Schlechtes Gewissen? 10 Social Media-Fehltritte, die Sie lieber vermeiden sollten

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Wir alle tun manchmal Dinge, auf die wir nicht ganz so stolz sind. In den sozialen Medien spielen sich aber auch kleine Fehler öffentlich ab. Und ein gar nicht einmal böse gemeinter, kleiner Fauxpas kann blitzschnell die Runde machen. Social Media-Fehltritte können mit ein wenig Vorsicht vermieden werden.

Sie können die Finger nicht vom Retweet-Button lassen, laden ständig Freunde zu Facebook-Spielen ein oder löschen heimlich Ihre Instagram-Bilder? Keine Panik: Sie sind keineswegs der Einzige, dem kleine und größere Peinlichkeiten im Social Web unterlaufen. Die Welt verändert sich schnell und die experimentierfreudige Natur von Social Media gibt uns viele Möglichkeiten auszutesten, was funktioniert und was weniger gut ankommt (zum Beispiel die Automatisierung von Instagram-Posts).

Was im echten Leben gilt, gilt auch für die sozialen Medien: Um beschämende Social Media-Peinlichkeiten zu vermeiden, muss man sich erst einmal das Problem vor Augen führen und sich selbst eingestehen, was man zuweilen anstellt.

Schauen Sie sich hier ein paar der häufigsten Social Media-Unsitten an – und berichten Sie uns in den Kommentaren gerne von Ihren eigenen Erfahrungen.

Geständnis #1: Ich „mag” meine eigenen Instagram-Posts.

Sie sind ein begeisterter Instagram-Nutzer? Dann wissen Sie ganz genau, wie strapaziös das Warten auf das elfte „Herzchen” ist, weil dann keine einzelnen Benutzernamen unter dem Bild mehr angezeigt werden. Den Satz „Es hat nicht mal elf Likes bekommen” habe ich schon sehr oft gehört und kenne viele, die zugeben, ihre eigenen Bilder mit „Gefällt mir” markiert zu haben, wenn diese bei der magischen Zehner-Marke festhängen. Unternehmen und Marken sollten bitte niemals zu dieser „Lösung” greifen!

ClickZ nennt dies die Instagram Regel der Elf und The Daily Dot hat deklariert, dass der Erfolg eines Instagram-Beitrages mit dem 11. Like steht oder fällt. Angeblich bestätigt diese Zahl die Glaubwürdigkeit eines Posts und sollte in der Instagram-Welt definitiv als wichtig betrachtet werden. Wie man auch ohne das Selber-gut-finden mehr Follower auf Instagram gewinnen (und damit auch die große Elf erreichen) kann, erfahren Sie in hier.

Geständnis #2: Ich retweete zu viel.

Ein weitergeleiteter Tweet kann viel ausmachen. Indem Sie den Inhalt eines anderen Nutzers teilen, zeigen Sie, dass die Nachricht Sie bewegt hat; das Teilen von Tweets zahlt also auf Ihr Online-Image und Ihre Marke ein. Das haben wir alle verstanden. Doch es braucht einen starken Charakter, um nicht gleich jeden tollen Artikel, inspirierenden Spruch oder großartige Meinung zu teilen – in der Annahme, dieser würde den eigenen Followern gefallen oder Sie besser aussehen lassen. Aber wenn Sie nur die Nachrichten anderer retweeten, geben Sie einfach nicht Ihr Bestes (wir anderen sind dann nicht sauer auf Sie, nur enttäuscht). Ihr Feed sieht dann eher roboterhaft und uninteressant aus – wenn Sie nur selten eigenen Gedanken und Inhalten teilen, fehlt es an „anfassbarer” Persönlichkeit, und der menschliche Faktor ist gerade in den virtuellen Social Media-Netzwerken wichtig.

Geständnis #3: Ich benutze zu viele Hashtags.

Es ist sehr verlockend, jeden auch nur halbwegs relevanten Hashtag zu verwenden, wenn Sie ein nettes Selfie oder den Sonnenuntergang posten. Aber gerade Marken und Unternehmen sollten wissen: Bei Hashtags gilt Qualität vor Quantität. Obwohl manche meinen, dass viele Hashtags ihnen mehr Likes bringen, der inflationäre Gebrauch bietet in der Regel keinen Mehrwert. Am Ende kann die übermäßige Nutzung von Hashtags Sie eher so aussehen lassen, als verstünden Sie diese Social Media-Plattform nicht, oder noch schlimmer: als wären Sie etwas verzweifelt.

Was Sie bei Hashtags unbedingt beachten sollten:

  • Nicht so lang oder zu clever werden
  • Nicht mehr Hashtags als Worte (im eigentlichen Post) verwenden
  • Nicht alles mit Hashtags versehen

Geständnis #4: Ich lösche oder verstecke Inhalte, die schlechter performen.

So, Sie haben es also nicht bis zum elften Like auf Instagram geschafft, Ihre großartigen Tweets wurden ignoriert und Ihr neues Facebook-Profilbild hat nicht so viele „Gefällt mir”-Angaben erhalten, wie das letzte.

Taylor Lorenz, Head of Social Media bei der Daily Mail, versteht das. In einem Interview mit The Daily Dot, hat Lorenz zugeben: „Offen gesagt, ich habe selbst auch schon Instagram-Bilder gelöscht, die die elf Likes nicht geschafft haben. Es gibt nichts Schlimmeres als die Herzchen bei einem Foto zu checken und nur die acht, neun traurigen Namen (wahrscheinlich engen Freunden oder Familienangehörigen) zu sehen, die das Bild vielleicht aus Mitleid favorisiert haben.“

Das ist durchaus verständlich, aber warten Sie lieber der einen Moment (und wischen sich die Träne aus dem Auge), bevor Sie den Delete-Button drücken.

Das Löschen von Negativ-Kommentaren auf Firmen-Accounts kommt nicht gut an, wer nicht so performante Inhalte löscht oder versteckt, wirkt automatisch weniger authentisch und damit unglaubwürdiger, insbesondere, wenn es den Followern auffällt.

Was ist also unangenehmer? Nicht die gewünschte Anzahl an Likes zu bekommen oder sich dabei erwischen zu lassen, die schlechteren Beitrage zu löschen?

Geständnis #5: Ich tagge und erwähne andere Leute gnadenlos in meinen Inhalten.

Erwischt! Das mache ich auch. Und sogar so sehr, dass Instagram zeitweilig meinen Account eingeschränkt hat. Sie vermuteten, ich würde Spam oder beleidigende Inhalte im Kommentarbereich posten. Dabei wollte ich doch nur sicherstellen, dass meine fünf engsten Freunde das sensationelle Foto von dem Corgi-Hundebaby sehen.

Seitdem habe ich das Taggen in Kommentaren deutlich heruntergeschraubt (hauptsächlich, weil Instagram es jetzt auch ermöglicht, Inhalte über Direktnachrichten weiterzuleiten), aber es gibt auch sonst gute Gründe, sich diese Unart abzugewöhnen – egal, ob es sich um Ihr Firmenprofil oder Ihren Privat-Account handelt.

Es ist nicht nur ärgerlich, andauernd Benachrichtigungen für nicht immer so relevante Inhalte und Posts zu bekommen, es verstopft auch die Kommentar-Spalte und kann von relevanten und wertvollen Interaktionen mit anderen ablenken. Bedenken Sie auch, dass es sich bei Social Media-Accounts, die sehr viele Leute in den Kommentaren von Instagram taggen, um Spam-Accounts handeln könnte, die „Kostenlos neue Follower“- Spam promoten. Und das sind ja nicht unbedingt die Nutzergruppen, mit denen Ihre Marke (oder Sie persönlich) assoziiert werden möchten.

Geständnis #6: Ich mache und kaufe Dinge nur, damit ich sie auf Instagram teilen kann.

Der (fast) ernstgemeinte Satz „Ich hab’s für Insta getan!“ hat sich schon in unser Vokabular eingeschlichen. Sogar so sehr, dass Sie hier das passende T-Shirt kaufen können. Es ist heutzutage nicht so ungewöhnlich, dass Instagram-Fans Entscheidungen wie zum Beispiel welches Essen sie kochen, zu welcher Veranstaltung sie gehen, welchen Urlaub sie buchen oder welche Kleidung sie heute tragen sollen, von potenzieller Instagram-Popularität abhängig machen.

Sicher, es ist nicht weiter tragisch, etwas ganz bewusst zu tun, um tolle Fotos für Instagram zu bekommen. Aber es kann schon mal vom ‚richtigen Leben’ ablenken.

Schöne Momente mit anderen zu teilen ist etwas Wunderbares und kann uns ohne Zweifel viel Freude bereiten, aber das Dilemma, dabei zu vergessen, den Moment selber zu genießen, wird nicht grundlos oft debatiert.

Das gilt ganz besonders für Unternehmen: Verzichten Sie darauf, Ihr Handwerks-Team im frisch gewaschenen und gebügelten Blaumann zu präsentieren. Erstens glaubt Ihnen das niemand, zweitens verschenken Sie die Chance, Ihren Betrieb authentisch zu präsentieren und damit glaubwürdig und sympatisch zu machen.

Wenn Sie sich dabei ertappen, Instagram-Angst zu fühlen, dann kann das Planen von Posts nicht nur eine Zeit sparende Lösung sein, sondern auch für Entspannung sorgen, weil Sie wissen, dass der nächste Post schon bereit steht.

Geständnis #7: Ich interagiere nie mit dem Content anderer Leute.

Dies ist wahrscheinlich einer der schlimmsten Fehltritte aus Sicht von Social Media-Strategen. Wer behauptet, er wäre ständig in den sozialen Medien aktiv, aber die Beiträge anderer kaum beachtet (geschweige denn mit diesen interagiert), liefert ein trauriges Bild von sich selbst und tut sich damit auch keinen Gefallen.

Das Social Media-Erlebnis für die Nutzer profitiert durch den Aufbau und die Pflege von Beziehungen zur Ihrem Zielpublikum und anderen Anwendern. Der positive Effekt dabei: die eigene Follower-Anzahl steigt; und zwar nicht nur durch mehr Nutzer, sondern auch durch Nutzer von höherer Qualität.

Sie sehen es gerne, wenn sich unter Ihren Posts Likes und Kommentare ansammeln. Also warum nicht einfach das nette Gefühl und die Inhalte, die Ihnen wirklich gefallen, an andere weiterleiten? 

Geständnis #8: Ich mache Screenshots von fremden Snapchat-Posts.

Wir können leider nicht alles, was gut ist, behalten. Eines der wichtigsten (wenn nicht sogar DAS wichtigste) Features von Snapchat: Dort gepostete Nachrichten verschwinden nach maximal zehn Sekunden von selbst. Das hat dazu geführt, dass manche diese unausgesprochene Regel missachten und ohne den Betreffenden davon in Kenntnis zu setzen, einen Screenshot von seinem Post machen, oder sogar andere Devices oder Anwendungen einsetzen, um diesen Screenshot heimlich zu knipsen.

Dies ist definitiv die dunkle Seite von Social Media! Selbstverständlich sollte jeder Nutzer nach eigenem Ermessen vorgehen, egal, welche Inhalte er/sie verbreitet. Aber die Snapchat-Spezialität ist nun einmal ein zusätzlicher Grad an Privatsphäre, an dem es bei anderen Plattformen mangelt. Dennoch: selbst wenn ein heimlicher Screenshot von Snapchat-Inhalten noch immer nicht ganz so einfach ist: denken Sie an die bereits kursierenden Workarounds, bevor Sie eventuell fragwürdige Snaps verschicken, die andere dazu verleiten könnten, Ihnen zu schaden.

Geständnis #9: Ich teile ohne vorher zu lesen.

Unsere Wahrnehmung wird täglich mit hunderten von Artikeln, Meinungen, Bildern und anderem Content überflutet. Das kann schon mal dazu verführen, einfach schnell den Retweet-Knopf zu drücken, wenn einem eine gut geschriebene Überschrift gefällt.

Doch ob es Ihnen nun passt oder nicht: Retweets und weitergeleitete Inhalte spiegeln immer auch Ihre eigene Online-Präsenz wieder. Wenn Sie sich hier ertappt fühlen, sind Sie sicher nicht der Einzige. Aber: wie die Adweek hier aufzeigt, besteht kaum ein Zusammenhang zwischen Retweet-Zahlen und tatsächlichen Klicks. Das Beispiel bewies, dass 16 Prozent der Tweets tatsächlich weniger Klicks als Retweets erhielten, was bedeutet, dass sie bereits vor dem Lesen weitergeleitet wurden.

Achten Sie stets darauf, was Sie da weiterleiten. Bei der steigenden Anzahl an legitim-aussehender Fake- oder Spaß-Accounts und der zunehmenden Häufigkeit von irreführenden Überschriften, lohnt es sich, genauer hinzusehen, bevor Sie etwas blindlinks teilen. Es ist immer möglich, dass der betreffende Post genau das Gegenteil von seinem Titel (oder Schlimmeres) enthält. Unternehmen sind gut beraten, wenn sie alle Ihre Mitarbeiter darauf aufmerksam machen.

Geständnis #10: Ich habe ein uraltes Instagram-Bild geliked.

Das kann ganz aus Versehen passieren: Sie scrollen durch die Instagram-Bilder eines Wildfremden (oder von jemandem, der Sie heimlich interessiert) und schon sind Sie bei Inhalten gelandet, die vor etlicher Zeit veröffentlicht wurden. Wie peinlich, wenn Ihr „Insta-Stalking” mit einem versehentlichen „Gefällt mir”-Klick auf ein 42 Wochen altes Foto endet. Viele von uns kennen das aus eigener unangenehmer Erfahrung.

Stellen Sie sich nur vor, Sie sind als Job-Kandidat im Gespräch und haben ein Produktfoto Ihres potenziellen Arbeitgebers „geherzt”, das dieser gar nicht mehr vertreibt.

Es ist verlockend, das gerade gegebene Herzchen sofort wieder zu entfernen, aber Sie können nicht wissen, ob der Betreffende Ihr „Gefällt mir” gesehen hat – und noch schlimmer– feststellt, dass Sie Ihren Like wieder entfernt haben.

An dieser Stelle können Sie wenig tun, als sich zusammenzunehmen und die eigene neugierige Natur zu akzeptieren. Zukünftig schützen Sie Ihre Detektivarbeit einfach mit der passend betitelten App Instasnoop. Diese Anwendung lässt Sie „stundenlang herumschnüffeln, ohne dass Sie Angst haben müssen, dass Ihnen rein zufällig das Smartphone aufs Gesicht fällt und Ihre Nase beim Aufschlag ungewollt ein Bild liked.“ Freie Bahn für ungenierte Freizeitspione!

Sie wollen weiterführende Informationen zum Thema Instagram? Schauen Sie sich unser kostenloses Webinar zum Thema „So setzten Sie Instagram für Ihr Business ein“ an.