8 Social Media-Typen und wie Ihr Unternehmen von jedem profitieren kann

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Eines unserer Lieblingszitate – Ursprung unbekannt – lautet: „Du hast etwas erst richtig verstanden, wenn du es deiner Oma erklären kannst.“ Aber wie viele von uns haben schon versucht, Social Media Leuten zu erklären, die keine Nutzer sind – etwa älteren Verwandten, oder sogar den Kollegen auf der Vorstandsebene – und sind daran gescheitert? Diese Herausforderung wird oft unterschätzt, auch, weil sich die Definition von Social Media in einem ständigen Fluss befindet.

Heutzutage arbeitet kein soziales Netzwerk mehr isoliert: Die wichtigsten Netzwerke bieten ihren Nutzern mit wachsenden und ständig angepassten Funktionen immer mehr Service. Zu den jüngsten Beispielen dieser Strategie zählen sowohl Facebooks Ankündigung von „Place Tips“ wie auch Pinterests Erwerb neuer Werbetechnologien. Um Ihnen dabei zu helfen, die diversen Arten von Social Media zu unterscheiden, haben wir die grundlegenden Möglichkeiten unterschiedlicher Online-Services beleuchtet und mit konkreten Beispielen der wichtigsten Player unterfüttert.

8 Social Media-Typen und wie Ihr Unternehmen von jedem profitieren kann

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Social Media, Persönliche Netzwerke, Interessens-Netzwerke, E-Commerce, Media-Sharing-Netzwerke, Diskussionsforen, Bookmark-Seiten, Social Publishing, Online-Bewertungen

Beziehungsnetzwerke

Man kann nicht über die verschiedenen Arten von Social Media reden, ohne zuerst Hauptakteure wie Facebook zu erwähnen. Auch wenn persönliche Beziehungsnetzwerke nicht die älteste Form von Social Media darstellen – sie geben heute den Ton an. Diese Kanäle gehörten zu den ersten, die öffentliche Mini-Websites – später bekannt als „Profile“ – mit umfangreichen Informationen über den Nutzer anboten; in der Regel erforderte dies eine Anmeldung mit dem Klarnamen.

Diese Beziehungsnetzwerke ermöglichten unsere gesamte Kommunikation an einem Ort: über unsere Pinnwände, Timelines oder privaten Nachrichten; und plötzlich konnte man Neuigkeiten mit nur einem Klick mit dem gesamten Netzwerk teilen. Die Variationen dieser Plattformen reichen von professionellen Beziehungsnetzwerken, die bei der Jobsuche nützlich sind und Nutzer mit anderen Fachkräften aus demselben Arbeitsfeld verbinden, bis zu romantischen Netzwerken, die dabei helfen, Singles in der Umgebung zu finden.

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Außerdem bieten Beziehungsnetzwerke eine einzigartige Chance für Unternehmen, sich auf persönlicher Ebene mit ihren Nutzern zu verbinden. Heutzutage ist es für die meisten Marken klar, dass sie eine Facebook-Seite oder einen Twitter-Account brauchen, um mit ihrer Zielgruppe online in Verbindung zu stehen und auftauchende Kundenanfragen umgehend beantworten zu können.

Media Sharing-Plattformen

Diese Art von Social Media-Netzwerk wird dadurch definiert, welche Medienformen darauf geteilt werden. Klar: Facebook und Twitter haben enorme Kapazitäten für das Teilen von Bildern und Videos, aber das Gros der Posts auf diesen Kanälen beinhaltet Text. Kanäle wie Flickr oder Instagram hingegen konzentrieren sich so gut wie ausschließlich auf Bilder. Die Nutzer müssen zuerst ihre Bilder auswählen, hochladen und editieren, bevor sie etwas anderes tun können, zum Beispiel eine Bildunterschrift schreiben oder von anderen Nutzern erwähnt werden. Ähnlich sieht es mit Plattformen wie YouTube und Vimeo aus; oder auch mit Apps wie Vine und Snapchat, wo hauptsächlich über Videos kommuniziert wird.

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Wenn Sie überlegen, ob sich Ihr Unternehmen auf einer Media Sharing-Plattform engagieren sollte, denken Sie zuallererst über Ihre verfügbaren Ressourcen nach. Was die meisten erfolgreichen Marken auf Plattformen wie YouTube oder Instagram gemeinsam haben, sind gründlich geplante Missionen und wohlüberlegt gestaltete Media-Assets, die für gewöhnlich einem bestimmten Thema folgen.

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Online-Bewertungen

Ortsspezifische Bewertungsplattformen wie Jameda, TripAdvisor oder Yelp sind verstärkt gefragt, da persönliche soziale Netzwerke den geografischen Standort integrieren und immer mehr Menschen im Internet nach Empfehlungen suchen. Es gibt Seiten mit Bewertungen zu allen möglichen Themen: Ärzte, Hotels, Restaurants –  ja sogar Ihr letzter Arbeitgeber könnte eine Online-Bewertung haben – zum Beispiel auf kununu. Und Nutzer-Bewertungen haben mehr Gewicht denn je. Plattformen wie Airbnb und Uber – die größten Service-Anbieter der boomenden Sharing Economy – hängen großteils von den Bewertungen der Gastgeber bzw. Fahrer ab, die darüber entscheiden, wer von ihrem Service profitiert und wer nicht.

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Für Ihre Marke ist es unverzichtbar, dass Sie diese Reviews zu nutzen wissen – egal, ob sie nun positiv oder negativ ausfallen. Nur so können Sie die Beziehung zu Ihren Kunden aufrechterhalten. Das Internet ist eine riesige gemeinsame Informationsquelle und immer mehr Konsumenten entscheiden auf Basis von öffentlichen Online-Meinungen, ob sie dieser oder jener Marke vertrauen. Um daraus kosteneffizient Nutzen zu ziehen, sollten Sie ein Kundenerfolgs-Teammitglied ernennen, das sich um die Bewertungen auf den für Ihr Unternehmen relevanten Websites kümmert. Betrauen Sie diesen Mitarbeiter damit, jegliche Fragen und Anliegen Ihrer Klienten mit durchschnittlicher oder unzufriedener Erfahrung zu beantworten, und prüfen Sie, ob es nicht doch möglich ist, einen potenziellen Kritiker zum Sympathisanten zu machen. Für zusätzliche Informationen zu diesem Thema lesen Sie unseren Social Media-Knigge.

Diskussionsforen

Diskussionsforen gehören zu den ältesten Formen von Social Media. Bevor wir uns mit unseren ersten Uni-Freunden auf Facebook in Verbindung setzen konnten, haben wir Popkultur und aktuelle Themen in verschiedenen Foren diskutiert und dort auch nach Hilfe gesucht. Möglicherweise ist es diese unstillbare Sehnsucht, Teil am kollektiven Wissens zu haben, die dazu führt, dass es so viele Nutzer und so ein breites Informationsspektrum in Foren wie reddit gibt. „Die Hauptseite des Internets“, und auch andere Foren wie Quora und Digg, erfordern nur selten die Registrierung mit dem richtigen Namen, wodurch die Möglichkeit auf absolute Anonymität gegeben ist – falls erwünscht.

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Obwohl Anonymität für so manchen Nutzer attraktiv ist, würden wir Marken von dieser Option abraten, weil eine anonyme Firmenpräsenz dem Sinn und Zweck von Foren widerspricht. Der beste Weg, Ihr Unternehmen in Foren zu bewerben, ist es Inhalte zu teilen, die für eine Diskussion relevant sind – und an so vielen Diskussionen wie möglich teilzunehmen. Seien Sie vorsichtig und vermeiden Sie plumpe Eigenwerbung. Wenn möglich, sollten Sie das Bewerben Ihrer Marke Ihren Markenbotschaftern überlassen. Sowohl Moderatoren wie Nutzer von Netzwerken wie reddit sind sehr sensibel wenn Anzeigen als neutrale Posts verkleidet daherkommen – und das kann der Wahrnehmung Ihres Unternehmens ernsthaften Schaden zufügen. Die bessere Strategie: beteiligen Sie sich an laufenden Diskussionen und bieten Sie Ihre Fachkenntnis an, zum Beispiel indem Sie dort einen Link zu einem passenden Artikel auf Ihrem offiziellen Blog oder zu einem How-to-Video-Tutorial posten. Oder Sie machen es wie General Electric und teilen starke Hinter-den-Kulissen-Eindrücke, wie dieses beeindruckende Video demonstriert.

Social Publishing-Plattformen

Social Publishing-Plattformen bestehen aus Blogs und Micro-Blogs, auf denen sowohl längere als auch kürzere Inhalte mit anderen Nutzern geteilt werden können. Zu diesen Plattformen gehören Echtzeit-Interaktionsnetzwerke wie Twitter (das, obwohl es offiziell zu den Micro-Blog-Plattformen gehört, von den meisten Nutzern nicht als Blog wahrgenommen wird), Medium und Tumblr (die um den Titel „beste interaktive Social Publishing-Plattform“ kämpfen) sowie traditionellere Blog-Plattformen wie WordPress und Blogger.

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Während der Nutzen von Twitter für Unternehmen zu offensichtlich ist, um hier noch einmal darauf einzugehen, sollte doch erwähnt werden, dass Blog-Plattformen ein anderes Kapitel darstellen. Wenn Ihre Werbestrategie Content-Marketing beinhaltet (und wenn sie das nicht tut, sollten Sie das vielleicht in Betracht ziehen), kann Ihr Unternehmen mit einem Blog an zusätzlicher Sichtbarkeit gewinnen. Erstens hilft ein Blog dabei, die Wahrnehmung Ihres Unternehmens zu steigern und mehr ansprechende Inhalte für Ihre Social Media-Kanäle wie Facebook bereitzustellen. Zweitens können Sie mit Ihrem Block auch eine spezielle Nische besetzen und sich dort als Vordenker Ihrer Branche in Position bringen.

Bookmark-Seiten

In den frühen Tagen des Internets (die Ära von „Betreiben Sie Ihre eigene Webseite auf Geocities”) war es nicht einfach, Inhalte zu entdecken. Heute gibt es interessanten, nützlichen und aufschlussreichen Online-Content im Übermaß. Ganz alleine findet sich hier niemand mehr zurecht. Suchmaschinen wie Google sind natürlich praktisch, wenn man weiß, wonach man sucht. Aber wenn man nur eine vage Idee davon hat, was man lesen oder sehen möchte – dann kommen Bookmark-Seiten ins Spiel. Bookmark-Seiten sind Web-Dienste wie StumbleUpon, Pinterest und Flipboard, auf denen Nutzer Inhalte aus allen Ecken des Internets sammeln und auf ihrem Profil speichern. Dieser Content kann privat oder auch öffentlich sein und mit anderen Nutzern geteilt werden. Die Bookmark-Seiten „kennen” Ihre Vorlieben und werden Ihnen deshalb ständig neue Inhalte vorschlagen, die zu den von Ihnen auf dem Netzwerk gespeicherten Bildern oder Links passen.

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Vorweg gesagt: Unternehmen können davon profitieren, wenn sie ihre Websites für Bookmark-Seiten attraktiv gestalten. Dies bedingt, dass Sie die Überschriften und Bilder auf Ihrem Blog oder Ihrer Website für RSS-Feeds optimieren und leichter für Ihr Zielpublikum verfügbar und lesbar machen. Ihre Marke profitiert ebenfalls, wenn Sie sicherstellen, dass sich Ihre Artikel oder Videos über die Browser-Erweiterung von Pinterest pinnen lassen. Zu guter Letzt sollten Sie die Bilder auf Ihrer Website oder Ihrem Blog mit Bedacht auswählen: sie sind die Schaufenster für Pins – und Sie wollen schließlich, dass Ihr Content einen guten Eindruck macht.

Zudem eignen sich Bookmark-Sites hervorragend für das Kuratieren von Inhalten. Sie können Ihre eigene Pinterest-Wand oder Ihr Flipboard-Magazin mit passenden Inhalten von Dritten anreichern und natürlich auch eigene Inhalte aus Ihren Blogs präsentieren. Mit Hootsuite können Sie Inhalte für Ihre RSS-Feeds oder Bookmark-Seiten wie Pinterest oder Flipboard direkt in Ihr Dashboard hinzufügen! Tauchen Sie ein in unsere Quellen, wenn Sie noch nicht sicher sind, wo Sie mit Ihrer Strategie für Pinterest oder Flipboard anfangen sollen.

Interessenbasierte Netzwerke

Über die sozialen Medien lassen sich Menschen mit ähnlichen Interessen finden – egal, in welcher noch so kleinen Nische das eigene Hobby auch angesiedelt ist. Zusätzlich zu Gruppen auf Facebook und LinkedIn sowie Communitys auf Google+ gibt es noch Spezial-Netzwerke, die sich bestimmten Interessen widmen, zum Beispiel Last.fm für Musiker und Musikliebhaber oder Goodreads für Autoren und passionierte Leser.

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Strapazieren Sie begrenzte Ressourcen lieber nicht mit einem Account auf einem dieser Interessen-Netzwerke. Ein vernachlässigter Social Media-Account schadet Ihrem Unternehmen eher als das er nützlich wäre. Wenn Ihre Kunden und Ihr Zielpublikum auf Social Media allerdings gemeinsame Interessen teilen und Sie das aufgrund Ihrer Unternehmensnatur wissen, liegt der Fall anders. Bei Verlagshäusern ist das zum Beispiel ganz klar: Deren Kunden lieben Bücher. Ein Netzwerk, das auf Hobbys oder Interessen basiert, ist ein guter Platz, um am Ball zu bleiben, wenn es um aktuelle Trends unter Fans und Kennern einer Branche bzw. deren Produkten geht.

E-Commerce

Last but not least noch ein Mega-Trend, der sich über sämtliche Social Media-Formate ausbreitet: die Möglichkeit mit einem Klick erwünschte Produkte anzusehen und zu erwerben. Websites wie Polyvore versammeln Artikel verschiedener Einzelhändler an einem einzigen Online-Marktplatz; Dienstleister wie Etsy machen es Klein- und Einzelunternehmern möglich, ihre Produkte ohne konventionelles Ladengeschäft zu verkaufen. Im letzten Jahr haben etliche, ursprünglich nicht für den Vertrieb ausgelegte Netzwerke E-Commerce-Elemente integriert, darunter Pinterest, Twitter und Facebook.

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Zahlreiche Konsumenten, besonders die Generation der „Millennials“, recherchieren und kaufen online. Große Marken sollten einen eigenen Online-Shop einrichten – oder zumindest einen stets aktuellen Online-Katalog vorhalten. Für die Generation Y ist das essentiell. E-Commerce-Websites und Websites mit E-Commerce-Möglichkeiten wie etwa Pinterest bieten sich als gute Lösung für Unternehmen an, die noch keinen eigenen Online-Shop auf ihrer Website betreiben. Auch wenn Ihr Unternehmen keine Geschäftsbeziehung zu einem der Hauptakteure wie Amazon unterhält, können Sie womöglich schon bald Kauf-Buttons auf Social Media-Netzwerken wie Twitter integrieren.  

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