Social Media-Trends 2019

Die wichtigsten Social Media-Trends für 2019 (und wie sie umgesetzt werden können)

Welche wichtigen Social Media Trends sollten Marken und Unternehmen 2019 auf dem Radar haben?

Das erfahren Sie im aktuellen Social Media Trends Report von Hootsuite.

Der Report basiert auf einer Umfrage, die Ende 2018 unter mehr als 3.000 Hootsuite Kunden – von großen Unternehmen bis zur kleinen Agentur – durchgeführt wurde, angereichert mit Erkenntnissen aus Interviews mit Branchenanalysten sowie Reports und Daten von Edelman, Gartner, GlobalWebIndex, Forrester, Econsultancy, Kleiner Perkins, We Are Social und anderen.

Neue Formate, neue Herausforderungen und neue Interaktionsmöglichkeiten sorgen dafür, dass 2019 zu einem spannenden Social Media-Jahr werden dürfte. Mit unserer Roadmap steuern Sie sicher durch das kommende Jahr und bleiben dabei auf Kurs.

Die wichtigsten Social Media Trends für 2019

Wieder um Vertrauen werben

Storifying Social

Mehr Wettbewerb bei Paid Social

Durchbruch im Social Commerce

Messaging auf dem Durchmarsch

Trend 1: Wieder um Vertrauen werben

Marken zeigen sich menschlicher, weil Social Media-Nutzer skeptischer werden.

 

Wenn es um das Vertrauen in die sozialen Medien geht, war 2018 ein veritables Krisenjahr.

Nach dem Cambridge-Analytica-Skandal und einer Anhörung im US-Kongress stand Facebook unter beispiellosem Druck von Nutzern und Regulierungsbehörden, die mehr Sicherheit, Transparenz und Sorgfalt forderten. Twitter wiederum hatte mit der ungehinderten Verbreitung von Bots auf seiner Plattform zu kämpfen und musste Millionen Fake-Konten löschen.

In den letzten Monaten haben Verbraucher, Aufsichtsbehörden und Medienbeobachter den Datenschutz, die Sorgfalt und Ethik fast aller Social Media-Netzwerke in Frage gestellt.

Das Resultat: 60 Prozent der Menschen schenken Social Media-Unternehmen kein Vertrauen mehr.

Für Marken in den sozialen Medien bringen diese Veränderungen neue Herausforderungen, aber auch Chancen, mit sich. Verbraucher sind gegenüber Medien- und Promi-Influencern misstrauisch geworden (weil sich herausgestellt hat, dass diese ihre Follower in vielen Fällen gekauft oder einfach erfunden haben). Wie früher vertrauen die Nutzer in den sozialen Medien ausschließlich engen Freunden, Familienmitgliedern und guten Bekannten und wenden sich wieder traditionellen und glaubwürdigen Medien und Lokalnachrichten zu.

Setzen Sie auf glaubwürdige Experten und Peers

Quelle: Edelman 2018 Trust Barometer Special Report: Brands and Social Media

Unternehmen konzentrieren sich weniger auf hohe Reichweiten, sondern auf ein transparentes und qualitativ hochwertiges Engagement. Marken wie Adidas oder die New York Times arbeiten an der Entwicklung intimerer, aussagekräftiger Dialoge mit kleineren, wertvolleren Zielgruppen. Sie schaffen Communitys und teilen informative, gut recherchierte Inhalte. Dann treten sie beiseite und lassen leidenschaftliche Nutzer miteinander sprechen.

Hootsuite Handlungsempfehlungen zu diesem Trend

Die Basics

  • Erstellen Sie einen Marken-Hashtag für Instagram, der die Community-Werte widerspiegelt.

Wenn Sie Konversationen zu Ihrer Marke fördern möchten, kreieren Sie einen kurzen und einprägsamen Marken-Hashtag, der Ihre Community rund um ein gemeinsames Interesse vereint. Die Firma Herschel Supply Co. nutzt beispielsweise den beliebten Marken-Hashtag #welltravelled für Leute, die gerne reisen. Damit motiviert sie ihre Kunden, bei der Erkundung schöner Gegenden in aller Welt Fotos von Herschel-Produkten zu teilen.

Setzen Sie Hashtags ein, um Nutzer an einem Markenwert oder einem guten Zweck zu orientieren, statt sie nur zu Produktangeboten zu leiten.

  • Nehmen Sie an Twitter-Chats teil (oder veranstalten Sie welche).

Ein Twitter-Chat ist eine öffentliche Diskussion rund um einen bestimmten Hashtag auf Twitter. Twitter-Chats eignen sich hervorragend für den Aufbau von Communitys, weil sie lebhafte Diskussionen zu den Interessen Ihrer Kunden fördern. Die Chats finden zu festgelegten Zeiten statt, behandeln ein Thema oder einen Themenbereich und werden von einem Moderator geleitet.

Hootsuite veranstaltet einen monatlichen #Hootchat zum Thema Social Media-Marketing und -Strategie, bei dem sich regelmäßig eine Gruppe engagierter Teilnehmer versammelt, die mehr über den Einsatz sozialer Medien für geschäftliche Zwecke erfahren will.

  • Richten Sie eine Facebook-Gruppe zu einem Hauptinteresse Ihrer Zielgruppe ein.

Wenn Sie eine Facebook-Unternehmensseite haben, können Sie diese mit einer Facebook-Gruppe anreichern. Ihre Seite liefert den Followern eher allgemeine Informationen, während die Facebook-Gruppe auch Nischeninteressen ansprechen und Ihre größten Fans abholen kann.

Im Wesentlichen geht es darum, dass Marken einen Ort schaffen, an dem sich Nutzer miteinander unterhalten können. Erleichtern Sie den Leuten diese Interaktion und halten Sie sich dann im Hintergrund. Vermeiden Sie plumpe Promotions und Schleichwerbung für Ihre Produkte.

Sie können eine offene oder eine geschlossene Gruppe gründen, sollten aber den Zweck der Gruppe festlegen, damit die Leute wissen, woran sie bei Ihnen sind.

Für Fortgeschrittene

  • Nehmen Sie Micro-Influencer in Ihre Marketingstrategie auf.

Überlegen Sie sich bei der Planung Ihrer Kampagnen, ob Sie einen Micro-Influencer hinzuziehen, der Ihnen eine qualitativ bessere Reichweite bei Nischenzielgruppen verschafft. Micro-Influencer haben im Gegensatz zu bekannten oder Promi-Influencern ein kleineres, aber engagierteres Social Media-Publikum. Zudem sind sie deutlich günstiger, gelten bei Kunden als vertrauenswürdiger und erzielen oftmals die besseren Ergebnisse.

Sehr leicht lassen sich Micro-Influencer per Hashtag-Suche auf Twitter oder Instagram finden. So entdecken Sie Leute, die in Ihrer Branche einflussreich sind. Mehr über Micro-Influencer erfahren Sie in diesem Überblick.

  • Gründen Sie eine geheime Gruppe auf Facebook.

Öffentliche Facebook-Gruppen sind für jeden zugänglich. Geschlossene Gruppen lassen sich mit der Suchfunktion finden, erfordern aber die Teilnahmegenehmigung durch den Seitenadministrator.

Es gibt aber auch noch geheime Gruppen, die für Außenseiter weder sicht- noch suchbar sind. Hier darf nur mitmachen, wer von einem Mitglied eingeladen wird.

Für bestimmte Marken eignen sich geheime Gruppen sehr gut dazu, eine Aura von Exklusivität zu erzeugen – vor allem, wenn es um Produkteinführungen und spezielle Angebote geht. Die Mitglieder solcher Gruppen teilen – geschützt vor neugierigen Blicken von außen – auch eher eigene Ideen.

Ein Paradebeispiel finden Sie in einem Artikel des MEL Magazine über die Facebook-Gruppe Gettin’ Chippy With It, in der sich alles um Kartoffelchips dreht.

  • Veranstalten Sie monatliche Q&A-Sessions zu häufig gestellten Fragen auf Facebook Live.

Wenn Sie das Vertrauen Ihrer Kunden nachhaltig pflegen wollen, kommunizieren Sie häufig mit ihnen, sprechen Sie Probleme proaktiv an und zeigen Sie Transparenz.

Frage-Antwort-Sessions per Facebook Live eignen sich dafür hervorragend. Sie sorgen nicht nur dafür, dass Ihre Marke menschlicher wirkt, weil sich ein Firmenvertreter in Echtzeit mit Kunden unterhält – sie lassen sich auch einfach managen und sind kostengünstig.

Machen Sie sich über die Planung im Vorfeld nicht zuviel Gedanken. Das Ziel dieser Übung: in einem informellen Umfeld möglichst authentisch und ansprechend zu wirken.

  • Aktivieren Sie Mitarbeiter als Markenbotschafter.


Wenn Sie technische Informationen und besondere Einblicke teilen wollen, nutzen Sie die Kompetenz der Experten aus Ihrem Hause – von Produktspezialisten bis zum CEO. Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter zudem, markenkonformen Social Media-Content zu teilen, der für ihre jeweiligen Zielgruppen relevant ist.

Spezielle Tools für den Einsatz von Mitarbeitern als Markenbotschafter vereinfachen den Prozess der Erstellung und Förderung von Social Media-Inhalten.

Trend 2: Storifying Social

Content-Teams passen sich an neue Stories-Formate zum Sharing an.

Laut einer Studie der Berater von Block Party wachsen Stories – die von Snapchat erfundenen, vertikalen, nur flüchtig sichtbaren Videos – 15-mal schneller als geteilte Inhalte auf Feed-Basis.

Chris Cox, Chief Product Officer bei Facebook, veröffentlichte eine Tabelle, die zeigt, dass Stories innerhalb des nächsten Jahres Feeds als bevorzugte Möglichkeit, Inhalte mit Freunden zu teilen, überholen werden. Insgesamt setzt bereits knapp eine Milliarde Nutzer auf Stories, um Inhalte auf WhatsApp, Instagram, Facebook und Snapchat zu teilen.

Quelle: TechCrunch: Facebook Stories reveals 150M daily users and here come ads

Die sozialen Medien entwickeln sich weiter – von textgestützten Plattformen, die ursprünglich für den Einsatz auf Desktop-Computern gedacht waren (siehe frühes Facebook) zu wirklich reinen Mobil-Netzwerken, die es den Nutzern ermöglichen, den Moment einzufangen. Stories verkörpern diesen Richtungswechsel perfekt.

Stories sind durchweg visuell orientiert und sollen spontan erstellt und konsumiert werden – nur mit dem Smartphone und kreativem Blick. Da sie flüchtig und oft nach nur einem Tag wieder verschwunden sind, bieten sie mehr Raum für Spaß und Experimente. Stories wirken echt, unmittelbar und sehr persönlich.

Für Marken bedeutet das, dass sie 2019 ihren Schwerpunkt verlagern müssen.

Beiträge mit hohen Produktionsstandards bleiben zwar wichtig, doch in Zukunft geht es vielmehr darum, eine ausgewogene Mischung aus unterschiedlichen Content-Arten anzubieten. Mehr und mehr Unternehmen wenden sich dem intimen Multimedia Look & Feel von Stories zu. Marken wie der Guardian und Tictail haben bereits kapiert, dass weniger glatte, dafür aber realistischere Stories besser performen als stark bearbeitete Inhalte mit schwerfälligem Call-to-Action.

Hootsuite Handlungsempfehlungen zu diesem Trend

Die Basics

  • Probieren Sie Stories aus.

Schätzungsweise vier von fünf großen Marken kreieren bereits Stories. Falls Sie Stories noch nicht nutzen, ist es höchste Zeit, damit anzufangen.

Stories lassen sich auch ganz einfach basteln und eignen sich somit für jede Knowhow-Stufe. Teilen Sie neuen Content wöchentlich (und zu unterschiedlichen Tageszeiten), damit Sie erkennen, was bei Ihrem Publikum ankommt.

Profi-Tipp: Drehen Sie vertikale Videos – in diesem Format werden sie auch betrachtet.

  • Erstellen Sie Inhalte spezifisch für Storys.

Ihr Content sollte das einzigartige Erscheinungsbild von Stories widerspiegeln: unbearbeitet, direkt und live.

Das Social Media-Team bei Hootsuite hat sowohl professionell animierte Instagram Stories wie auch Live-Action-Stories getestet. Das Ergebnis: Live-Action-Formate schnitten wesentlich besser ab, weil sie zur gewohnten Story-Ästhetik passen.

  • Nutzen Sie die Funktion „Story Highlights“.

Das Erstellen und Teilen von Stories ist – bei aller Spontan-Ästhetik – manchmal doch zeitaufwendig.

Wenn Sie nicht wollen, dass die ganze Arbeit nach 24 Stunden einfach verschwindet, nutzen Sie Highlights. Damit können Sie ausgewählte Stories so lange zeigen, wie Sie wollen, und sie zudem mit einem Coverbild ausstatten. Das Feature eignet sich besonders gut für spezielle Angebote, Kampagnen oder längere, aufwendiger produzierte Videos, die mehr Aufmerksamkeit verdienen.

  • Erschließen Sie die Kreativressourcen Ihres Teams.

Stories funktionieren am besten, wenn sie Video-, Erzähl-, Text-, Bild- und andere Elemente enthalten. Von einem einzigen Social Media-Spezialisten kann man kaum erwarten, dass er all diese Kenntnisse beherrscht. Sorgen Sie stattdessen dafür, dass sich Ihre Video-, Foto- und Grafikdesign-Teams zusammentun, um gemeinsam etwas Einprägsames zu schaffen.

Für Fortgeschrittene

  • Seien Sie beim Story-Aufbau erfinderisch.

Stories sind leicht zu erstellen und sorgen schnell für Content. Experimentieren Sie deshalb auch mit unterschiedlichen Erzählstrukturen, um herauszufinden, welche für Ihre Marke am besten funktioniert. Drehen Sie Anleitungen zum Umgang mit Ihren Produkten, zeigen Sie Ihre Unternehmenskultur mit einem Blick hinter die Kulissen, laden Sie zu einem Story-Takeover ein oder veranstalten Sie eine Q&A-Session zu Themen, die Ihre Kunden interessieren.

  • Verwenden Sie in UTM-Codes in Ihren Links, um nachzuverfolgen, wie sich Ihre Stories schlagen.

Bei verifizierten Instagram-Accounts (Unternehmens-Accounts mit mehr als 10.000 Followern) lässt sich ein „Swipe up“-Feature (wisch nach oben) zu Stories hinzufügen, über das der Nutzer auf eine andere Website oder Landingpage gelangt.

Durch das Einfügen von UTM-Parametern in Ihre Story-URLs verfolgen Sie, wohin sich Ihre Nutzer bewegen. Das schafft ein besseres Verständnis für die Inhalte, die bei Ihrer Zielgruppe ankommen. Wenn Sie keinen verifizierten Account haben, fügen Sie in Ihrer Bio einen Link mit UTM-Code ein.

  • Steigen Sie frühzeitig bei Facebook Stories ein.

Bisher konnten sich Facebook Stories (die auf der Hauptplattform des Netzwerks zu sehen sind) nicht richtig durchsetzen. CEO Mark Zuckerberg dürfte jedoch fest entschlossen sein, dieses Feature zu etablieren, und investiert daher stark in seine Stories.

Derzeit posten nur neun Prozent der wichtigen Marken in Facebook Stories – aber wer hier rechtzeitig mitzieht, könnte vom Früheinsteiger-Vorteil profitieren. Es ist auch gar nicht schwer – Sie brauchen nur einen Button anzutippen, um Stories aus Instagram direkt in Facebook zu übernehmen.

  • Experimentieren Sie in Ihren Stories mit AR und individuellen GIFs.


Reichern Sie Ihre Stories mit Augmented-Reality-Features und GIFs an. Die Stories-Kameras von Facebook, Instagram und Snapchat sind bereits mit AR-Experience und GIF-Stickern ausgestattet. Mit GIFs verstärken Sie Ihre Bilder, wecken Aufmerksamkeit und richten das Augenmerk der Zuschauer stärker auf einen Call-to-Action oder ein „Swipe up“.

Trend 3: Mehr Wettbewerb bei Paid Social

Marketer müssen bei der Qualität ihrer Anzeigen nachlegen.

Mittlerweile steht fest, dass Unternehmen, die in den sozialen Medien mitspielen wollen, Geld in die Hand nehmen müssen.

Dementsprechend erhöhen Marketingverantwortliche auch ihre Social Media-Werbebudgets (allein im Jahr 2018 um 32 Prozent) und produzieren mehr Werbeanzeigen als je zuvor. Eine von vier Facebook-Seiten nutzt heute Paid Media, und Facebook zieht bereits 23 Prozent der gesamten digitalen Werbeausgaben der USA auf sich.

Aber steigende Kosten und sinkende Aufmerksamkeit schmälern den ROI für Werbetreibende.

Um dem entgegenzuwirken, koppeln Paid-Social-Teams Werbegelder mit gleichwertigen Investitionen in Zeit, Kreativität und genauere Zielgruppenansprache. Und sie steigern die Wirkung der leistungsstärksten organischen Inhalte mit bezahlten Boosts.

Spotify and Netflix sind hier führend. Sie verzichten auf nichtssagende Banner im Newsfeed und setzen stattdessen auf kreative Social Media-Anzeigen, die gleichzeitig personalisiert und unterhaltend sind. Schließlich besteht das übergreifende Ziel darin, die Nutzer zu Diskussionen und Interaktionen zu motivieren, statt nur eine Anzeige an die gesamte Zielgruppe „auszustrahlen“.

Wir konnten feststellen, dass Unternehmen ihre Social Media-Teams durch Mitarbeiter verstärken (intern wie durch Agenturen), die auf plattformübergreifende Content-Erstellung spezialisiert sind und Disziplinen wie Video, Grafik, Design und andere beherrschen. Zudem werden erweiterte Werbe-Targeting-Tools von Drittanbietern zum Standard, die A/B-Tests (manchmal mit hunderten Varianten) ermöglichen.

Quelle: 2018 Q3 Global Digital Statshot

Hootsuite Handlungsempfehlungen zu diesem Trend

Die Basics

  • Sprechen Sie die richtige Zielgruppe an.

Genaue Zielgruppenkenntnisse sind entscheidend für eine hohe Engagement-Rate. Sie sollten mit jeder Ihrer Werbekampagnen eine exakt definierte Zielgruppe ansprechen – basierend auf den Interessen und Berufen der Nutzer, auf relevanten Mitbewerbern und auf früheren Interaktionen mit Ihrer Marke.

Social Media-Netzwerke bieten abgestimmt auf den Anzeigentyp verschiedene Targeting-Mechanismen an. Wenn Sie nicht genau wissen, wen Sie warum ansprechen sollten, recherchieren Sie die Herausforderungen ihrer Kunden und ermitteln Sie, wie diese mit Ihrem Unternehmen, Ihrer Marke und Ihren Produkten und Services interagieren.

  • Legen Sie Ihre Ziele und Kennzahlen fest.

Der Nachweis, dass sich soziale Medien positiv auf Ihr Geschäftsergebnis auswirken, ist von wesentlicher Bedeutung. Aus diesem Grunde sollte jede Werbekampagne Ziele und Kennzahlen beinhalten – und Sie sollten wissen, wie sich diese messen lassen.

Die Auswahl von Kennzahlen hängt von der Art der geplanten Kampagne und dem anvisierten Publikum ab. Bei einer Kampagne zur Erhöhung der Markenbekanntheit können Seitenaufrufe die Hauptrolle spielen, während bei einer Conversion-Kampagne mehr Wert auf die Klickrate gelegt wird.

  • Investieren Sie in Qualitäts-Content.

Je mehr Marken um die Aufmerksamkeit der Social Media-Nutzer wetteifern, desto weniger Chancen haben Wald-und-Wiesen-Beiträge. Sie brauchen qualitativ hochwertigen Content, der Ihr Publikum abholt.

Kümmern Sie sich um überzeugende Bilder, diese sorgen in den sozialen Medien für Klicks und hohe Conversion-Raten. Nicht jedes Unternehmen hat die finanziellen Mittel für teure Ausrüstung oder ein professionelles Filmteam, aber schon Grundlagenkenntnisse zum Thema Video oder ein freier Mitarbeiter können für deutlich höhere Qualität sorgen.

Für Fortgeschrittene

  • Zweitverwerten Sie Konzepte aus performanten organischen Inhalten.

Das Erstellen qualitativ hochwertiger Social Media-Anzeigen kostet Zeit und Geld. Testen Sie Ihre Werbekonzepte deshalb erst in Form organischer Posts. Wenn Sie ermittelt haben, was funktioniert und was nicht, können Sie die leistungsstärksten organischen Inhalte für Anzeigen adaptieren und zweitverwerten.

Diese Strategie wirkt sich zudem positiv auf Ihren ROI aus, weil Sie Ihre Ressourcen in bereits Bewährtes investieren.

  • Nutzen Sie Erkenntnisse aus gelaufenen Kampagnen zur Verbesserung der Performance.

Wer Anzeigen bucht und deren Leistung misst, kann die Ergebnisse vergleichen und Benchmarks für spätere Kampagnen setzen.

Mit den richtigen Analytics-Tools lassen sich Ergebnisse und durch Social Media-Initiativen generierte Umsätze nachverfolgen. Nutzen Sie diese Insights für künftige Werbevorhaben.

  • Trauen Sie sich an neue Werbeformate heran.

Die Werbung in den sozialen Medien ist durch permanente Innovationen geprägt. Neue Formate bieten die Chance, die Neugier der Verbraucher zu wecken und Werbemüdigkeit entgegenzuwirken.

Instagram Stories Ads gibt es seit 2017. Doch erst dieses Jahr bot Instagram Unternehmen die Option, drei aufeinanderfolgende Fotos oder Videos einzusetzen. Pinterest führte vor Kurzem gesponserte Videos im Breitformat ein. Und mit Anzeigen im Facebook Messenger können Marken über Instant Messaging direkten Kontakt mit dem Nutzer aufnehmen.

  • Lernen Sie das kleine A/B-Test-ABC.

So versiert Ihr Werbeteam auch sein mag – es lässt sich unmöglich vorhersagen, worauf ein Nutzer tatsächlich klickt. Hier kommt der A/B-Test ins Spiel.

Bei dieser wissenschaftlichen Methode geht es darum, mehrere Werbeanzeigen mit kleinen Variationen (verschiedene Bilder, unterschiedliche Überschriften usw.) gleichzeitig laufen zu lassen und dann bei den Top-Performern den finanziellen Einsatz zu erhöhen.

Facebook bietet mit seiner dynamischen Anzeigengestaltung die Grundlagen für ein Split-Testing. Wenn Sie optimierte A/B-Tests mit praktisch unbegrenzt vielen Varianten vorziehen, sollten Sie auf die Werbetools eines Drittanbieters zurückgreifen.

Trend 4: Durchbruch im Social Commerce

Optimierte Social Media-Shopping-Technologien sorgen (endlich) für Umsatz

In Asien hat sich der Social Commerce zügig durchgesetzt. 70 Prozent der chinesischen Generation Z kauft heute direkt in den sozialen Medien. In anderen Teilen der Welt hinkt der Social Commerce trotz des großen Hypes um die „Kauf“-Buttons noch hinterher.

Doch neue und in Entwicklung befindliche Technologien verändern die Lage – vor allem bei jüngeren Nutzern.

Durch das Shopping-Angebot in Instagram-Posts können Nutzer nun direkt von der Produktsuche zur Kasse gehen, ohne die App zu verlassen. Die Plattform hat mittlerweile sogar auf ihrer „Explore“-Seite einen Shopping-Tab installiert.

Facebooks Marketplace wird mittlerweile von mehr als 800 Millionen Menschen in 70 Ländern genutzt. Und auf Pinterest nutzen 55 Prozent der Konsumenten die Site zur Produktsuche und zum Einkaufen.

Vor allem Video erweist sich als wichtige Brückentechnologie für Social Commerce. So ermittelte der Video-Vermarkter BrightCove in einer Studie mit 5.500 Verbrauchern, dass das Anschauen eines Social Media-Videos für 74 Prozent der Befragten in Zusammenhang mit einem Kauf steht.

An YouTube sind wir bereits gewöhnt. Doch das Angebot an Shopping-Formaten wächst – von Kauf-Plug-ins im Videostream auf Instagram bis zu Livestream-Shopping bei WeChat – alles Optionen, die Social Media-Videos tiefer in die Customer Journey integrieren.

Doch wie können Unternehmen Social Commerce in ihre Marketingstrategie integrieren? Der Vertrieb in den sozialen Medien ist im Gegensatz zu allen anderen Kanälen in erster Linie sozial. Suchen Sie nach Methoden, die das Einkaufen lebendig, interaktiv und nahtlos gestalten, auch auf Mobilgeräten.

Hootsuite Handlungsempfehlungen zu diesem Trend

Die Basics

  • Richten Sie Shopping in Stories auf Instagram ein.

Um Produkte auf Instagram zu vertreiben benötigen Sie zunächst ein genehmigtes Unternehmensprofil. Anschließend können Sie mit Shopify oder BigCommerce Ihren Produktkatalog auf Facebook hinzufügen, den Instagram ebenfalls freischalten muss. Dann können Ihre Follower im Katalog blättern und direkt kaufen.

Profi-Tipp: Taggen Sie mehrere Artikel in einem Foto – so sehen Ihre potenziellen Kunden, wie Ihre Produkte in Kombination wirken.

  • Zeigen Sie Ihre Produkte in Aktion.

Qualitativ hochwertige Fotos und Videos können potenzielle Kunden dazu bewegen, Ihr Produktangebot zu durchsuchen und ein Gefühl für den Look & Feel zu entwickeln, ohne ein Ladengeschäft zu besuchen. Präsentieren Sie Ihre Produkte in möglichst vielen unterschiedlichen Szenarien – das sorgt für Abwechslung und hält Ihre Zielgruppe bei der Stange.

Denken Sie bei der Content-Erstellung an Ihren Zielkunden – wie verwendet er Ihre Produkte, wofür interessiert er sich, welche Fragen und Anliegen hat er?

  • Bewerben Sie Ihre Produkte mit Gewinnspielen.

Um die Anzahl der Follower zu erhöhen, die Ihr Produktangebot durchsuchen und kaufen, bieten sich auch Gewinnspiele an. Verlosen Sie Produkte, die Sie in Ihren Instagram-Posts mit Shopping-Option anbieten. Sorgen Sie für klare Teilnahmebedingungen und verwenden Sie einen einprägsamen Hashtag, damit möglichst viele Leute Ihr Gewinnspiel finden und teilen können.

Profi-Tipp: Achten Sie darauf, dass sich Ihr Gewinnspiel an die Instagram-Richtlinien für Promotions hält.

Für Fortgeschrittene

  • Setzen Sie qualitativ hochwertige nutzergenerierte Inhalte ein.

Unternehmen, die den Erfolg im Social Commerce suchen, müssen eine loyale Anhängerschaft aufbauen, die ihre Produkte schätzt und verbreitet, wie sie sie anwendet. Glossier bezeichnet den Mehrwert, den Verbraucher durch ihre Verbindung zu einer beliebten Marke erhalten, als „soziales Kapital“ – und das kann Fans ganz besonders motivieren, Content zu teilen, der für Ihre Marke relevant ist.

Wenn Sie Ihren Fans qualitativ hochwertigen nutzergenerierten Content entlocken möchten, versuchen Sie es mal mit einer Videoserie mit Ihren Mitarbeitern oder Micro-Influencern, die Ihr Produkt in Aktion zeigen. Bieten Sie Ihren Followern exklusive Promotions oder Werbegeschenke, wenn sie ihre Erfahrungen teilen.

  • Gehen Sie mit Ihren leistungsstärksten Inhalten in Serie.

Sobald Sie Produktvideos getestet haben und wissen, was funktioniert, sollten Sie Follow-up-Videos produzieren und diese als Serie neu verpacken. So können Sie Kunden, die bereits ein Video oder mehrere betrachtet und damit interagiert haben, erneut ansprechen. Die Wahrscheinlichkeit für höhere Umsätze steigt, wenn Sie Zeit und Ressourcen in Ihre leistungsstärksten Inhalte investieren.

  • Machen Sie Livestreams aus Ihren Produkt-Demos.

In einem Live-Video auf Facebook oder Instagram lässt sich die Energie und Hektik von Kauferlebnissen in der realen Welt nachempfinden. Planen Sie Ihre Streams im Voraus und motivieren Sie die Zuschauer mit regelmäßigen Social Media-Updates, live dabei zu sein. Investieren Sie in professionelle Beleuchtung und Audio/Video-Ausrüstung und stellen Sie sicher, dass sich ein Mitarbeiter während der Ausstrahlung mit den Nutzern befasst.

  • Experimentieren Sie mit AR, um Ihre Produkte in realistischen Szenarien zu präsentieren.

Die Augmented-Reality-Technologie legt digitale Bilder über eine Echtwelt-Umgebung – das ermöglicht ein reichhaltigeres Kauferlebnis. Facebook hat für 2019 bereits höhere Investitionen in AR-Technologie angekündigt.

Marken wie Sephora und Nike testen in Kooperation mit Facebook Funktionen, die es den Nutzern erlauben, ihre Produkte in den sozialen Medien „anzuprobieren“. Diese Features sind für die breite Öffentlichkeit zwar noch nicht zugänglich, sollten Unternehmen, die beim Thema Social Commerce Schritt halten wollen, aber einen frühen Einstieg wert sein.

Trend 5: Messaging auf dem Durchmarsch

Kunden erwarten eine bessere 1:1 Experience in den sozialen Medien.

 

Die führenden Messaging-Apps – WhatsApp, Facebook Messenger, WeChat, QQ und Skype – verzeichnen gemeinsam fast fünf Milliarden aktive Nutzer monatlich. Das ist mehr als die weltweite Anzahl der Nutzer von traditionellen Social Media-Netzwerken.

Quelle: 2018 Q3 Global Digital Statshot

Generell verbringen die Nutzer mehr Zeit mit Messaging als mit dem Teilen von News in den sozialen Medien. Diese Verschiebung von öffentlichen in private Räume verändert die Erwartungen der Verbraucher.

Neun von zehn Verbrauchern würden laut einer Studie mit 6.000 Teilnehmern aus aller Welt gerne via Messaging mit Unternehmen kommunizieren. In den USA ist Messaging der bevorzugte Kanal für den Kundenservice. In einer Facebook-Studie von 2018 mit 8.000 Teilnehmern gaben 69 Prozent der Befragten an, dass sie Unternehmen mehr Vertrauen entgegenbringen, die sie via Messenger direkt ansprechen können.

Fest steht: Verbraucher haben kein Interesse an weiteren Werbekanälen. Clevere Marken setzen Messaging-Apps deshalb für hochwertigere Konversationen ein.

Wie bringen Sie Ihre Messaging-Aktivitäten auf das nächste Level?

Hootsuite-Handlungsempfehlungen zu diesem Trend

Die Basics

  • Aktivieren Sie Facebook Messenger auf Ihrer Facebook-Unternehmensseite.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unserem Facebook Messenger-Leitfaden.

Ist das getan, richten Sie eine Sofortantwort ein, die verschickt wird, sobald ein Nutzer eine Nachricht an Ihre Seite gesendet hat. Diese kann eine kurze Begrüßung sein oder weitere Angaben zu den üblichen Antwortzeiten und den Geschäftsstunden Ihres Supports beinhalten. Sie können in Ihrer Sofortantwort auch Links teilen, die den Nutzer zu Support-Seiten oder zu häufig gestellten Fragen führen.

  • Stellen Sie Plug-ins auf Ihre Website, mit denen Kunden leicht auf Messaging-Apps zugreifen können.

Zeigen Sie mit Plug-ins auf Ihrer Website, dass Ihre Marke via Messaging-Apps erreichbar ist. Sucht ein Kunde auf Ihrer Website nach Informationen, so kann er das jeweilige Plug-in sofort anklicken und Sie direkt erreichen.

  • Nutzen Sie Direktnachrichten und/oder Messaging-Apps, um Ihren Kundenservice in den sozialen Medien zu optimieren.

Wenn Kunden Ihre Marke in den sozialen Medien kontaktieren, ist es wichtig, die Konversation vom öffentlichen in den privaten Raum zu verlegen. Auf diese Weise können Sie nach persönlichen Informationen wie Telefonnummern und Adressangaben fragen, um Probleme schneller zu lösen. Möglicherweise ersparen Sie sich dadurch auch zeitraubende Folgetelefonate und -Emails.

Wenn Ihr Team nicht ganztägig erreichbar ist, halten Sie Ihre Support-Geschäftszeiten und die Zeitzone, in der Sie tätig sind, in Ihrer Bio fest. So wissen die Kunden, wann sie mit einer Reaktion rechnen können.

Für Fortgeschrittene

  • Richten Sie Bots und/oder In-App-Assistenten für häufig gestellte Fragen ein.

Bots sind ein wichtiges Instrument, um Kundenservice-Aktivitäten zu skalieren und eine bessere Social Media Experience zu schaffen. Sie ersetzen zwar nicht den persönlichen Kontakt, doch sie eignen sich ausgezeichnet zur Beantwortung einfacher Fragen und zur Unterstützung von Transaktionsverfahren. Damit können sich Ihre Mitarbeiter auf komplexere Kundenanfragen konzentrieren.

Wenn Sie Ihren eigenen Bot bauen, testen Sie Tools wie ManyChat, Chatfuel oder Conversable. (Berücksichtigen Sie dabei die Dos and Don’ts für Messaging-Bots.)

  • Beziehen Sie Messagings-Apps in Social Media-Kampagnen ein.

Werden Sie kreativ und denken Sie über den Newsfeed hinaus. Wettbewerbe bieten eine einfache Möglichkeit, mit Kunden in Kontakt zu treten, da sie häufig ein Private-Messaging-Element enthalten, mit dem Sie das Ergebnis eines Wettbewerbs mitteilen können. Messaging-Kampagnen funktionieren oft am besten im Mobilformat – denken Sie daran, wenn Sie Ihre Kampagne planen.

Ein Beispiel: Coca-Cola veranstaltete einen auf jüngere Zielgruppen ausgerichteten Sommer-Wettbewerb, in dem Messenger und Chatbots zum Einsatz kamen. Die auf Mobilgeräte beschränkte Kampagne rief Kunden dazu auf, via Messenger Bilder ihrer Colaflaschen aufzunehmen und sich damit automatisch für den Wettbewerb zu qualifizieren.

Profi-Tipp: Bevor Sie Ihre Strategie planen, prüfen Sie die aktuellen Promotion-Richtlinien für jedes Netzwerk.

  • Experimentieren Sie mit Facebook Messenger Ads.

Wenn Ihre Zielgruppe Facebook Messenger verwendet, lohnt es sich, in Messenger Ads zu investieren. Dank Features wie automatischer Platzierung kann Facebook Ihren Followern Ihre Ads automatisch ausliefern. (Hinweis: Wenn Sie sich für Platzierungen bearbeiten entscheiden, können Sie Messenger Ads nur in Kombination mit Newsfeed-Anzeigen buchen – als eigenständige Platzierungen stehen sie noch nicht zur Verfügung.)

Überlegen Sie sich gut, wann und wie Sie diese Anzeigen einsetzen. Der Kontakt mit einem potenziellen Kunden über eine Privatnachricht ist wesentlich persönlicher und vertraulicher als die Platzierung eines Werbebanners oder einer Newsfeed-Anzeige. Achten Sie darauf, dass Ihre Anzeigen nützlich und direkt sind und zur Aktion animieren. So können Sie zum Beispiel einen Rabatt oder einen Gutschein teilen, sobald jemand einen Kauf getätigt hat.

Sie wollten schon immer mal in die Zukunft schauen? Mit dem Social Media Trends Toolkit 2019 von Hootsuite zeigen Sie Ihren Mitbewerbern die Rücklichter. Es enthält alles was Sie brauchen, um eine überzeugende Social Media-Strategie zu entwickeln und konkrete Ergebnisse zu liefern – in diesem Jahr und darüber hinaus.

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