LinkedIn-Algorithmus

Wie der LinkedIn-Algorithmus funktioniert (und wie Sie ihn am besten für sich nutzen können)

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April 10, 2018

LinkedIn ist weiterhin auf Expansionskurs – auch in Deutschland: Das berufliche Netzwerk verzeichnet Stand Dezember 2017 elf Millionen Mitglieder in den DACH-Ländern. Fast alle der 30 deutschen DAX-Unternehmen sind auf der Karriere-Plattform vertreten. Auch Mittelständler wie Carl Zeiss und Sixt haben eine LinkedIn-Präsenz. Mit über 546 Millionen Mitgliedern weltweit ist LinkedIn eine veritable und anerkannte Social Media-Größe. Gute Gründe, um auch Ihre LinkedIn-Aktivitäten voranzutreiben! In diesem Blog-Post verraten wir Ihnen, wie Sie den Algorithmus von LinkedIn knacken.

Wenn Sie sich bei LinkedIn einloggen oder die LinkedIn-App benutzen, landen Sie sofort auf Ihrem Homepage-Feed. Diese Seite ist sehr ähnlich aufgebaut wie der Facebook-Feed, der Aktualisierungen von Freunden oder von Seiten anzeigt, denen Sie folgen.

Allerdings zeigt der LinkedIn-Feed nicht standardmäßig alles, was in Ihrem Netzwerk gepostet wird. Das liegt daran, dass er Ihnen nur Inhalte vorsetzt, von denen er „glaubt”, sie seien für Sie relevant.

Hinweis: LinkedIn lässt sich auch so einstellen, dass Ihnen Posts aufgrund „aktueller“ Aktivitäten angezeigt werden. Diese Einstellung muss man allerdings manuell vornehmen.

LinkedIn Algorithmus

Wie können Sie nun als Social Media-Vermarkter dafür sorgen, dass Ihr Content in so vielen Feeds wie möglich angezeigt wird?

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So funktioniert der LinkedIn-Algorithmus

Der LinkedIn-Algorithmus soll Homepage-Feeds reizvoller und nutzerfreundlicher machen. Auf den englischsprachigen „LinkedIn Engineering“-Serviceseiten des sozialen Netzwerks erschienen etliche Artikel über die Aktualisierungen des Algorithmus und die kontinuierlichen Verbesserungen daran – unter anderem:

Hinweis: Es gibt auch andere LinkedIn-Algorithmen, die Aspekte wie die Suchfunktion oder Spam in Ihrer Inbox betreffen – doch von denen soll hier nicht die Rede sein. Wir konzentrieren uns ganz bewusst auf den Algorithmus, der den Homepage-Feed steuert.

Beginnen wir mit dem Spamfilter Ihres LinkedIn-Feeds. Dieser legt fest,…

  • ob Ihre Inhalte im Feed auftauchen (gelöscht wird Content nur selten)
  • wie groß das Publikum ist, das Ihre Inhalte innerhalb LinkedIn zu sehen bekommt (der wichtigste Teil)
  • ob Sie als Spam-Verbreiter aus LinkedIn entfernt werden (ebenfalls selten)

Die untenstehende Grafik zeigt, wie der Linked-Algorithmus sich auf den Feed auswirkt und wie die vier Phasen der Content-Überprüfung aussehen:

linkedin-algorithmus

Beachten Sie bitte, dass diese Phasen nicht immer direkt aufeinander folgen oder genau voneinander getrennt sind. Viele Faktoren bestimmen darüber, wie weit sich ein Post im Netzwerk verbreiten kann. Diese algorithmischen Entscheidungen passieren im Lauf der Zeit und verschieben den betreffenden Beitrag manchmal nach hinten und dann wieder nach vorne. 

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Phase 1: Der Content wird gepostet und muss durch einen ersten automatischen Filter

Bei jeder Aktualisierung, die Sie auf LinkedIn posten (also auch bei einem Foto oder anderen Visuals), ordnet ein Bot den Inhalt sofort einer von drei Kategorien zu:

  • „Spam“
  • „Geringe Qualität“
  • „Freigegeben“

Sie wollen natürlich in der Kategorie „Freigegeben“ landen. Doch auch wenn Ihr Content aus irgendeinem Grund unter „Geringe Qualität“ einsortiert wird, besteht noch Hoffnung, dass er in die nächsten Phasen vordringen kann.

Phase 2: Der Content bleibt vorläufig im Feed, um Interaktionen zu beobachten

In dieser Phase zeigen die ersten Interaktionen Ihrer Zielgruppe (Likes, Kommentare und Shares) an, dass Ihr Content gut genug ist, um in Phase 3 des Spamfilters vorzurücken.

Wenn Nutzer Ihren Beitrag aber als Spam markieren oder in ihren Feeds verbergen, weil sie ihn nicht sehen wollen, zieht der LinkedIn-Algorithmus aus diesen Aktionen weitere negative Schlüsse.

Um zu vermeiden, dass Nutzer Ihren Content im Feed verbergen, beantworten Sie sich die folgenden Fragen:

  • Ist mein Beitrag lästig oder beleidigend?
  • Poste ich zu häufig?
  • Interessieren sich die Mitglieder meines Netzwerks für diesen Beitrag?
  • Ist mein Beitrag so einmalig und aufschlussreich, dass man ihn gerne mit anderen teilen will?
  • Ist der Post für das Berufsleben anderer Menschen interessant?

Nach Beantwortung dieser Fragen sollten Sie Ihren Beitrag eventuell grundsätzlich überdenken oder modifizieren. Mehr Tipps zum Knacken des LinkedIn-Algorithmus finden Sie weiter unten.

Phase 3: Der Content durchläuft eine automatisierte „Viralitäts“-Überprüfung

Nachdem Nutzer mit Ihrem Content interagiert und so zur Qualitätsbewertung beigetragen haben, sucht der Algorithmus nach Hinweisen zur Qualität des Beitragserstellers und dessen Netzwerks, um zu entscheiden, ob der Content als Spam einzuordnen ist oder nicht.

Diese Maßnahme wird aus gutem Grund getroffen: Spammer könnten ja auch irgendeinen „Müll” posten und dafür sorgen, dass hunderte andere Spam-Konten den Beitrag binnen einer Stunde mit Likes und Kommentaren versehen – wodurch er ebenfalls in Phase 3 gelangt.

Der Algorithmus überprüft in dieser Phase nicht nur Ihre Glaubwürdigkeit, sondern legt gegebenenfalls auch fest, wie relevant und nützlich der betreffende Beitrag für das Netzwerk ist – also die Kontakte und Follower, die den Post in ihren Feeds sehen.

Hier entscheidet der Algorithmus auch, ob er Ihren Content „zurückstufen“ soll. Der Beitrag landet dann wieder weiter hinten in der Schlange und hat noch eine Chance, Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Sieht Ihr Post zwar „verdächtig“ aus, aber der Algorithmus will noch keine endgültige Entscheidung treffen (oder schenkt Ihnen einen Vertrauensbonus), verbleibt der Beitrag im Feed, wird aber nicht allzu weit oben oder sehr häufig gezeigt. Jetzt liegt es an Ihrer Zielgruppe, den Post mit den Interaktionen zu versehen, die bei Phase 2 erwähnt wurden. Steigt das Engagement, rückt er wieder in Phase 3 vor.

PROFITIPP: Aus diesem Grund sind das Posten zum richtigen Zeitpunkt, eine optimale Überschrift und die Auswahl der besten Bilder für eine möglichst hohe Klickrate so wichtig. Weiter unten erfahren Sie mehr darüber.

Phase 4: Der Content wird von echten Redakteuren überprüft

Der LinkedIn-Algorithmus ist unter anderem deshalb so einzigartig, weil hier tatsächlich Menschen die nutzergenerierten Inhalte durchforsten, um mehr darüber zu erfahren, was einen Post beachtenswert macht (oder eben nicht).

In dieser Phase entscheiden also menschliche Wesen darüber, ob Ihr Beitrag wertvoll genug ist, um weiterhin im LinkedIn-Feed angezeigt zu werden. Erhält er weiterhin Interaktionen, geht der Kreislauf weiter, und der Post wird immer wieder angezeigt.

Es wird viel darüber spekuliert, dass besonders gute Inhalte in dieser Phase von LinkedIn weiter nach oben befördert werden, damit sie mehr Leser erreichen. Möglich ist sogar die Präsentation auf einem LinkedIn-Kanal (auch dazu später mehr).

Sehen Sie sich das Beispiel unten an. Der Post war zum Zeitpunkt des Screenshots zwei Wochen alt, hatte aber viele Likes und Kommentare (und damit Engagement-Signale für LinkedIn) erhalten. Auch jemand aus meinem eigenen Netzwerk hatte ihm ein Like verpasst, und er war für Inhalte (wie etwa Marketing) in meinem persönlichen Profil relevant. Im Screenshot kann man das zwar nicht sehen, doch der Beitrag wurde höher als ein anderer gestuft, der seit nicht einmal einem Tag online war!

Das führte dazu, dass er immer wieder in meinem Newsfeed auftauchte – und so die Fähigkeit des LinkedIn-Algorithmus veranschaulichte, attraktive Posts für längere Zeit in Umlauf zu halten.

Hinweis: Pulse ist jetzt in Ihren Homepage-Feed integriert. Doch Pulse-Artikel aus dem LinkedIn-Publishing-Tool, die Ihrer Zielgruppe gezeigt werden, funktionieren etwas anders, als wenn sie in den Pulse-Themenkanälen erscheinen.

Tipps, wie Sie den LinkedIn-Algorithmus “überlisten”

Kommen wir nun zum angenehmen Teil: Wir verraten Ihnen, wie Sie den Algorithmus zu Ihrem Vorteil nutzen – das heißt, Ihre Posts bei so vielen Nutzern wie möglich sichtbar machen.

1. Durchschauen Sie, welche Art Content LinkedIn bevorzugt

Quellen aus dem Unternehmen machen sehr deutlich, worauf sich LinkedIn auf seiner Plattform konzentriert: die Berufswelt.

Statt animierter GIFs, DSDS-Videos und „SMS von meiner Mami“-Screenshots will der LinkedIn-Algorithmus den Nutzern News, Stellenangebote und aktuelle wie populäre Inhalte anbieten, die mit Ihrer Karriere (oder der von anderen Nutzern, mit denen Sie verbunden sind) zu tun haben. Diese Inhalte können aus Fotos, Videos, LinkedIn-Artikel-Posts, Links zu externen Webpages oder Text bestehen.

Sie sollten nur Inhalte posten, die …

  • für die berufliche Laufbahn von Nutzern (ob Unternehmenseigner oder Mitarbeiter) wertvoll sind
  • Tipps zu Karriere- oder Geschäftswachstum bieten
  • jemanden im Berufsleben inspirieren
  • für Ihre Branche relevant sind
  • aus einer verlässlichen Quelle stammen

Denken Sie auch daran, dass ein Teil des LinkedIn-Algorithmus entwickelt wurde, um zu ermitteln, wie relevant ein Beitrag für die Zielgruppe ist, mit der er geteilt wird.

LinkedIn bestimmt diese Relevanz, indem es sich die Profile der Nutzer ansieht – und in denen geht es praktisch nur um Karrieren und Unternehmen.

Im Folgenden sehen Sie einige der Posts, die LinkedIn als interessant für mich einstufte und daher in meinem Homepage-Feed platzierte.

Ein inspirierendes Zitat für Führungskräfte (22 Likes in 15 Stunden):

LinkedIn-Algorithmus

 

Ein Artikel von der BBC (einer glaubwürdigen Quelle), der in einer Branche, in der ich tätig bin, als Trendthema eingestuft wurde (1.078 Likes und 18 Kommentare):

Ein LinkedIn-Blog-Post, der von einem meiner Kontakte verfasst wurde. Er erzielte zwar nur ein Like in sieben Stunden – aber schauen Sie sich den Einsatz von Hashtags an. Erraten Sie, in welcher Algorithmus-Phase dieser Beitrag war, als der Screenshot gemacht wurde? Kleiner Hinweis: wahrscheinlich Phase 1 oder 2!

LinkedIn-Algorithmus

Ein Artikel von einem LinkedIn-Influencer, den jemand in meinem Netzwerk kommentiert hatte und der binnen sieben Tagen 60.715 Likes und 1.846 Kommentare erzielte. (LinkedIn-Influencer kommen im Algorithmus schneller durch Phase 4. Aber auch andere Posts, die es so weit bringen, wurden garantiert bereits von einem menschlichen Redakteur überprüft.)

Mittlerweile haben Sie sicher gemerkt, wie das mit den Content-Arten funktioniert.

2. Bauen Sie Ihre (persönliche oder geschäftliche) Zielgruppe strategisch auf

Wir wissen, dass Relevanz, Glaubwürdigkeit, Follower und Kontakte im LinkedIn-Algorithmus eine wichtige Rolle spielen. Es versteht sich also von selbst, dass Sie Ihre private oder geschäftliche Zielgruppe (oder beide) auf LinkedIn möglichst erweitern sollten.

Ob Sie nun ein persönliches Profil oder eine Unternehmensseite auf LinkedIn betreiben – achten Sie darauf, dass Sie …

  • Ihr persönliches Profil und Ihre Unternehmensseite so vollständig wie möglich ausfüllen und stets auf dem neuesten Stand halten
  • Kontakte hinzufügen (Personen, die Sie kennen oder von denen Sie gerne Updates erhalten würden)
  • Mitarbeiter dazu motivieren, auf LinkedIn die Mitarbeit in Ihrem Unternehmen anzugeben
  • anderen folgen und selbst Follower anziehen (Follower sind auf LinkedIn etwas anderes als Kontakte)
  • an LinkedIn-Gruppen teilnehmen oder selbst welche einrichten
  • Empfehlungen abgeben und erhalten
  • Ihr Profil öffentlich sichtbar machen, damit mehr Nutzer Sie finden, hinzufügen und Ihre Beiträge sehen können – vor allem Publisher- und Pulse-Beiträge, wie unten näher erläutert wird)
  • an Konversationen teilnehmen und generell im Netzwerk aktiv sind
  • Ihre LinkedIn-Profile und Unternehmensseiten auf Ihrer Website und an anderen geeigneten Orten (Mitarbeiter-Bios, Visitenkarten, Prospekten, Email-Newsletter, Email-Signaturen usw.) bewerben. Das Einrichten personalisierter URLs ist dafür sehr nützlich.

Ein paar unserer Artikel werden Sie bei den oben angegebenen Punkten unterstützen:

3. Werden Sie ein Influencer

Im offiziellen Blog von LinkedIn hieß es 2016 klar und deutlich, dass Feeds ganz bewusst Influencer-Content enthalten würden.

Ein Influencer ist ein glaubwürdiger Nutzer (meist eine Führungskraft), der von LinkedIn-Redakteuren genehmigte Inhalte veröffentlicht – und damit automatisch durch den „Kein Spam“-Test kommt.

Inhalte von LinkedIn-Influencern werden im Feed mit einem speziellen Icon neben dem Namen des Beitragserstellers angezeigt, das dem „Verifiziert“-Symbol auf Plattformen wie Twitter entspricht.

LinkedIn-Algorithmus

Wie wird man also zum LinkedIn-Influencer?

Früher konnte man sich um diesen Titel bewerben, aber mittlerweile sind Influencer ein exklusiver Klub, dem Sie nur auf Einladung beitreten können.

Geben Sie die Hoffnung trotzdem nicht auf!

LinkedIn hat ein paar Ratschläge parat, wie Sie ins Feld seiner Star-Autoren vorrücken können. Halten Sie sich daran (und natürlich an die Tipps in diesem Artikel), dann werden auch Sie überzeugende Inhalte produzieren, die den LinkedIn-Redakteuren positiv auffallen.

4. Optimieren Sie Ihren Content, damit er möglichst viele Interaktionen erhält

Jeder Inhalt, den Sie auf LinkedIn veröffentlichen, sollte im Hinblick auf Qualität und Engagement optimiert sein. LinkedIn selbst schlägt konkret umsetzbare Methoden zur Erstellung qualitativ hochwertiger Inhalte für sein Netzwerk vor:

  • Bauen Sie Wortspiele oder Witze in den Content ein, damit Berufstätige etwas zu lachen haben – am besten über ihre eigene Branche.
  • Liefern Sie nützliche, karrierebezogene Tipps.
  • Zeigen Sie beeindruckende Branchen- oder Unternehmensstatistiken.
  • Halten Sie sich kurz – und fügen Sie einen Link, ein Bild oder ein Video ein.
  • Wecken Sie Emotionen.

5. Veröffentlichen Sie zur richtigen Zeit im LinkedIn-Feed

Es ist ausgesprochen wichtig, dass Sie den richtigen Zeitpunkt für Ihre Veröffentlichungen im LinkedIn-Feed erwischen.

Posten Sie Ihre Inhalte um zwei Uhr früh, wenn die meisten Mitglieder Ihres Netzwerks (zumindest in Ihrer Zeitzone) tief schlafen, kann Ihr Beitrag noch so gut sein – es dauert Stunden, bevor er Likes und Kommentare erhält.

Aber wann ist die richtige Zeit? Eine gängige These besagt: „während der Arbeitszeit“. LinkedIn ist schließlich geschäftliches Netzwerk und die meisten Menschen arbeiten von 9 bis 17 Uhr.

Andere meinen, dass eher dann veröffentlicht werden sollte, wenn Workaholics gerade Pause machen und bei LinkedIn vorbeischauen.

Laut „LinkedIn Sales and Marketing Solutions EMEA“-Blog ist 20 Uhr die beste Zeit zum Posten – aber jeder muss seinen eigenen „20-Uhr-Moment“ finden. Dabei handelt es sich um den Augenblick, in dem wahrscheinlich die meisten Entscheidungen getroffen werden, auch zu Hause.

Ein anderer LinkedIn-Artikel rät die optimale Veröffentlichungszeit anhand von Tests zu ermitteln. Schließlich beeinflussen Standort, Zeitzonen und der Tagesablauf der Menschen, wann sie auf LinkedIn sind – und diese Faktoren unterscheiden sich je nach Zielgruppe.

Fest steht: 50 Prozent aller LinkedIn-Nutzer checken ihren LinkedIn-Account über Mobilgeräte. Die Chance, Ihr Publikum auch nach der Arbeitszeit zu erreichen, ist also groß.

6. Teilen Sie die Beiträge anderer Nutzer – damit diese auch Ihre Posts teilen

Vergessen Sie nicht, dass LinkedIn in erster Linie ein soziales Netzwerk ist – benehmen Sie sich dementsprechend sozial.

Verhalten Sie sich freundlich gegenüber anderen Nutzern, indem Sie ihre Posts teilen oder ihre Videos auf Ihrer Seite einbetten. Sie werden überrascht sein, wie viele Likes Sie dafür erhalten, wie viele Nutzer sich in den Kommentaren dafür bedanken oder Ihre Beiträge teilen, um Ihnen im eigenen Netzwerk Anerkennung zu zollen. Solche Handlungen erhöhen die Reichweite Ihres Profils.

Wenn Sie danach streben, ein LinkedIn-Influencer zu werden, empfiehlt es ohnehin, sich möglichst viele Freunde in diesem Netzwerk zu machen.

7. Verwenden Sie das Publishing-Tool von LinkedIn

Posts, die mit dem Publishing-Tool des Netzwerks erstellt werden (und auf LinkedIn Pulse landen, das mittlerweile in den Homepage-Feed integriert ist), werden im Feed von LinkedIn weiter nach oben gepusht.

Das Publishing-Tool auf LinkedIn ist wie eine Blog-Plattform und gibt Nutzern die Gelegenheit, als individuelle Autoren aktiv zu werden, statt sich hinter einem Firmennamen zu verbergen. Sie oder Ihre Mitarbeiter können mit dem Tool Beiträge verfassen und diese dann in Ihrem Netzwerk (oder Ihren Netzwerken) teilen.

Im „Corporate Publishing Playbook“ von LinkedIn wird empfohlen, dass Sie in dieser Hinsicht das Fachwissen Ihrer Mitarbeiter als „Markenressource“ nutzen sollten (siehe auch Bild 6 in dieser Slideshare-Präsentation).

Der LinkedIn-Chefredakteur erläutert, dass mit dem Publishing-Tool erstellte Posts abhängig vom Veröffentlichungszeitpunkt in den Feeds Ihrer Kontakte und Follower auftauchen. Halten Sie sich also an unsere obigen Engagement-Tipps, damit Ihr Beitrag möglichst lange im Algorithmus-Kreislauf von LinkedIn unterwegs ist.

Mit dem Tool erstellte Posts sind aber auch außerhalb des Homepage-Feeds auf LinkedIn sichtbar. Angezeigt werden Sie in:

  • Ihrem Profil
  • „Highlights“-Emails an Ihre Kontakte und Follower (falls die sich für diesen Service angemeldet haben)
  • Benachrichtigungen (manchmal, wenn der Beitrag relevant ist), auch auf der Pulse-App von LinkedIn (die mittlerweile in den Feed integriert ist)
  • Kanälen

Hinweis: Kanäle sind kuratierte Kategorien, in denen mit dem Publishing-Tool erstellte Beiträge für LinkedIn Pulse zu sehen sind. Wenn Ihr Content gut ist, kann er in diesen besonders hervorgehobenen Bereichen angezeigt und damit noch häufiger gesehen werden.

8. Bewerben Sie Ihre für LinkedIn Publishing erstellten Artikel

Hier noch ein paar Tipps, die dafür zu sorgen, dass mehr Menschen Ihre LinkedIn-Artikel zu sehen bekommen – womit Sie natürlich auch im LinkedIn-Algorithmus höher eingestuft werden.

@Erwähnen Sie andere LinkedIn-Mitglieder

Wenn Sie im Publishing-Tool einen Beitrag verfassen, sollten Sie diesen aktiv teilen und die @Erwähnen-Funktion zum Markieren relevanter LinkedIn-Mitglieder nutzen. So werden andere Nutzer und deren Netzwerke benachrichtigt, wenn Ihr Content für sie interessant ist (ein offizieller Kontakt ist dazu nicht notwendig).

Sie können zum Beispiel jemanden @Erwähnen, den Sie in Ihrem Artikel zitiert oder zu dem Sie verlinkt haben. Diese Anerkennung streichelt das Ego der betreffenden Person und sie teilt den Beitrag möglicherweise mit ihrer Zielgruppe.

Sie können auch persönliche Kontakte @Erwähnen, die Ihrer Ansicht nach von Ihrem Artikel profitieren können. (Spammen Sie aber nie willkürlich ausgewählte Nutzer zu, damit Ihr Post mehr Verbreitung findet!)

Verwenden Sie Hashtags

Hashtags sorgen dafür, dass Ihr Beitrag leichter gefunden wird, wenn Nutzer im LinkedIn-Suchfeld nach dem betreffenden Thema suchen. Sind die Informationen für sie nützlich, dann teilen sie den Beitrag vielleicht in ihren Netzwerken und erhöhen so seine Sichtbarkeit.

Setzen Sie gebräuchliche SEO- und Content-Marketing-Taktiken ein

Suchmaschinen müssen sich bis zu einem gewissen Grad auf Faktoren wie Schlagwörter verlassen, um festzustellen, worum es unter einer bestimmten URL geht. Und gute Internet-Vermarkter kennen den Wert einer starken Überschrift und eines guten Bildes.

Ein guter Grund, Ihre Kenntnisse in Sachen Suchmaschinenoptimierung und Content-Marketing aufzufrischen, bevor Sie auf LinkedIn veröffentlichen. Diese Artikel werden Ihnen dabei helfen:

Bitten Sie Nutzer darum, Ihnen zu folgen

Das mag vielleicht etwas aufdringlich wirken, aber: Da andere Leute sich mittlerweile auf LinkedIn nicht nur mit Ihnen verbinden, sondern Ihnen auch folgen können, können Sie sie ruhig auffordern, aufgrund eines bemerkenswerten Artikels aus Ihrer Feder zu Followern zu werden.

Fügen Sie Ihrem Beitrag einen kurzen Satz hinzu, der klar und deutlich den Vorteil für den Nutzer herausstellt, zum Beispiel: „Folgen Sie mir, um nächste Woche mehr über dieses Thema zu erfahren!“

Je mehr Follower Sie haben, umso mehr Nutzer können Ihre künftigen Posts in ihren Homepage-Feeds sehen. Damit erhöhen sich für Ihren Content die Chancen auf jene Engagement-Signale, die im LinkedIn-Algorithmus eine so wichtige Rolle spielen.

Teilen Sie Ihre Inhalte auch in anderen sozialen Medien

Verwenden Sie die von LinkedIn zur Verfügung gestellten Tools, um Content auf Twitter zu teilen. Setzen Sie zusätzlich eine Plattform wie Hootsuite ein, um Ihren Artikel auf mehreren Social Media-Profilen zu veröffentlichen – Ihr Traffic wird es Ihnen danken.

Teilen Sie auf LinkedIn Gruppen

Wenn Sie LinkedIn Gruppen beigetreten sind (und das sollten Sie unbedingt tun), nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre für LinkedIn Publishing erstellten Artikel auch in diesen Gruppen zu posten. Allerdings sollte der jeweilige Beitrag für die Gruppenmitglieder auch nützlich sein. Der Vorteil dabei: Sie können Ihren Content auch Leuten vorsetzen, die für Sie keine Kontakte 1. Grades oder Follower sind. Wenn die ihn nützlich finden, werden sie ihn hoffentlich in ihren Netzwerken teilen oder Ihnen folgen.

Sie können Ihre Artikel auch dazu nutzen, jemandem eine Frage zu beantworten – oder Ihren Content auf Fragen von Gruppenmitgliedern beziehen. Und Sie können einen Beitrag auf der Gruppenseite veröffentlichen, in dem Sie eine Diskussion über Ihren unwiderstehlichen, hochaktuellen und relevanten Artikel anregen.

Testen Sie gesponserten Content

Natürlich lassen sich bezahlte Anzeigen dazu nutzen, Ihren für LinkedIn Publishing verfassten Artikeln mehr Shares zu verschaffen – die Anzahl der Conversions steigt jedoch eher, wenn Sie Werbeklicks mit speziellen Handlungsaufforderungen (CTAs) direkt auf Ihre Website-Blogs umleiten. Weiter unten erklären wir, wie Sie Website-Content auf LinkedIn wiederverwerten.

Mehr über LinkedIn-Werbung erfahren Sie in unserem Leitfaden LinkedIn Ads: So werben Sie erfolgreich auf LinkedIn.

Denken Sie aber stets daran, dass die Richtlinien für auf LinkedIn geteilte Inhalte auch für gesponserte Posts gelten. Die nachfolgende Anzeige von SharpSpring zeigt beispielhaft, wie man nützlich, professionell und präzise auf die LinkedIn-Zielgruppe abgestimmt wirbt.

LinkedIn-Algorithmus

Die Nutzer können mit Werbung umgehen wie mit jedem anderen Content und damit ihren Feed noch weiter personalisieren:

LinkedIn-Algorithmus

Das bezahlte Bewerben von Spam oder irrelevanten Beiträgen bringt Ihnen gar nichts. Denken Sie immer an Ihre Zielgruppe, wenn Sie Content auf LinkedIn teilen.

Dieser Artikel im LinkedIn Marketing Solutions-Blog zeigt auf, wie wichtig eine zielgruppenorientierte Arbeit bei Werbekampagnen in diesem Netzwerk ist.

Lassen Sie Kommentare zu Ihren Artikeln zu und beantworten Sie diese auch

Auch wenn Ihnen Spam und Internet-Trolle Sorgen machen – Kommentare sind ein Engagement-Signal für den LinkedIn-Algorithmus. Damit sind sie absolut notwendig, um den Content möglichst lange im LinkedIn-Feed zu halten.

Halten Sie Ihre Zielgruppe zur Interaktion an und zeigen Sie ihr, dass Sie genau zuhören. Antworten Sie – wenn angebracht – auch auf Kommentare, um die Interaktionskette nicht abreißen zu lassen.

Setzen Sie LinkedIn Analytics ein

Wie bereits erwähnt: Setzen Sie Daten und Analytics-Ergebnisse immer wieder dazu ein, Ihren Content und dessen Reichweite zu verbessern. Testen Sie Überschrift, Fotos, Teaser, den geteilten Text und die Zeiten zum Posten. LinkedIn stellt seinen Nutzern zu diesem Zweck eine Analytics-Funktion zur Verfügung.

Auch Hootsuite bietet ein Tool, mit dem Sie die Effektivität der Arbeit Ihres Social Media-Teams messen können.

Recyceln Sie Inhalte aus Ihrem Website-Blog – in vernünftigem Ausmaß

Beim Begriff „wiederverwendete Inhalte“ denken Sie sicher gleich an Suchmaschinenoptimierung. SEO-Experten erklären ja nicht erst seit gestern, dass man das Duplizieren bereits auf der Website erschienener Inhalte meiden soll, weil es sich negativ auf das Suchmaschinen-Ranking auswirkt.

Diesem Problem weichen Sie aber gleich auf zwei Arten aus, wenn Sie Inhalte mit dem LinkedIn-Publishing-Tool posten:

  1. Sie können sich darauf verlassen, dass Suchmaschinen die ursprüngliche Content-Quelle und die Absicht hinter der Wiederverwendung auf anderen Domains verstehen.
  2. Sie wenden einen raffinierten HTML-Verlinkungs-Trick der Suchmaschinenoptimierer an – den kanonischen Link, der die Originalressource des Inhalts ausweist.

Wie das genau funktioniert, habe ich (mit Beispielen) in einem Artikel erläutert, der als Antwort auf folgende Frage verfasst wurde:

Soll man seine Blog-Artikel auf qualitativ hochwertigen Websites wiederverwerten?

Sie müssen also keine unterschiedlichen Beiträge für Ihre Website und Ihr LinkedIn-Profil erstellen. Stattdessen können Sie Ihre Posts ganz beruhigt wiederverwerten – aber nur, wenn sich der Aufwand lohnt und der Beitrag wirklich lesenswert ist.

Strapazieren Sie diese Strategie jedoch nicht bis zum Gehtnichtmehr. Schließlich möchten Sie die Leute auch künftig mit Original-Content auf Ihre Website locken.

Key Takeaways

Was wissen wir also nun über die Funktionsweise des LinkedIn-Algorithmus?

  • Interaktionen sind für den LinkedIn-Algorithmus von entscheidender Bedeutung.
  • Das Engagement hängt davon an, wie relevant ein Post ist, wie groß die Reichweite Ihres Netzwerks ist, wie oft sich Ihre Zielgruppe bei LinkedIn einloggt und wie es mit Ihrer Glaubwürdigkeit bei diesem Publikum aussieht.
  • Es lohnt sich, mit der LinkedIn Publishing-Plattform zu arbeiten. Gelegentlich können Sie auch Beiträge aus Ihrem Blog wiederverwerten – aber nur, wenn Sie genau wissen, was Sie tun.
  • Gegenseitigkeit ist in den sozialen Medien – inklusive LinkedIn – immer die Hauptsache.
  • Nutzen Sie Analytics und experimentieren Sie, um Ihre LinkedIn-Veröffentlichungsstrategie zu verfeinern und Ihre Algorithmus-Hacks zu verbessern.

Jetzt können Sie also gleich mit Content-Experimenten auf LinkedIn anfangen. Befassen Sie sich so intensiv wie möglich mit dem LinkedIn-Feed, um die Zielgruppe kennenzulernen, mit der Sie interagieren wollen. Sobald Sie die Gewohnheiten und Vorlieben Ihrer Leser kennen, haben Sie gute Chancen, selbst jede Menge ansprechende Inhalte zu erstellen.

Terminieren Sie Posts und managen Sie die LinkedIn-Präsenz Ihrer Marke mit Hootsuite. 

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