Warum Ihre Arbeitskollegen Ihre Blogbeiträge immer noch nicht teilen

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December 28, 2015

Eine Stunde Recherche, vier anstrengende Stunden Textarbeit, zwei Stunden Überarbeitung und dann noch einmal zwei Stunden für die Suche nach dem passenden Foto (offen gesagt: der schlimmste Aspekt des Bloggens) – dann präsentieren Sie der Welt endlich Ihr neuestes Werk. Einen Tag später wurde es erst sechs Mal geteilt, am übernächsten Tag ganze neun Mal. Dabei sitzen Sie den ganzen Arbeitstag lang in einem Großraumbüro und sind von Dutzenden Kollegen umgeben. Was ist denn da los, verdammt? Wenn Arbeitskollegen Ihre Blogbeiträge nicht teilen, verpassen Sie eine wichtige Marketingchance – eine Chance, die den Unterschied zwischen einem Flop und neuen potenziellen Kunden, zwischen 10 und 10.000 Seitenaufrufen bedeuten kann.

Wie schaffen Sie es also, die Kollegen zu motivieren?

Als erstes sollten Sie herausfinden, warum sie Ihre Social Media-Inhalte bisher nicht geteilt haben. Ein paar der häufigsten Grunde sind in diesem Artikel angeführt – und dazu die Methoden zur Lösung dieser Probleme.

Die Kollegen sind nicht in sozialen Netzwerken aktiv.

Dieses Problem tritt zwar immer seltener auf, aber sein Effekt ist ganz logisch: Wenn Arbeitskollegen selbst keine Social Media-Profile haben, können sie naturgemäß auch Ihre Blogbeiträge nicht teilen. Die meisten Menschen sind zwar heute privat in sozialen Netzwerken vertreten, und immer mehr Leute haben auch erkannt, wie wichtig Social Media beruflich und für ihr Unternehmen sind – doch in jeder Firma gibt es Verweigerer. Dabei handelt es sich um Kollegen, die in ihren Gewohnheiten festgefahren sind oder sich nicht die Mühe machen wollen, den Umgang mit diesen wichtigen Werkzeugen zu erlernen.

Ein solches Problem geht natürlich weit über einen einzelnen Blog-Post hinaus. Schließlich will jedes Unternehmen, dass seine Mitarbeiter in den sozialen Medien vertreten sind. Und das aus einer Vielzahl von Gründen: Leadgenerierung, Wettbewerbsforschung, Aufbau eines stärkeren Branchennetzwerks oder einfach nur, dass die Kollegen bei Branchenneuigkeiten auf dem Laufenden bleiben und für ihre Klienten leichter erreichbar sind. Wenn Ihre Kollegen also Social Media-Verweigerer sind, dann machen Sie es zu Ihrer ganz persönlichen Aufgabe, dies zu ändern. Warten Sie nicht ab, bis die Mitarbeiter von selbst aktiv werden; es ist ja auch möglich, dass es den Leuten peinlich ist, andere um Hilfe zu ersuchen, oder dass sie das Gefühl haben, es sei zu spät, jetzt noch in die sozialen Medien einzusteigen. Tun Sie also den ersten Schritt, indem Sie allen Mitarbeitern ein offizielles Social Media-Ausbildungsprogramm (wie es beispielsweise Hootsuite anbietet) zur Verfügung stellen. Dadurch sollten die Kollegen den Wert sozialer Netzwerke verstehen und den Umgang mit ihnen beherrschen lernen.

Der positive Aspekt dabei: Wenn Sie es schaffen, aus Verweigerern aktive Social Media-Nutzer zu machen, dann werden sich die Betreffenden wahrscheinlich auch leicht davon überzeugen lassen, Ihren Content zu teilen. Bei solchen Neulingen gibt es ja keine vorgefertigten Gewohnheiten oder Meinungen zum Teilen von Unternehmensinhalten – daher werden sie Ihrer Aufforderung recht problemlos folgen. Und indem Sie Ihre Kollegen ersuchen, Ihre Beiträge zu teilen, geben Sie ihnen noch dazu eine sehr klare und einfache Social Media-Aufgabe, die es ihnen erleichtert, sich mit den betreffenden sozialen Netzwerken besser vertraut zu machen.

Sie wissen gar nichts über Ihren Blog-Beitrag.

„Du, Gabi, könntest du meinen Blog-Beitrag bitte mit deinen Twitter-Followern teilen?“

„Welchen Blogbeitrag?

The Office Facepalm

Sollten Sie von der Voraussetzung ausgehen, dass alle Ihre Kollegen täglich Ihren Unternehmens-Blog studieren oder auch nur alle ihre E-Mails lesen, dann irren Sie sich gewaltig. Es kann gut sein, dass sie Ihren Blogbeitrag deshalb nicht teilen, weil sie keine Ahnung haben, dass er überhaupt existiert.

Doch das können Sie erfreulicherweise recht einfach ändern.

Achten Sie darauf, dass Ihre Kollegen stets über neuen Content auf dem Laufenden sind. Das heißt nicht, dass Sie jedes Mal, wenn Sie etwas veröffentlicht haben, gleich eine E-Mail an alle Mitarbeiter des Unternehmens schicken müssen. Sie könnten ja auch jeden Montag eine Mail versenden, in der Sie die Kollegen über Ihren Content-Kalender für die ganze Woche informieren. Oder auch eine Gruppe auf Facebook oder Slack gründen, zu der Sie die gesamte Belegschaft einladen und in der Sie Ihre neuen Inhalte posten. Wollen Sie genauer vorgehen, dann können Sie einzelne Kollegen auch direkt kontaktieren, wenn Sie glauben, dass sich diese Leute für einen neuen Beitrag besonders interessieren werden. Vielleicht erstellen Sie auch Beiträge, die für Ihre Vertriebs- oder Kundendienstmitarbeiter hilfreich sind, und teilen diese Beiträge dann gezielt mit den jeweiligen Abteilungsleitern.

Sie sollten es zumindest schaffen, Ihre Kollegen dazu zu motivieren, dem Unternehmen in den sozialen Medien zu folgen. Auf diese Art sehen sie den neuesten Content, den Sie geteilt haben, in ihren eigenen Feeds. Für die Mitarbeiter ist es viel einfacher, diese Inhalte zu teilen oder als Retweet auszusenden, als selbst neuen Content zu erstellen.

Sie haben keine Zeit zum Lesen oder Teilen.

Vergessen Sie „Pivots“ und „Synergien“ – die Phrase, die man heute in Unternehmen am häufigsten zu hören bekommt, ist „Dafür habe ich keine Zeit!“ Und wahrscheinlich stimmt das auch. Im digitalen Zeitalter haben Mitarbeiter mehr Betätigungsfelder als je zuvor. Das erklärt auch, warum sie der Idee, Blog-Beiträge zu lesen oder sie zu teilen, eher widerwillig gegenüberstehen.

Die beste Lösung in diesem Fall: machen Sie es den Kollegen möglichst einfach, Ihren Beitrag zu teilen. Wie schon erwähnt: Wenn Sie die Mitarbeiter auf einen bereits bestehenden Facebook- oder Twitter-Beitrag hinweisen, den diese mit ein oder zwei Klicks teilen können, zieht das „Ich habe keine Zeit“-Argument nicht mehr. Sie sollten Ihren Kollegen also zumindest Social Media-Nachrichten (mit Links und Bildern) über den Content zukommen lassen, den Sie geteilt haben wollen. Je mehr Nachdenken und Mühe Sie ihnen ersparen, desto größer ist die Chance, dass sie Ihre Inhalte wirklich teilen werden.

Manche Kollegen sind nicht nur zu beschäftigt, Ihren Content zu teilen, sondern wollen auch nichts weiterschicken, das sie zuvor nicht gelesen haben. Das ist ein durchaus gesunder Ansatz, weil Sie Ihre Follower grundsätzlich nicht mit Inhalten belästigen sollten, die Sie nicht vorher auf Qualität und Relevanz überprüft haben. Schon aus diesem Grund sollten Sie immer darauf achten, ausschließlich qualitativ hochwertigen Content zu veröffentlichen; das sagt schon der gesunde Menschenverstand. Um jene Kollegen zu beruhigen, die nicht gern ungelesene Inhalte teilen, empfiehlt es sich, den jeweiligen Inhalt und dessen Nutzen in ein oder zwei Sätzen zu beschreiben. Diese Sätze schicken Sie dann gleichzeitig mit der Aufforderung zum Teilen an die Kollegen. Schon eine simple Beschreibung reicht oft aus, um Bedenken gegen ein „blindes“ Teilen zu zerstreuen. Außerdem sollten die Kollegen ohnehin wissen, warum Ihr Content nützlich und wertvoll ist.

Sie wissen nicht, welche Vorteile das Teilen bringt.

Ihr Blog-Beitrag kann auch deshalb viel innerbetriebliche Unterstützung verlieren, weil die Kollegen nicht verstehen, wie und warum es dem Unternehmen nützt, wenn sie diesen Beitrag mit anderen teilen. Dieses Manko lässt sich – ähnlich wie bei den meisten anderen hier behandelten Gründen – am ehesten durch eine Social Media-Ausbildung beheben.

Bringen Sie Ihren Mitarbeitern bei, welchen Nutzen ihre Unterstützung der unternehmenseigenen Social Media-Aktivitäten hat. Demonstrieren Sie ihnen, wie eine hohe Anzahl an Shares kurz nach der Veröffentlichung eines Inhalts dazu beitragen kann, den Content weiter zu verbreiten und damit vielleicht sogar einen Twitter-Trend auszulösen. Zeigen Sie ihnen, dass sie durch das Teilen relevanter Inhalte auf ihren eigenen Social Media-Profilen ihr Netzwerk vergrößern, neue Follower finden und damit ihre berufliche Karriere voranbringen können.

Zu diesem Zweck genügt es aber nicht, den Kollegen ein paar Bilder oder Videos vorzusetzen. Gehen Sie stattdessen mit gutem Beispiel voran. Vergewissern Sie sich, dass Ihr eigenes Team Ihre Inhalte immer teilt. Veranlassen Sie die Management-Ebene, Content auf ihren persönlichen Social Media-Profilen zu teilen. Nur 52 Prozent aller Unternehmen berichten, dass ihre Führungskräfte mit der Social Media-Strategie der Firma vertraut sind, sich dafür engagieren und ihre Aktivitäten darauf abstimmen. Wenn die Kollegen mitbekommen, dass die Geschäftsleitung Ihre Inhalte teilt, werden sie eher dazu bereit sein, das auch zu tun.

Schlussendlich sollten Sie auch dafür sorgen, dass die Mitarbeiter sehen, welche Resultate sich durch ihre Aktivität erzielen lassen. Wenn Sie Ihre Kollegen dazu aufgefordert haben, Ihren Blog-Beitrag zu teilen oder Ihre aktuelle Marketingkampagne durch Verbreitung zu unterstützen, dann lassen Sie sie später – wenn Sie die relevanten Zahlen haben – auch wissen, was sie damit bewirkt haben. Zeigen Sie ihnen, wie viele Leute Tweets über Ihren Beitrag verschickt oder einen Link dazu auf Facebook veröffentlicht haben. Informieren Sie sie darüber, wie viele Seitenzugriffe durch ihre Unterstützung möglich waren und wie viele Kundenkontakte dadurch generiert wurden. Stellen Sie eine direkte Verbindung zwischen den von Ihnen geteilten Inhalten und dem Geld auf dem Firmenkonto her. Wenn Sie sich in Ihrer Argumentation auf die geschäftlichen Vorteile konzentrieren, werden die Kollegen schnell erkennen, welchen Wert das Teilen von Content hat, und so auch offener dafür sein, Ihre Social Media-Aktivitäten zu unterstützen.

Es gibt keinen Anreiz für sie, etwas zu teilen.

Die Mitarbeiter wollen aber nicht nur wissen, wie das Unternehmen vom Teilen von Inhalten profitiert, sondern auch, welchen persönlichen Nutzen sie daraus ziehen können. Das mag egoistisch klingen – doch wenn jemand an einem termingebundenen Projekt arbeitet, ist es durchaus verständlich, dass er sich eher darauf konzentriert, als irgendeinen Inhalt zu teilen, nur um Ihnen einen Gefallen zu tun. Es muss also einen sekundären Anreiz geben.

Das hat nichts mit Bestechung zu tun, sondern gibt den Leuten einfach nur einen weiteren Grund, sich für ein Teilen Ihrer Inhalte zu entscheiden. Folgende Anreize sind hier durchaus überlegenswert:

  • Folgen Sie den Kollegen von den Social Media-Konten Ihres Unternehmens und seiner Führungskräfte aus, um ihre privaten Netzwerke zu stärken.
  • Nutzen Sie Ihren Unternehmens-Account dazu, die kreativsten Beiträge und Tweets Ihrer Kollegen zu retweeten oder zu teilen.
  • Veranstalten Sie einen Wettbewerb, bei dem jeder Mitarbeiter, der einen bestimmten Marketing-Inhalt teilt, einen Preis gewinnen kann.
  • Lassen Sie einen Mitarbeiter, der Ihre Blog-Beiträge durchgängig teilt, für einen Tag die Social Media-Strategie des Unternehmens übernehmen.
  • Verschaffen Sie sich die Übersicht darüber, welche Kollegen im Unternehmen konsequent Beiträge teilen, und informieren Sie Ihr Management darüber, wer auf diese Art die Marketingmaßnahmen unterstützt.
  • Würdigen Sie in Ihren Meetings die Leistung von Mitarbeitern, die häufig Content teilen.

Durch solche Anreize geben Sie Ihren Kollegen einen ersten Grund, an Ihren Social Media-Aktivitäten teilzunehmen. Diese Einstiegserfahrung wird ihnen vielleicht zeigen, wie einfach das Teilen funktioniert und welche positiven Auswirkungen es hat – und dadurch erhöht sich die Chance, dass sie weitermachen. Schließlich möchten Sie, dass die Mitarbeiter Ihren Content aus eigenem Willen teilen; mit den genannten Anreizen lässt sich dieses Ziel erreichen.

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