Automatisierungen für den Facebook Messenger liegen voll im Trend und revolutionieren die Kunden-Kommunikation. Das belegten wir bereits in unserem letzten Webinar zu den globalen Social Media Trends 2019.

Neben den extrem hohen Öffnungs- und Klickraten locken in diesem noch sehr jungfräulichen Marketing-Kanal faszinierende Möglichkeiten zur Lead-Generierung und Business-Automation. Hier kommen sogenannte Chatbots zum Einsatz. Die Bezeichnung Facebook Messenger-App ist aber in den meisten Fällen passender, da wirklich intelligente Chat-Roboter in einer ganz anderen Technologie- und Preis-Liga spielen.

Was ein Chatbot ist, Statistiken und weitere gute Gründe für den Einsatz im Unternehmen finden Sie in unserem Artikel: Wie Sie Facebook Messenger-Bots für Ihr Unternehmen einsetzen – der komplette Leitfaden

Um diesen noch einmal kurz zusammenzufassen:

Mobile Messenger-Apps haben Social Media längst überholt. Die Frage ist nicht mehr, ob Sie in die 1:1-Kommunikation einsteigen, sondern wann.

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Lead-Generierung im B2B und B2C Marketing via Facebook Messenger

Wie auch in anderen Marketing-Kanälen, gilt es für Unternehmen, Leads zu generieren. Das bedeutet, ein Interessent hinterlässt dem Werbetreibenden seine Kontakt-Daten für einen weiteren Dialog-Aufbau. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen Verkauf oder die Erfüllung sonstiger Unternehmensziele.

Über den Facebook Messenger ist es egal, ob wir in einem B2B- (Business to Business) oder B2C- (Business to Customer) Markt agieren. Fast die Hälfte aller deutschen Onliner ist hier aktiv und damit auch jede erdenkliche Zielgruppe, auch zu Business-Themen.

Normalerweise haben Facebook-Seiten, die sich an Endverbraucher richten, im Newsfeed-Algorithmus einen Vorteil. Sie bekommen in der Regel mehr Interaktionen und werden dadurch häufiger eingeblendet. Im Messenger fällt dieser Nachteil für B2B weg, da es im Postfach keinen Algorithmus gibt.

Auf welchen Wegen finden Nutzer in die Facebook Messenger-App?

Das Onboarding neuer Nutzer ist im Vergleich zum Email-Marketing sehr einfach, da es hier keine Spam-Filter, Phishing-Meldungen oder falsch eingegebene Adressen gibt. Im Folgenden stelle ich dafür eine Reihe technische Möglichkeiten vor:

Prominente Integration in Facebook-Seiten

Der offensichtlichste Weg in den Messenger einer Facebook-Seite führt über den Call-To-Action-Button unter dem Titel-Bild. Wer diesen auf das Ziel “Nachricht senden” einstellt, signalisiert deutlich seine Reaktionsbereitschaft auf Chat-Nachrichten. Klickt ein Nutzer auf diesen, kann er die hinterlegte Standard-Begrüßung und -Navigation der Chat-Applikation starten.

Facebook animiert Seiten-Besucher zusätzlich durch den Badge “Hohe Reaktionsfreudigkeit bei Nachrichten” zum Starten einer Unterhaltung. Sofern gerade auch ein Administrator online ist, erscheint auf Wunsch sogar auch gleich ein PopUp mit geöffnetem Chat-Fenster.

Facebook-Seiten werden in den meisten Fällen aber nur ein Mal besucht: Wenn ein Nutzer die Seite mit “gefällt mir” markiert bzw. abonniert. Sie sollten sich also nicht darauf verlassen, dass das ausreichen wird, um viele Kontakte in den Kanal zu bekommen. Alle weiteren Nutzer-Interaktionen mit der Seite spielen sich dann im Newsfeed ab. Und von dort finden auch weitaus mehr Nutzer in den Messenger.

Links aus dem Newsfeed in den Facebook Messenger

Ziel ist es, einen Link-Beitrag im Newsfeed der Zielgruppe zu platzieren, der aussieht wie ein normaler Link-Beitrag. Nach dem Klick öffnet sich aber keine herkömmliche Landing-Page, sondern die gewünschte Messenger-Kampagne.

Dies funktioniert kostenfrei als Posting für die eigenen Fans, das auch in Gruppen oder privat geteilt werden kann. Ihr volles Potential entfalten Messenger Kampagnen aber erst durch die laserscharfen Targeting-Möglichkeiten über Facebook Werbeanzeigen. Dabei ist es sogar möglich, den Facebook-Pixel zur Erfolgsmessung innerhalb der App zu platzieren.

Um Irritationen auf Nutzer-Seite zu vermeiden, sollte bereits im Posting darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Unterhaltung per Messenger fortgeführt wird. Dies gilt umso mehr für den nächsten Weg in die App:

Automatisierte Antworten auf Kommentare

Messenger-Leads können auch über die Kommentar-Funktion von explizit ausgewählten Beiträgen gewonnen werden, die auf der eigenen Facebook-Seite veröffentlicht sind.

Die Seite reagiert mit einer persönlichen Nachricht entweder auf alle Kommentare oder nur auf solche mit bestimmten Schlüsselwörtern. Wer seine Zielgruppe dazu bringt, mit einem ganzen Satz, anstelle eines einzigen Wortes zu kommentieren, wird vom Facebook Algorithmus mit zusätzlicher Reichweite belohnt. Dies kann wiederum die Akquise-Kosten senken.

Facebook Messenger-Links von beliebigen Stellen im Netz

Jede Facebook-Seite (und jedes Profil) hat einen individuellen Messenger-Link, der eine Unterhaltung mit dem entsprechenden Kontakt per Messenger öffnet. Dieser setzt sich stets wie folgt zusammen: m.me/NameDerSeite.

Falls Sie diese Funktion noch nicht kennen, probieren Sie es doch jetzt gleich mal am Beispiel Ihrer eigenen Seite aus. Dabei fällt Ihnen sicher auch gleich eine gute Möglichkeit ein, wo Sie diesen Link künftig platzieren können.

Hier ein paar weitere Inspirationen dazu:

  • auf der Webseite
  • in einem Messenger-Chat
  • in Social Media Profilen
  • in einem Newsletter oder einer Email-Signatur.

Mit Hilfe einer Messenger-App können an diesen Link noch zusätzliche Parameter angehängt werden, um nicht einfach nur das Chat-Fenster mit der Seite zu öffnen. Auf diese Weise können unterschiedliche App-Inhalte bzw. Kampagnen direkt gestartet werden. Exklusive Inhalte können somit nur für einer bestimmte Nutzer-Gruppe zugänglich gemacht werden.

Messenger-Links lassen sich natürlich auch als QR-Code verpacken, um sie auf Flyer, Visitenkarten, Messe-Aufsteller o.ä. zu drucken. Ein smarter Weg aus der Offline- in die Online-Welt.

Plugin-Integration auf der Webseite

Wie die bekannten Facebook-Plugins gibt es auch dynamische Schaltflächen, die auf der eigenen Webseite als PopUp, Slide-Ins, Bars, in Blog-Artikeln und an jeder anderen denkbaren Stelle eingeblendet werden können.

Diese technische Möglichkeit ist in Europa datenschutzrechtlich aber nur unter Vorbehalt zu empfehlen, da diese aktivierten Plugins Daten der Webseiten-Besucher an Facebook übertragen. Sie dürfen daher erst aktiviert werden, nachdem der Nutzer die Datenschutz-Hinweise akzeptiert hat.

Mit Hilfe dieser Plugins kann sogar die komplette Facebook-Chat-App innerhalb der eigenen Webseite eingebunden bzw. abgebildet werden, ohne diese verlassen zu müssen. Somit müsste auch kein separater Chatbot für die Webseite programmiert werden.

Durch Plugins ist es ebenfalls möglich, bei einer Eintragung in einen Email-Newsletter eine zusätzliche Checkbox anzubieten, um mit einem Klick auch ganz bequem den Messenger-Kanal zu abonnieren. Findige Marketer schlagen damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Vorteile und Einsatzmöglichkeiten der B2B Lead-Generierung per Facebook Messenger

Vom Grund-Prinzip her gilt zumeist: Nutzer einsammeln und ihnen qualifizierende Fragen stellen. Durch die Segmentierung wird herausgefunden, ob diese wirklich zum B2B-Business passen bzw. welche Wünsche und Probleme die Zielgruppe hat. Danach erhält sie jeweils angepasste Folge-Inhalte und relevante Angebote, je nachdem, wo sich die Einzel-Person in ihrer Customer Journey befindet.

Im Folgenden werden hierfür konkrete Einsatzmöglichkeiten vorgestellt:

Kundenservice: Facebook Messenger Chatbot statt Telefon-Hotline

Schnelle Chats sind eine für alle Seiten angenehme Alternative zu zähem Email-Support und nervigen Telefon-Computern. Es ist dabei aber weniger wichtig, dass individuelle Antworten sofort automatisiert gesendet werden. Viel bedeutsamer ist der Fakt, dass sich Nutzer hierüber sehr einfach Gehör verschaffen können und keine Inhalte verloren gehen, wie bei einer unterbrochenen Verbindung zur Service-Hotline.

Kunden-Anfragen bieten oft auch Steilvorlagen für Verkaufsgespräche:

Lead-Qualifizierung und Termin-Vereinbarungen auf Autopilot

Messenger sind im B2B-Marketing vielleicht nicht die besten Verkaufskanäle, aber mit Sicherheit ein genialer Weg, um Kontakte für ein persönliches Gespräch vorzuqualifizieren. Egal in welcher Branche: Bestimmte Fragen sollten idealerweise beantwortet werden bzw. bestimmte Inhalte sollte ein potentieller Kunde gesehen haben, noch bevor sich überhaupt ein Verkaufsmitarbeiter der Sache annimmt.

Zur Lead-Akquise und -Qualifizierung haben sich Umfragen, Quizzes, Fragebögen oder Produkt-Konfiguratoren bereits bewährt. Selbst Online-Trainings lassen sich gut abbilden. All diese Aufgaben übernimmt der automatisierte Chat, 24/7. Hier werden die “heißen” Kontakte “ausgesiebt”, deren Kontakt-Daten bzw. Termin-Wünsche abgefragt und erst dann wird ein Alarm an das Sales Team gesendet. Der menschliche Mitarbeiter erhält dann alle wichtigen Daten auf einen Blick im CRM-System und muss wesentlich weniger irrelevante Leads abtelefonieren.

Mitarbeiter rekrutieren per Facebook Messenger

In Zeiten des Fachkräfte-Mangels können sich Unternehmen mit einer Messenger-App nicht einfach nur als innovativ darstellen, sie sind es auch! Das, was allgemein für die Lead-Qualifizierung gilt, kann genauso auf den Recruiting-Prozess übertragen werden.

Gezielte Werbung auf Facebook und Instagram führt die potentiellen Kandidaten nicht auf statische Job-Profile, sondern verwickelt sie in eine Unterhaltung per Messenger mit wesentlich vielseitigeren Möglichkeiten der Nutzerführung. Die gesparte Zeit bei der Kandidaten-Akquise weiß die Personal-Abteilung sicher auch anderweitig sinnvoll einzusetzen.

Registrierung und Follow-Up für Events und Webinare

Für die Organisation von Seminaren, Workshops oder Webinaren ist mit dem Messenger nicht nur das Onboarding von Interessenten einfacher und nutzerfreundlicher geworden. Auch vor dem Event, währenddessen und danach können relevante Inhalte geteilt werden.

Durch die hohen Öffnungsraten und die Möglichkeit, bereits registrierten Interessenten vorab auch noch weitere Einladungen per Audio oder Video direkt im Kanal zu senden, steigert sich sogar die Anzahl der Personen, die am Ende wirklich live bei einem Webinar einschalten.

Es ist nun auch nicht mehr nötig, eine eigene Konferenz-App für das Smartphone zu entwickeln, die dann zum Event genutzt und gleich danach wieder gelöscht wird. Es wird einfach auf eine bestehende App aufgebaut, die schon weit verbreitet ist und täglich genutzt wird. Das ermöglicht nicht nur Spar-Potential, sondern auch künftige Kontakt-Aufnahmen.

Wer an seinem Messe-Stand mit den Menschen im persönlichen Gespräch ist, kann sie beim scannen des Messenger-Codes am Smartphone begleiten. Damit hätten Sie auch ein weiteres spannendes Gesprächsthema, um Menschen länger an den eigenen Stand zu binden. Die App erkennt dann automatisch, dass der Kontakt ein Messe-Besucher ist, begrüßt ihn entsprechend und fragt nach der Einwilligung in die Folge-Kommunikation. Visitenkarten sammeln und Email-Adressen händisch ins System eingeben wird somit überflüssig. Am Messe-Stand reicht es aber mit Sicherheit nicht aus, einfach nur einen QR-Code-Aufsteller zu platzieren und darauf zu hoffen, dass alle Menschen diesen im Vorbeigehen abscannen. Zur Sicherheit könnte der Code samt Anleitung zum Scannen auch noch einmal im Print-Material zum Mitnehmen eingebracht werden.

Smarte Lead-Generierung bei Live-Talks und -Auftritten

Sie haben die Möglichkeit auf der Bühne vor Ihrem Zielpublikum sprechen, dürfen aber keine Flyer auslegen oder nach Email-Adressen fragen? Dann bieten Sie doch während Ihres Vortrages einfach charmant an, die Folien, eine Zusammenfassung oder weiterführende Studien per Messenger zu versenden.

Die Zuhörer sollen dazu einfach ein bestimmtes Keyword an Ihre Facebook-Seite senden und bekommen dann die versprochenen Inhalte gesendet. Noch während Sie auf der Bühne stehen übernimmt Ihre Messenger-App das Einsammeln und Weiterführen der neuen Leads.

Newsletter und Autoresponder per Messenger

Wer regelmäßig eigene Blog-Artikel, Videos, Podcasts oder News aus der Branche teilt, kann diesen Service auch per Messenger anbieten. Das ist eine der am einfachsten zu entwickelnden Funktionen für eine Facebook Messenger-App. Neue Inhalte werden hierfür Woche für Woche erstellt und an den Verteiler versendet.

Ein Lead wäre in diesem Falle also die Einwilligung in den Empfang dieser Nachrichten. Aufgrund der hohen Sichtbarkeit sowie dem hohen Grad an möglicher Personalisierung werden folglich weniger Kontakte als per Email benötigt, um die verfolgten Unternehmensziele zu erreichen.

Bevor neue Kontakte in den Live-Newsletter übertragen werden, können sie auch eine automatisierte Sequenz mit vorausgewählten Inhalten durchlaufen. Wer seinen Interessenten schon vor der Eintragung noch mehr Lust auf ein Abo machen möchte, könnte diese Inhalte auch als Beispiel-Inhalte in einer Artikel-Galerie anbieten.

Am Ende jedes Newsletters kann die App automatisch nach Feedback fragen oder zum Teilen oder Folgen in anderen Social Media Kanälen aufrufen. Durch dieses crossmediale Marketing weitet sich die Lead-Generierung entsprechend aus.

Kombination mit Email-Marketing und Online-Tools

Möchten Sie einen bestehenden Email-Newsletter mit neuen Adressen füttern? Darauf können Sie auch eine Messenger-App ausrichten und Nutzern den Email-Service schmackhaft machen. Diese können mit einem Klick die bei Facebook hinterlegte Email-Adresse freigeben. Über automatisierte Software-Schnittstellen werden die Daten an ein Email- oder CRM-System übermittelt.

Die Bestätigungsmail für den Double-Opt-In könnten Sie gleich mit dem Facebook-Namen des Empfängers personalisieren, den Sie ja bereits von Facebook erhalten haben. Sollte der Nutzer den Bestätigungslink nicht klicken, könnte er auch per Messenger daran erinnert werden, sofern sie beide Systeme miteinander kommunizieren lassen.

Die Möglichkeiten zur weiterführenden Nutzung der per Messenger generierten Nutzer-Daten in anderen Online-Tools sind äußerst vielfältig. Technisch gibt es hierbei keine Grenzen mehr, jedoch müssen natürlich immer die datenschutzrechtlichen Aspekte berücksichtigt werden.

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Sind Messenger-Apps mit der DSGVO vereinbar?

Die kurze Antwort vorab: Ja.

Um es noch einmal deutlich hervorzuheben: Es gibt im Internet momentan kein effektiveres Werkzeug, um personenbezogene Daten zu erheben. Daher sollten dem Nutzer hier auch Transparenz und Vertrauenswürdigkeit gespiegelt werden, indem man sich an die Standards der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hält.

Datenschutz-Vereinbarungen

Die Chat-Verläufe und Nutzerdaten werden nicht nur von Ihnen als Unternehmen verarbeitet. Sie werden auch an Facebook-Server in den USA, die Chatbot-Software und ggf. über Software-Schnittstelle noch an weitere Dritte übermittelt.

Facebook ist unter dem “Privacy Shield” zertifiziert und somit rechtlich in Europa kompatibel. Mit allen weiteren Software-Anbietern, die zum Einsatz kommen, muss ein entsprechender Vertrag zur Regelung des Datenschutzes geschlossen werden. Dazu bieten einige Anbieter vorgefertigte Vertragstexte, die online innerhalb weniger Minuten signiert werden können.

Datenschutz-Erklärung auf der Webseite

Im Idealfall werden neue App-Nutzer zu Beginn auf ihre Informationsmöglichkeiten und die sich aus der DSGVO ergebenden Rechte informiert. Da ein Chat-Fenster für umfangreiche rechtliche Aufklärungen zu klein ist, kann zum Beispiel auf eine ausführliche Datenschutz-Erklärung innerhalb der eigenen Webseite verwiesen werden.

Einwilligung in die Kommunikation

Wie auch bei einem Email-Newsletter ist auch für den Empfang von kommerziellen Nachrichten per Messenger eine aktive Einwilligung des Nutzers erforderlich. Diese lässt sich einfach innerhalb des Chats abfragen. Natürlich muss auch auf eine Möglichkeit hingewiesen werden, den Dienst wieder abzubestellen.

Für die Übertragung “sensibler Daten”, wie Gesundheit, Religion oder politische Haltung, bedarf es einer expliziten Einwilligung. Was es rechtlich sonst noch zu beachten gilt, erfahren Sie in diesem Artikel über rechtliche Fragen im Messenger Marketing.

Darf Werbung per Messenger gesendet werden?

Ja, aber!

Beachten sie die ursprüngliche Einwilligung des Nutzers. Diese muss auch werbliche Inhalte umfassen. Sie können sie gleichzeitig mit dem Opt-In für den Newsletter abholen. Das könnte zum Beispiel so oder ähnlich lauten:

Hier teilen wir 1x pro Woche spannende Inhalte zum Thema XY oder informieren über dazu passende Angebote unseres Unternehmens.

Darunter wird ein Button platziert mit der Aufschrift: “WILL ICH HABEN” oder “OK” oder “SEHR GERN” o.ä.. Der Klick wird dokumentiert und damit sind Sie auf der sicheren Seite.

Neben nationalem Recht bzgl. unlauterem Wettbewerb gelten natürlich auch die Plattform-Richtlinien für den Facebook Messenger. Verstöße können zur Sperrung des Kanals führen. Hierbei geht es vor allem um den Schutz der Nutzer vor Spam.

Demnach dürfen Abonnenten keine direkte Werbung mit der ersten Nachricht erhalten. Wenn Sie jedoch zunächst eine initiale Interaktion erzeugen, zum Beispiel durch eine Frage mit individuellen oder vorgegebenen Antwort-Möglichkeiten, dürfen sie dem Nutzer innerhalb von 24 Stunden nach seiner Reaktion werbliche Inhalten senden. Wer dies bei der Konzeption seiner Kampagne berücksichtigt, ist bestens aufgestellt.

Wie Sie den Einstieg ins Messenger Marketing finden

Messenger-Apps sind keine Allheilmittel und deren Entwicklung ist auch kein Selbstzweck.

Hier gilt das gleiche, wie für jeden anderen Online-Kanal: Kein Erfolg ohne Strategie. In diesem Artikel finden Sie eine umfangreiche Anleitung zur Chatbot-Strategie. Wichtig ist, dass Sie sich schon vorab darüber im Klaren sind, auf welche Art und Weise Sie Leads generieren wollen und was mit diesen danach passieren soll.

Fangen Sie mit einer möglichst simplen App an und stecken die Ziele am Anfang nicht zu hoch. Ideen für Funktionen zu spinnen macht zwar Spaß, sie müssen aber auch realistisch umsetzbar sein. Die begrenzenden Faktoren sind hierbei wie immer Zeit und Budget. Die erste Kern-Funktion sollte konsequent umgesetzt und optimiert werden, bevor komplexere Programmierungen in Angriff genommen werden.

Lassen Sie im B2B-Marketing fortgeschrittene Technologien, wie Machine Learning, NLP und künstliche Intelligenz beruhigt erst einmal links liegen. Wählen Sie einen der großen, bereits etablierten Chatbot-Builder am Markt, die einfache und logische Automatisierungen ermöglichen. Dies erhöht die Sicherheit, dass der Anbieter nicht so schnell wieder vom Markt verschwindet. Ein Umzug von einem zum anderen System ist schwierig.

Verheimlichen Sie im Chat nicht, dass hier gar kein echter Mensch schreibt. Erfinden Sie gern eine Persönlichkeit, der die Nutzer in der Ich-Form anspricht, aber Sie als Betreiber in der dritten Person adressiert. Fassen Sie sich bei der Ausformulierung der Chat-Nachrichten so kurz wie möglich, denn diese werden hauptsächlich auf einem kleinen Smartphone-Display konsumiert. Wählen Sie eine lockere, humorvolle Ansprache und verwenden gern auch Emojis. Bedenken Sie, dass Sie sich in einem Kanal bewegen, in dem bisher vorwiegend Freunde, Familie und Kollegen miteinander chatten.

Erwarten Sie keine Rekordumsätzen über Nacht und sehen das Ganze eher als mordernen Kommunikationsweg. Der Facebook Messenger ist ein guter Einstiegskanal in Ihre Unternehmenswelt, aber alle Automatisierungen werden die menschliche Komponente im Marketing nicht ersetzen. Halten Sie sich also bereit, zügig persönlich in die Kommunikation einzugreifen und die Leads ans Telefon zu holen, wo Sie noch viel besser verkaufen können.

Versuchen Sie auch bitte nicht, Ihr bisheriges Email-Marketing kurzerhand 1:1 auf den Messenger zu übertragen. Die Magie liegt langfristig vielmehr im Aufbau persönlicher Beziehungen. Helfen Sie den Menschen, Fortschritte bei der Überwindung oder Linderung Ihrer Probleme zu erreichen, ganz im Sinne des Content Marketings.

Fazit: Trend nicht verpassen

Messenger-Dienste sind auf dem Durchmarsch und haben Social Media längst überholt. Smarte Automatisierungen im Facebook Messenger ermöglichen zwar zukunftsweisende Funktionalität, sind aber nur so gut, wie der strategische und kreative Geist hinter den Inhalten und der Vermarktung.

Wege in die App gibt es viele. Verlassen Sie sich aber nicht nur auf einen einzigen, sondern experimentieren Sie ein wenig. Betrachten Sie Messenger langfristig nicht einfach nur als einen weiteren Push-Kanal, auf dem Sie Ihre Inhalte teilen können. Bringen Sie den Willen mit, Zielgruppen zu segmentieren und die Kommunikation entlang der Customer Journey zu führen. Dabei ist es egal, ob Sie in einem B2B- oder B2C-Markt agieren.

Planen Sie zu Beginn nicht zu aufwändige Funktionen und fangen lieber klein an. Eine einfach zu entwickelnde und dennoch effektive Methode der Lead-Generierung ist ein Newsletter-Angebot via Messenger. Wie Sie dies technisch Schritt für Schritt umsetzen lernen Sie hier kostenfrei vom Autor per Messenger-App.

Jetzt ist der beste Zeitpunkt, sich des Themas anzunehmen und Erfahrungen zu sammeln. Komplexe Funktionen können Sie später immer noch hinzufügen. Hauptsache, Sie helfen den Nutzern bei der Lösung ihrer Probleme und halten sich an die Spielregeln. So sind Ihnen Aufmerksamkeit, Vertrauen und Kunden-Bindung in einem zeitgemäßen Kommunikationskanal sicher.

Und falls Sie noch immer zweifeln, stellen Sie sich einfach vor, sie hätten schon vor 10 Jahren damit begonnen, den professionellen Umgang mit Facebook-Seiten zu erlernen. Damals war es noch einfach, eine Audience aufzubauen. Die Schwierigkeit wurde über die Jahre immer größer. Mit dem Facebook Messenger bietet sich Ihnen jetzt eine zweite Chance, in der frühen Phase eines Boom-Marktes einzusteigen. Bleiben Sie Ihren Mitbewerbern einen wichtigen Schritt voraus und warten Sie nicht auf erfolgreiche Fall-Studien von anderen B2B-Unternehmen. Schreiben Sie Ihre eigene. Viel Spaß dabei!

Sie wollen starten? Dann erfahren Sie hier, wie Sie Ihren Facebook Messenger Chatbot einfach in Hootsuite integrieren.