochen werden, dass Unternehmensbereiche wie PR, Marketing, Sales (Stichwort: Social Selling) und auch der Kundensupport immer mehr verschwimmen, voneinander abhängig werden und so als Ganzes gesehen werden müssen. Denn ist beispielsweise der öffentliche Kundensupport auf Twitter schlecht, so hat das Auswirkungen auf das Image eines Unternehmens und betrifft damit wiederum die PR und das Marketing. Umgekehrt kann natürlich ein ein erfolgreicher Kundensupport auf Social Media zu einer Verbesserung des Images beitragen.

4. Der Owned Media Vorteil

Ein weiterer Vorteil für die PR-Arbeit ist zweifelsohne die Möglichkeit, eigene Themenschwerpunkte zu setzen und bei richtigem Vorgehen, tausende Menschen zu erreichen. Die Veröffentlichung und Verbreitung von Pressemitteilungen und PR-Material ist nicht mehr von einer Redaktion, welche über den Nachrichtenwert bestimmt, abhängig. Artikel und Texte können auf die eigenen Profile gestellt werden und durch richtigen Einsatz, wie beispielsweise Hashtags, bestenfalls viral verbreitet werden.
In diesem Zusammenhang kann auch das Stichwort Content PR genannt werden. Ähnlich dem Content Marketing können eigene Blogartikel, YouTube-Videos oder andere Beiträge über „Owned Media“ – zu denen Social Media-Profile in der Regel gehören – die Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.

Fazit

Wir haben gesehen, dass Social Media in einzelnen Bereichen sehr wertvoll sein kann, was die tägliche PR-Arbeit betrifft. Ein Selbstläufer ist es aber nicht. Die Inhalte müssen an das Zielpublikum angepasst und kompatibel gemacht werden. Zudem ist auch Voraussetzung, dass Social Media bzw. digitale Kanäle auch sonst einen wichtigen Stellenwert innerhalb der (externen) Unternehmenskommunikation haben. Ein einfacher Upload einer Pressemitteilung auf Facebook reicht meist nicht aus. Es versteht sich außerdem von selbst, dass bei der Anwendung von Social Media in der Unternehmenskommunikation immer die gesetzlichen Vorgaben – wie beispielsweise aus dem Wettbewerbsrecht oder anderen Bereichen – zu beachten sind. Wenn aber die Voraussetzungen, wie eine bestimmte Anzahl von Followern oder eine gewisse Aktivität auf Social Media bereits gegeben sind, kann Social Media ein wirklich praktisches Tool im PR Alltag sein.