Sie können schon alles? Im Zeitalter der Digitalisierung gehört lebenslanges Lernen zu den Kernqualifikationen. Social Media-Profis wissen das. Denn auch hier wachsen die Anforderungen mit der Entwicklung des Mediums.

Ein Social Media-Manager ist wahrlich ein „Hans Dampf in allen Gassen“. Ob als Werbetexter, als schnelle Eingreiftruppe im Kundenservice oder beim Dreh eines überzeugenden Videos – Social Media-Manager müssen echte Allrounder sein, um ihr Publikum bei der Stange und Ihr Unternehmen an der Spitze zu halten.

Doch welche Fertigkeiten sollte ein Social Media-Manager beherrschen und wo kann er diese erwerben? Das erfahren Sie in diesem Post. Nach der Lektüre wissen Sie:

  • Warum Sie Video beherrschen müssen
  • Mit welchen einfachen Tipps Sie Ihre Design-Künste optimieren
  • Wie Sie Ihre Qualifikation in puncto ROI-Tracking und Analyse anhand von ein paar Informationsquellen verbessern

1. SEO

Suchmaschinenoptimierung, kurz: SEO, gehört zu den Kernkompetenzen vieler Internet-Profis. Blogger, Web-Entwickler, Werbetexter und sogar Designer müssen berücksichtigen, an welcher Stelle Ihre Arbeit bei der Suche gelistet wird. Social Media-Manager müssen das auch.

Obwohl Twitter Google bei der Indizierung von Tweets auf seiner Plattform früher geblockt hat, stehen die Zeichen nun auf Entspannung. Kürzlich verkündete Google, dass man wieder Tweet-Daten durchsuchen und indizieren würde. Mehr Informationen dazu gibt der Leitfaden von Stone Temple zu den Indizierungspraktiken von Google.

Google findet Inhalte schneller, wenn diese auf Twitter viel Zugkraft entwickeln. Das ist wichtig für SEO: Je schneller Ihr Content auf den Index kommt, umso schneller werden Sie durch organischen Traffic auf Ihre Site belohnt.

Der Einfluss, den Sie in den sozialen Medien ausüben, kann auch Ihr Ranking verbessern. Google listet Ihre Blog-Posts und Ihre Website höher, wenn es erkennt, dass es sich um eine glaubwürdige Quelle handelt. Und Influencer Marketing (Relevanz, Reichweite und Resonanz) ist ein Faktor, der dabei zählt.

Je schneller Ihr Content auf den Index kommt, umso schneller werden Sie durch organischen Traffic auf Ihre Marken-Website belohnt.

Bonus: Erfahren Sie in unserem Schritt-für-Schritt-Leitfaden, wie Sie eine Social Media-Strategie erstellen und Ihre Präsenz in den sozialen Netzwerken mit Hootsuite optimieren.

2. Kundenservice

Wenn ich mich beschweren will, sind die sozialen Medien meine erste Anlaufstelle. Damit stehe ich nicht alleine da. Laut einer Studie von J.D. Power nutzen 67 Prozent der Verbraucher die sozialen Medien für Anfragen an den Kundenservice. Ob es sich nun um eine Frage via Facebook Messenger oder einen Beschwerde-Tweet handelt – Social Media ist eine unschätzbare Informationsquelle für den Kundenservice.

Als Social Media-Manager sollten Sie unter anderem über diese Kundenservice-Themen Bescheid wissen:

  • Wie Sie schwierige Kundengespräche online bewältigen
  • Wann Konversationen offline fortgeführt werden sollten
  • Wie ein pro-aktiver Social Media-Kundenservice agiert
  • Wie Sie zum Markenexperten werden und in der Tonalität der Marke kommunizieren
  • Wie Sie zeitnah antworten (und Erwartungen managen)
  • Wie Sie Konversationen rund um Ihre Marke finden und überwachen (Stichwort Social Listening)
  • Wie Sie Daten für informierte zukünftige Entscheidungen nutzen

3. Copywriting

Das Schreiben gehört zur Natur der meisten sozialen Netzwerke. Sogar visuelle Netzwerke wie Pinterest, Instagram oder YouTube kommen ohne Texte wie Titel und Bildunterschriften nicht aus. Und oft genug entscheidet eine gut verfasste Bildunterschrift über den Erfolg oder Misserfolg Ihres Fotos. Dasselbe gilt für Ihre Video-Titel und -beschreibungen.

Nutzen Sie die Kraft aktiver Verben! Mit den richtigen Worten können Sie Emotionen wecken und dafür sorgen, dass Ihr Content öfter geteilt wird. Mehr Informationen zu packenden Inhalten finden Sie in unserem Blogbeitrag „So schreiben Sie Content, der für Klicks sorgt.“

Ein grundlegendes Schreibtraining ist in mehr als einer Hinsicht nützlich für Social Media-Profis. LinkedIn promoted Publisher. Hybride Blogs wie Medium bieten neue Reichweiten. Und eine gut geschriebene Antwort auf Quora oder Gute Frage kann Millionen von Views erzielen. Eine gute Schreibe kann also Ihre Reichweite steigern.

Wenn Sie an Ihren Texterqualitäten arbeiten, steigen die Chancen, dass man Ihre Inhalte teilt. Falls Ihr Content-Kalender an einem Tag mal keine aktuellen Unternehmensinhalte in petto hat, ist es ein klarer Vorteil, wenn Sie einen eigenen Blogbeitrag schreiben können.

4. Analytics und Umsatzverfolgung

Vermarkter müssen Social Media-Aktivitäten mit aktuellen Umsätzen verknüpfen können.

Mit Hilfe von Tools wie Salesforce sind Social Media-Profis in der Lage, alle Links zu markieren, die sie auf Twitter, Facebook und in anderen sozialen Medien teilen. Diese Tags sind ein Ausgangspunkt, der es Ihnen später ermöglicht, Leads oder Umsätze zuzuordnen, die über ein ausgefülltes Online-Formular, eine heruntergeladene App oder einen Kauf in einem Online-Shop generiert werden.

Wenn Sie Umsätze individuellen Social Media-Nachrichten zuordnen können, erhalten Sie wertvolle Einsichten zu den Inhalten, die für den Vertrieb funktionieren.

Anhand dieser Daten können Sie gegenüber Ihrem Unternehmen oder Ihrer Organisation zudem den Wert Ihrer Social Media-Arbeit belegen.

Wenn Sie sich intensiv mit häufig genutzten Analytics-Tools wie Hootsuite Analytics und Salesforce beschäftigen, machen Sie Eindruck im neuen Social Media-Job oder stärken Ihre Tracking-Fähigkeiten im bestehenden.

Wie Sie Echtzeit-Analysen aus Ihren Social Media-Netzwerken ziehen, erfahren Sie in diesem Video zu Hootsuite Analytics.

5. Fotografieren

Heutzutage brauchen Sie kein Profi-Fotograf sein, um ansprechende Fotos in den sozialen Medien zu teilen. Umfassende Kenntnisse zu Belichtungszeiten oder Zeitrafferfotografie sind nicht erforderlich. Und weil die sozialen Medien vorwiegend mobil genutzt werden, ist der Druck in puncto professioneller Fotoqualität nicht mehr ganz so hoch.

Trotzdem erwarten die Leute gut ausgeleuchtete und schön gemachte Fotos – und interessante und teilenswerte Motive. Deshalb lohnt es sich, wenn Sie sich ein paar Kenntnisse aneignen.

Wir alle nutzen lizenzfreie Bilder. Für Ihren täglichen Content sollten Sie jedoch auf Originalfotos setzen. In unseren Design-Tipps von Experten erfahren Sie, wie Sie Ihre Social Media-Bilder optimieren können.

6. Photoshop

Wer Fotos bearbeiten und verbessern kann, trägt dazu bei, dass diese nicht in der Flut der Social Media-Bilder untergehen und deshalb öfter geteilt werden. Photoshop-Kenntnisse sind unter anderem dann nützlich, wenn es darum geht, die besten Teile eines Bildes zu betonen, an passender Stelle einen Anzeigentext einzufügen und zusammengesetzte Bilder zu erstellen.

Tolle Visuals ragen aus der Masse der Social Media-Bilder heraus. Photoshop-Kenntnisse sind dabei von unschätzbarem Vorteil.

Ich empfehle die über Lynda.com angebotenen Photoshop-Tutorials. Hier lernen Sie in ein paar Stunden die Basics und wissen dann mehr, als der durchschnittliche Social Media-Vermarkter.

7. Design

Grundlegende Design-Kompetenzen runden Fotografie- und Photoshop-Kenntnisse ab. Die Menschen prägen sich 65 Prozent einer Nachricht ein, wenn diese ein Bild enthält. Nur 10 Prozent erinnern sich an eine Nachricht ohne Bildinhalt. Sorgen Sie für Einprägsamkeit: nicht nur durch irgendein Bild, sondern durch ein durchdachtes Design.

Sehen Sie, was wir hier gemacht haben?

Unser Post Social Media-Bilder optimieren: Design-Tipps von Experten gibt die folgenden Tipps:

  • Achtung bei der Farbauswahl: Neunzig Prozent aller vorschnellen Produktbeurteilungen sind allein der Farbe geschuldet. Für optimale Ergebnisse richten Sie die Farbgebung an Ihren Markenrichtlinien und der Markenstimme aus.
  • Bleiben Sie auch bei Text und Typografie konsequent: Schriften sollten Ihre Marke verstärken und deshalb klar und prägnant sein. Konsistenz hilft Ihrer Zielgruppe und Ihren Kunden bei der Wiedererkennung – und stärkt die Markentreue.
  • Schaffen Sie Freiraum: Wenn Sie zu viele Informationen in einem Bild platzieren, geht die Markenbotschaft unter. Nutzen Sie den Negativraum (das ist der Bereich, der Objekte in einem Bild umgibt), um ein Gleichgewicht zu schaffen und den Schwerpunkt des Bildes festzulegen.

Hier geht’s zum vollständigen Post.

8. Projektmanagement

Ob internationaler Konzern oder lokales Start-up: wenn es um die Veröffentlichung von Unternehmens-Content geht, kommen die Kollegen zuerst zu Ihnen.

Deshalb sollten Sie wissen, wie Sie Aufgaben und Anfragen verschiedener Mitarbeiter aus diversen Abteilungen im Unternehmen strategisch managen. Sie müssen als Markenbotschafter agieren und festlegen, welche Posts auf die geschäftlichen Ziele einzahlen und welche nicht.

Projektmanagement-Kenntnisse sind bei der Zusammenarbeit mit Teams aus der ganzen Firma an neuen Kampagnen und unternehmensweiten Initiativen von Vorteil. Sie arbeiten eng mit den Führungskräften aus verschiedenen Abteilungen zusammen, um herauszufiltern, auf welche Weise Social Media diese Events und Kampagnen bestmöglich unterstützen kann.

9. Video

Vielleicht hat Ihr Unternehmen ja ein kompetentes Video-Team. Doch die Entwicklung von Social Media-Videos gehört auch zu Ihrem Job. Social Media-Manager sollten wissen, wie sie überzeugenden Content für Instagram Stories, Facebook Live-Übertragungen und Snapchat Stories kreieren. Bei all den möglichen Optionen sind Kenntnisse zur Optimierung von Videos für Ihre unterschiedlichen Social Media-Kanäle sehr nützlich.

Der Pluspunkt: Sie kommen ohne teures Equipment aus. Es gibt etliche kostenlose und preiswerte Social Media-Video-Apps und -Tools, die Unternehmen zur Erstellung von Content für Ihre Social Media-Kanäle einsetzen können.

10. Sprechen vor Publikum

Sprecherfähigkeiten zahlen sich prinzipiell für Ihre Karriere aus. Als Social Media-Vermarkter sollten Sie Ihre Ideen verständlich präsentieren können, um echte Beziehungen zu Ihrem Publikum zu knüpfen.

Und Sie sollten nicht kamerascheu sein. Live-Übertragungen in den sozialen Medien werden immer beliebter – und sie erreichen ein großes Publikum.

Die freie Rede ist nicht jedermanns Sache. Wenn Sie über Ihre Worte stolpern, Ihre Gedanken nicht klar formulieren können oder sich extrem unwohl fühlen (Rot werden, schwitzen, zittern…), sollten Sie an Ihren Vortragsfähigkeiten arbeiten.

Fangen Sie klein an. Zum Beispiel mit einer Präsentation vor Ihrem eigenen Team. Dann tasten Sie sich an ein größeres Publikum heran – auf einem Firmenmeeting oder mit einer Facebook Live-Übertragung. Sie schaffen das!

Mehr Ratschläge zu Übertragungen, die die Leute wirklich sehen wollen, haben wir in unserem Facebook Live Leitfaden zusammengestellt, der auf den Erfahrungen des Social Media-Teams von Hootsuite basiert.

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Dieser Beitrag wurde zuerst unter dem Titel „10 Underappreciated Skills für Social Media Professionals“ auf dem internationalen Hootsuite Blog veröffentlicht.