Es ist wieder einmal soweit: Social Media Manager schauen von Ihren Bildschirmen auf und versuchen sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Wir müssen Strategien planen und deshalb wissen, welche Social Media Trends sich 2022 in einem hart umkämpften Markt als echte Gamechanger erweisen.

Wird TikTok Instagram überholen? Ist organisches Engagement wirklich besser? Muss man unbedingt einmal pro Woche einen Live-Audiochat veranstalten?

Es ist nicht immer leicht, in einer Branche zu arbeiten, die sich schneller wandelt als das Wetter. Keine Sorge – wir ersparen Ihnen das Kopfzerbrechen. Denn wir haben die Antworten.

Wir haben uns die fünf entscheidenden Trends aus dem globalen Social Media Trends Report 2022 von Hootsuite angesehen und zudem Daten aus unserer Umfrage unter über 18.000 Marketern einbezogen, um Ihnen neun Social-Media-Trends vorzustellen, die unsere Branche 2022 prägen werden – und die vielleicht sogar direkten Einfluss auf Ihren Job haben

Sichern Sie sich den gesamten Report mit allen Daten, die Sie für eine informierte Social Media-Strategie in 2022 brauchen.

1.TikTok wird zum wichtigsten sozialen Netzwerk für das Marketing (???)

Instagram ist den letzten paar Jahren zur bevorzugten Plattform der meisten Social Media Marketer geworden. Das Netzwerk wuchs am schnellsten, erwirtschaftete den höchsten Return on Investment (je nach Branche) und – sein besonderer Bonus – es machte einfach Spaß, sich dort aufzuhalten. Doch das ändert sich gerade.

TikTok hat im September die Eine-Milliarde-Nutzer-Grenze überschritten. Damit stieg es in der Liste der beliebtesten Social-Media-Netzwerke der Welt auf Platz Sieben.

Wenn man Messaging-Netzwerke ausklammert, steht TikTok sogar auf Platz Vier, gleich nach Instagram.

Grafik: die weltweit meistgenutzten Social-Media-Plattformen

Warum ist das so wichtig? Im Januar 2021 verzeichnete TikTok nur 689 Millionen Nutzer. Das ist ein Zuwachs von 45 Prozent in nicht einmal einem Jahr.

Und das nach dem größten Wachstumssprung von allen – einem Anstieg der weltweiten Nutzerbasis um 1.157 % zwischen 2018 und 2020.

Zum Vergleich: Die Anzahl der monatlich aktiven Nutzer von Instagram wuchs im Jahr 2020 um 6 %.

Noch interessanter: Google Search Trends konnte nachweisen, dass TikTok in Sachen kurzer Video-Content Instagram mittlerweile haushoch überlegen ist.

Im vergangenen Jahr sind die Suchanfragen nach TikTok um 173 % gestiegen, während sie bei Instagram nur um 22 % zunahmen. Bei Stories sind sie sogar um 33 % gefallen.

Doch trotz des rasanten Wachstums zögern die meisten Unternehmen noch, in das Netzwerk zu investieren – wie man den Ergebnissen des Social Media Trends Reports von Hootsuite entnehmen kann:

Geplantes Investitionsvolumen in Social-Media-Kanäle laut Social Media Trends Report 2022 von Hootsuite.

Nur 35 % der Befragten gaben an, dass sie ihre Investitionen in TikTok im kommenden Jahr erhöhen wollen. Es sieht so aus, als würden die meisten Unternehmen weiterhin auf bewährte Netzwerke wie Instagram und Facebook setzen.

Doch das zeigt nur die eine Seite der Medaille. Auf die Frage, welche Social-Media-Plattformen sie für die Erreichung ihrer Geschäftsziele am effektivsten halten, antworteten nämlich 24 % mit TikTok – das ist ein Anstieg von 700 % gegenüber 2020.

Die effizientesten Social-Media-Plattformen für Unternehmen laut Social Media Trends Report 2022 von Hootsuite.

Der gestiegene Optimismus der Unternehmen in Bezug auf TikTok hat mit großer Sicherheit mit der Einführung mehrerer nützlicher Business-Tools für das Netzwerk in den Jahren 2020 und 2021 zu tun. Dazu gehören Unternehmensprofile, Werbeanzeigen und ein Creator-Marktplatz.

To-do-Liste: Auch wenn Marken noch nicht offiziell zu TikTok strömen, die Zahlen deuten darauf hin, dass sich das sehr bald ändern dürfte. Wir empfehlen, hier ganz vorne dabei zu sein, statt später mit dem Strom zu schwimmen:

2. Sie werden viel Geld für Anzeigen auf kleineren Netzwerken ausgeben

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Verbraucher auf kleineren Kanälen wie TikTok, Snapchat oder Pinterest empfänglicher für Werbung sind, als in den übrigen sozialen Netzwerken.

  • Eine von TikTok beauftragte Studie von Kantar ergab, dass Verbraucher TikTok-Werbung als inspirierender und angenehmer einstufen als Werbung auf anderen Plattformen.
  • Laut einer von Snapchat beauftragten Nielsen-Studie haben Anzeigen auf Snapchat eine höhere Reichweite als TV-Werbung und führen zu mehr Markenbekanntheit und einer höheren Kaufabsicht.
  • Eine Pinterest Business-Studie zeigte, dass Pinterest Ads einen höheren ROI und kostengünstigere Conversion-Raten erzielen als Anzeigen auf anderen Social-Media-Netzwerken.

Auch aus den Google Search Trends geht hervor, dass die Suchanfragen nach Anzeigen auf den genannten Netzwerken in den vergangenen zwei Jahren gestiegen sind, wobei TikTok das Feld anführt.

Das zeigt, dass sich Gerüchte über gute Werbeergebnisse verbreiten und die Neugier auf Werbung in diesen Netzwerken über selbst finanzierte Studien hinausgeht.

Unsere Hypothese? Die kleineren Netzwerke sind (noch!) nicht so mit Anzeigen gesättigt wie Facebook und Instagram. Ihre Nutzer leiden deshalb möglicherweise weniger unter Werbemüdigkeit.

Viele Social-Media-Werbetreibende sahen sich Anfang 2021 zudem veranlasst, ihre Werbestrategie zu modifizieren, als Apple eine „Zustimmung zum Ad-Tracking“ für alle Apple-Nutzer ankündigte, die das iOS-14-Update herunterluden. Dies schränkte die Targeting-Möglichkeiten von Facebook für einen großen Anteil der Bevölkerung ein.

Als wichtigster Gesichtspunkt in diesem Zusammenhang gilt: sowohl TikTok wie Pinterest und Snapchat regen Werbetreibende an, ihre Anzeigen so zu gestalten, dass sie zum organischen Content „passen“, der von normalen Nutzern gepostet wird.

Das führt zu unterhaltsamerer und weniger störender Werbung, einer höheren Conversion-Rate und einer insgesamt besseren Stimmung gegenüber Unternehmen.

Die französische Beauty-Marke MAKE UP FOREVER schaltete diese In-Feed-TikTok-Anzeige im Zuge einer breit angelegten Markenbekanntheitskampagne. Sie zeigt eine Influencerin, die eine neue Foundation testet und bewertet, und zwar so, wie sie es normalerweise auf ihrem eigenen Kanal tun würde.

Die Kampagne erzielte mehr als 11 Millionen Impressions und 10 Millionen Videoaufrufe für die Marke aus ganz Frankreich.

To-do-Liste:

  • Sehen Sie sich Ihr Engagement auf allen Plattformen genauer an: Haben Sie Pinterest-Nutzer unterschätzt oder das Potenzial Ihrer Snapchat-Zielgruppe vernachlässigt?
  • Studieren Sie den organischen Content, der auf der jeweiligen Plattform gepostet wird, und prüfen Sie, ob Sie die Leichtigkeit und den Tonfall Ihrer Marke verbessern können, damit sie sich besser in die dortige Stimmung einfügen.
  • Experimentieren Sie mit der Erstellung von Anzeigen für dieses Netzwerk (oder testen Sie ein ganz neues – vor allem, wenn Sie das besagte Netzwerk bisher als zu aufwendig für organische Inhalte ignoriert haben).

3. Käufer werden erwarten, dass sie Ihre Produkte direkt in den sozialen Medien kaufen können

Vor der Pandemie bot Social Commerce eine Möglichkeit, positiv aufzufallen. Das wurde nur von den innovativsten Unternehmen genutzt (disruptive Matratzenfirmen, disruptive Brillenhersteller – man musste sich auf jeden Fall das Etikett „disruptiv“ umhängen, bevor man seine Kunden in den sozialen Medien einkaufen ließ).

Doch die zunehmende Social-Media-Nutzung in Kombination mit den Einschränkungen, zuhause zu bleiben, schufen die perfekten Voraussetzung für ein enormes Wachstum im Bereich Social-Media-Shopping. Und das wird auch nicht so bald rückläufig werden.

eMarketer prognostiziert, dass sich Social Commerce bis 2025 zu einer 80-Milliarden-Dollar-Industrie entwickelt, die vom massiven Wachstum des E-Commerce (ein Anstieg von 18 % allein im Jahr 2020) profitiert.

Wachstumsprognose Social Commerce von eMarketer bis 2025
Quelle: eMarketer

81 % aller Käufer nutzten bereits vor der Pandemie Social Media, um neue Marken zu entdecken und über Produkte zu recherchieren. Folglich haben viele Unternehmen erkannt, dass es durchaus sinnvoll ist, den Nutzern die Möglichkeit zu geben, Kaufentscheidungen zu treffen und zur Kasse zu gehen, ohne die App verlassen zu müssen.

Schließlich ist es ein zusätzlicher Schritt, auf eine Website zu wechseln – und dieser Schritt ist eine weitere potenzielle Bruchstelle in Ihrem Conversion-Funnel. Vor allem auf Mobilgeräten, wo die Abbruchraten besonders hoch sind, sollten Sie so viele Hindernisse wie möglich beseitigen.

Die meisten sozialen Netzwerke bieten mittlerweile In-App-Shopping-Lösungen, einschließlich Live-Video, und arbeiten intensiv an der Bereitstellung neuer Funktionen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Instagram, Facebook und Pinterest gehören bisher zu den Vorreitern, TikTok, Twitter und YouTube rangieren aber nicht weit dahinter.

„Jetzt kaufen”-Button auf Instagram
Quelle: Instagram

Instagram hat seiner Explore-Seite 2020 eine „Jetzt kaufen“-Schaltfläche hinzugefügt und bietet den Nutzern damit eine noch effizientere Möglichkeit, neue Produkte zu erwerben, die ihren Interessen entsprechen.

To-do-Liste: Social Commerce wird den E-Commerce in naher Zukunft wahrscheinlich nicht ersetzen, aber abhängig von der Art Ihres Unternehmens sollten Sie kein Kauferlebnis entwickeln, das ohne diese Option auskommt.

  • Wenn Sie Produkte direkt an Kunden verkaufen, richten Sie einen Facebook Shop und/oder einen Instagram Shop ein – oder testen Sie Produkt-Pins auf Pinterest.
  • Diese Shops bieten eine gewisse Flexibilität im Design. Nehmen Sie sich also Zeit, die Customer Experience so nahtlos wie möglich mit Ihrer Markensprache zu verknüpfen.
  • Machen Sie sich keine Gedanken darüber, dass Sie jetzt womöglich Ihr gesamtes Inventar über Social Shopping anbieten müssen. Konzentrieren Sie sich lieber darauf, jene Artikel zu kuratieren, die bei Ihrer Social-Media-Zielgruppe gut ankommen.
  • Experimentieren Sie mit Shoppable Posts (oder Anzeigen!), in denen Kunden Ihre Produkte im Kontext sehen und ihre Bestellung mit wenigen Klicks aufgeben können.

4. Niemand wird mit Ihrer Marke telefonieren wollen

Im Spannungsfeld zwischen Lockdowns, weltweit gestörten Lieferketten und Arbeitskräftemangel haben die Verbraucher mehr besorgte und dringende Fragen an Unternehmen als je zuvor. Außerdem haben sie entdeckt, dass sie die Antworten auf diese Fragen über Social Media schneller und bequemer erhalten.

In einer von Facebook beauftragten Nielsen-Studie gaben 64 % der Befragten an, dass sie einem Unternehmen lieber eine Nachricht schreiben als dort anzurufen. Und laut Gartner sollen bis 2023 60 % aller Kundenserviceanfragen über digitale Kanäle abgewickelt werden.

Trotz der steigenden Nachfrage sind viele Unternehmen bisher noch nicht gut aufgestellt, wenn es um einen effizienten Social-Media-Kundenservice geht.

Aus der Hootsuite-Umfrage vom Juli 2021 zum Thema Kundenservice im Jahr 2022, geht hervor, dass erstaunliche 71 % aller Unternehmen entweder noch nicht in einen Social-Media-Kundenservice investiert haben oder eine solche Investition überhaupt nicht planen.

Umfrage von Hootsuite zu Investitionsvorhaben im Bereich Social-Media-Kundenservice

Unsere jüngsten Umfragedaten zu den aktuellen Social Media Trends deuten jedoch darauf hin, dass sich das Blatt bereits wendet. Hier stimmten 59 % der Befragten der Aussage dazu, dass der Social-Media-Kundenservice für ihr Unternehmen an Wert gewonnen hat.

To-do-Liste:

  • Fangen Sie an, über eine Social-Media-Kundenservice-Strategie nachzudenken.
  • Erstellen Sie auf die einzelnen sozialen Netzwerke zugeschnittene Antwort-Templates für häufig gestellte Fragen.
  • Wenn Sie es noch nicht getan haben – versuchen Sie mit einem Chatbot Ihre Reaktionszeit zu verkürzen.
  • Konsolidieren Sie alle Ihre Kundenservice-Konversationen in einem Tool (wir empfehlen natürlich Sparkcentral oder Hootsuite Inbox).
  • Schulen Sie Ihr Social-Media-Marketingteam in Best Practices für den Kundensupport oder stellen Sie eigene Kundenservicemitarbeiter für Ihre Social-Media-Kanäle ein.

5. Längere Videos funktionieren nur auf YouTube

Nach Angaben des Videohosters Vidyard waren 60 % aller im Internet veröffentlichten Videos im Jahr 2020 weniger als zwei Minuten lang.

Graph: Video length distribution across the internet
Quelle: Vidyard

Diese Statistik relativiert bisherige Ansichten zur Videolänge auf Social-Media-Plattformen.

Vor zwei Jahren, mit dem Aufkommen von IGTV und Facebook Watch (ganz zu schweigen vom vermeintlichen Niedergang von Snapchat), gab es einen Moment, in dem wir alle glaubten, dass lange Videos die Zukunft seien. YouTube, das für seine langen Lernvideos bekannt ist, belohnte Videos von mehr als zehn Minuten Dauer mit einer höheren Monetarisierung, und Facebook wollte auf diesem Gebiet mithalten.

Unternehmen beeilten sich, „Fernsehserien“ für ihre Social-Media-Plattformen zu drehen. Will Smith fungierte sogar als Erzähler in einer IGTV-Show für National Geographic. Es sah so aus, als würde Facebook nicht nur YouTube, sondern sogar den Kabelsendern Konkurrenz machen.

Doch dann kam TikTok nach Nordamerika. Als Reaktion darauf startete Instagram Ende 2020 Reels – und der Rest ist Geschichte.

Schnell vorgespult zum Herbst 2021: Instagram hat IGTV abgeschafft. Kein Mensch redet mehr von Facebook Watch. Und sogar YouTube, die letzte Bastion der Langform-Videos in den sozialen Medien, stellte ein neues Format vor – richtig geraten: YouTube Shorts.

Der Erfolg von Reels und TikTok folgt direkt auf den Erfolg von Stories (einem weiteren Kurzvideo-Format), das von 2018 bis 2020 einen rasanten Nutzerzuwachs verzeichnete.

Allerdings hat Facebook seit der Einführung von Reels im Jahr 2020 die Anzahl seiner Stories-Nutzer von 500 Millionen nicht aktualisiert. Wir wissen also nicht wirklich, ob dieses Format gewachsen ist. Versuche, das Format der verschwindenden Kurzvideos auf Twitter und LinkedIn zu kopieren, sind 2021 gescheitert (ruhet in Frieden, Fleets und LinkedIn Stories).

Das könnte darauf hindeuten, dass sich Social-Media-Nutzer nicht einfach irgendwelche Kurzvideos ansehen wollen; die Beiträge müssen unterhaltsam und ansprechend sein. Vielleicht sind auch verschwindende Inhalte nicht mehr so attraktiv wie früher.

Was auch immer der Grund dafür ist – der Social Media Trends Report 2022 von Hootsuite zeigt, dass auch Unternehmen erkennen, wie wichtig Kurzvideos als Social-Media-Taktik sind.

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Vertriebsaktivitäten in sozialen Medien laut Social Media Trends Report 2022 von Hootsuite.

Fast 40 % aller Befragten gaben an, Kurzvideos einzusetzen, um Produkte und/oder Dienstleistungen zu verkaufen.

To-do-Liste:

  • Wenn Ihr Ziel darin besteht, neue Follower zu erreichen, experimentieren Sie mit TikTok-Videos.
  • Wenn Sie Ihre bestehende Instagram-Zielgruppe erneut ansprechen und mit ihr interagieren wollen, experimentieren Sie mit Reels.
  • Wenn Sie mit Kurzvideos auf einer Plattform erfolgreich sind, testen Sie sie auch auf anderen Plattformen und sehen Sie sich die Ergebnisse an. Wie immer sollten Sie die Videos spezifisch auf jeden Kanal zuschneiden (keine TikTok-Wasserzeichen auf Reels, bitte!)

6. Sie werden (zumindest einige) Engagement-Taktiken an einen Creator outsourcen

Die Creator-Wirtschaft existiert seit etwa einem Jahrzehnt, doch während der Pandemie erlebte sie einen gewaltigen Aufschwung, weil viele Leute nach anderen Einkommensquellen suchten (aufgrund von Arbeitslosigkeit, einem plötzlichen Mehr an Freizeit oder beidem).

Hier geht es aber nicht nur um millionenschwere YouTube-Stars. Heute gilt es als gesetzt, dass auch ganz normale Menschen ihre Hobbys monetarisieren, sich so ein zweites Einkommen verschaffen oder über Social Media sogar freiberufliche Jobs ergattern.

Aus diesem Grund entstand der Begriff „Creator“, der sowohl professionelle Influencer-Marketer als auch Amateur-Content-Hersteller umfasst – im Prinzip jeden Menschen, der Content schreibt, bearbeitet, gestaltet und filmt, um diesen in unternehmerischer Absicht in den sozialen Medien zu veröffentlichen.

2021 bezeichneten sich bereits 50 Millionen Menschen als Social-Media-Creators. Im kommenden Jahr werden Unternehmen voraussichtlich 15 Milliarden US-Dollar für Influencer-Marketing ausgeben.

Allein in den USA werden 2022 Prognosen zufolge 72,5 % aller Marketer Influencer-Marketing in irgendeiner Form nutzen.

Anteil der US-Marketer, die laut eMarketer bis 2022 ihr Influencer-Marketing ausbauen
Quelle: eMarketer

Soziale Netzwerke befördern diesen Aufschwung und/oder reagieren darauf (je nachdem, von welcher Seite man es betrachtet), indem sie viele neue native Monetarisierungs-Tools einführen.

Der Creator Marketplace auf TikTok, Collabs und Branded Content Ads auf Instagram, der Collabs Manager auf Facebook, Brand Connect auf YouTube und die bezahlten Super Follows auf Twitter zielen alle darauf ab, dass Content-Ersteller bezahlt werden, damit sie weiterhin einen Mehrwert für Marken und Nutzer auf den von ihnen gewählten Plattformen schaffen können.

Kein Wunder, dass sich die Social-Media-Plattformen beeilen, Creators bei der nativen Monetarisierung ihrer Communitys zu unterstützen, statt diese Aufgabe einer der Tausenden Apps von Drittanbietern zu überlassen, die sich ein Stück von dem 15-Milliarden-Dollar-Kuchen sichern wollen. (Und es sind wirklich Tausende …)

To-do-Liste: Was auch immer Ihre Nische ist (Pflanzenfreunde, Harry-Potter-Fans, ASMR-Genießer etc.) – irgendwo da draußen wartet bereits ein Creator mit einer bereits etablierten Fangemeinde darauf, eine Partnerschaft mit Ihnen einzugehen. (Und diese Kreativen werden es garantiert besser schaffen, authentische und langlebige Kundenbeziehungen aufzubauen, als es ein Marken-Account je könnte.)

  • Definieren Sie die Zielgruppe, die Sie erreichen wollen (und die Plattform, auf der sie aktiv ist).
  • Durchstöbern Sie die Marktplätze für Creators (alias Influencer) und stellen Sie eine Liste der Leute zusammen, die in dieser Zielgruppe Reichweite haben und gut ankommen.
  • Stellen Sie sich darauf ein, faire Preise zu zahlen. Selbst Mikro-Creators kennen heute ihren Wert und sind nicht bereit, kostenlos zu arbeiten.

7. Sie müssen sich mit bezahlter Werbung vertraut machen (auch wenn Sie noch keine Anzeigen schalten)

Offen gesagt: dieser Social-Media-Trend läuft schon seit ein paar Jahren – aber er hat nach wie vor Gewicht, vor allem angesichts der Daten aus der Hootsuite-Umfrage zu den Social Media Trends 2022.

43 % der Befragten gaben nämlich an, dass „der Rückgang der organischen Reichweite und die Notwendigkeit, ihre Budgets für bezahlte Werbung zu erhöhen“ für sie derzeit die zweitgrößte Social-Media-Herausforderung stellt; gleich nach der ständigen Ideensuche für neuen Content.

Social Media Trends Chart: What are your biggest challenges on social media?

Aber das galt für die Gesamtmenge der Befragten. Kleine und mittlere Unternehmen nannten den Rückgang der organischen Reichweite als größte Herausforderung.

Und auch das ist nur logisch, weil der Rückgang der organischen Reichweite (vor allem auf Facebook und Instagram) seit mehreren Jahren dokumentiert ist und den meisten mittelgroßen Firmen nur begrenzte Mittel für bezahlte Taktiken zur Verfügung stehen.

Pandemiebedingt erlebte der Bereich Social-Media-Werbung einige Höhen und Tiefen. Viele Unternehmen reduzierten ihre Werbeausgaben – und wer weiterhin Geld in Anzeigen steckte, beklagte sich über niedrige Renditen auf den mit Werbung übersättigten Netzwerken. Hinzu kam, dass Apple den Nutzern die Möglichkeit gab, das Facebook-Tracking zu deaktivieren, weshalb Facebook-Werbetreibende Ihr Zielgruppen-Targeting völlig neu ausrichten mussten.

Tatsache ist: die durchschnittliche organische Reichweite eines Facebook-Posts liegt bei 5,2 %.

Das bedeutet: nur 5 % Ihre Follower bekommen Ihre Beiträge zu sehen, wenn Sie die Posts nicht gegen Bezahlung bewerben.

Natürlich können Sie Ihre Social-Media-Strategie auf andere Netzwerke erweitern, wo man immer noch viral gehen oder neue Follower erreichen kann, ohne dafür auch nur einen Cent auszugeben (ja, TikTok) – aber höchstwahrscheinlich werden Sie das Publikum, das Sie sich auf den klassischen Plattformen so mühsam erarbeitet haben, nicht einfach aufgeben wollen.

Unabhängig von der Höhe Ihres Budgets wird jemand aus Ihrem Social-Media-Marketing-Team lernen müssen, wie man Beiträge boostet. Und alle sollten sich mit den Grundlagen des Zielgruppen-Targeting befassen.

To-do-Liste:

  • Arbeiten Sie weiterhin mit organischem Social-Media-Content, um die Markenbekanntheit zu steigern, Kundenservice zu bieten und Ihre Zielgruppe zu Interaktionen zu bewegen. So motivieren Sie die Nutzer während ihres Kaufprozesses.
  • Experimentieren Sie mit der Bewerbung Ihrer leistungsstärksten Posts, um neue potenzielle Kunden zu erreichen.
  • Wenn Sie Ihre Anzeigenstrategie optimieren wollen, investieren Sie in eine Lösung wie Hootsuite Social Advertising, mit der Sie über ein einziges Dashboard Anzeigen auf Facebook, Instagram und LinkedIn veröffentlichen und deren Performance verfolgen können.

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​​ Die Vorteile von organischer und Paid Social Media im Vergleich

 

8. Ohne eine Social-Listening-Strategie werden Sie nichts mehr posten

Während der COVID-19-Pandemie sprangen viele Unternehmen erstmals auf den Social-Listening-Zug auf, weil sie den Wert der Möglichkeit erkannten, im Zuge einer Gesundheitskrise in Echtzeit auf Fragen und Konversationen Ihrer Kunden reagieren zu können.

Mit dem Fortschreiten der Pandemie (inklusive politischer Umwälzungen, Arbeitskräftemangel und zunehmendem Unmut gegenüber Unternehmen) wurde noch mehr Firmen klar, dass Social Listening dabei helfen kann, die wechselnden Präferenzen ihrer Kunden zu verstehen und PR-Pannen zu vermeiden.

Laut Hootsuite Social Media Trends Report 2022 geht der Trend deutlich zum Einsatz von Social Listening.

Dieser Trend wird durch Daten aus der Hootsuite-Umfrage zu den Social Media Trends 2022 untermauert. Die Mehrheit der Befragten gab an, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten entweder teilweise oder stark der Aussage zustimmten, dass Social Listening für ihr Unternehmen an Wert gewonnen hat.

Wir sehen auch, dass die Google-Suchanfragen nach Keywords wie „Social Listening“ oder „Social-Listening-Tools“ im Jahresvergleich um 22 % gestiegen sind. Das heißt: immer mehr Leute wollen herausfinden, was Social Listening eigentlich ist, oder ein entsprechendes Tool für ihr Unternehmen erwerben.

Keyword-Suche nach Social Listening bei Google
Quelle: Google

To-do-Liste:

  • Richten Sie im Social-Media-Management-Tool Ihrer Wahl drei Such-Streams für Folgendes ein (sollten Sie noch keines haben, dann testen Sie Hootsuite 30 Tage kostenlos):
    • Erwähnungen Ihrer Marke, Marken-Hashtags, Produkte und Firmensprecher
    • Erwähnungen von Marke, Marken-Hashtags, Produkten und Firmensprechern Ihrer Mitbewerber
    • Keywords und Hashtags, die für Ihre Branche insgesamt wichtig sind
  • Und zu guter Letzt das Wichtigste: Stellen Sie sicher, dass die Entscheidungsträger in Ihrem Unternehmen von Ihren Erkenntnissen erfahren. Ganz gleich, ob Sie einen Ein-Frau-Blumenladen betreiben oder Ihr Team 200 Marketer stark ist – durch Social Listening können Sie Probleme und Chancen aufdecken, die sich auf Ihr Unternehmen insgesamt auswirken können (und werden).
  • Sehen Sie sich unser informatives Einführungsvideo zu Social Listening an:

Versuche Streams in hootsuite

9. Ihr VP wird Sie auffordern, eine Social-Media-Audio-Strategie zu entwickeln

Clubhouse startete bereits im April 2020, gewann jedoch Anfang 2021 stark an Zulauf.

Monatliche App-Installationen von Clubhouse laut eMarketer
Quelle: eMarketer

Twitter rief kurz darauf seine Social-Audio-Plattform Spaces ins Leben. Und auch Facebook versucht Berichten zufolge, ins flüchtige Live-Audio-Format einzusteigen.

Diese Ereignisse veranlassen viele Social-Media-Marketingteams – unter anderem auch das von Hootsuite – zu Überlegungen, ob es sich lohnt, in eine Social-Media-Audio-Strategie zu investieren. Wie unsere Umfrage zu den Social Media Trends 2022 zeigt, dürfte die Mehrheit der Unternehmen der Meinung sein, dass es sich lohnt.

Laut Social Media Trends 2022 Report von Hootsuite ist Audio-only-Content im Kommen.

Auf die konkrete Frage, wie diese Unternehmen zu investieren gedenken, fielen die Antworten sehr gemischt aus. Die beliebteste Option war „Hosting/Leitung von Audio-Livestreams als Vordenker“.

(Anmerkung am Rande: Hut ab vor allen, die einen Firmen-Podcast realisieren sollen. Zwinkern Sie zweimal, wenn Sie unsere Hilfe brauchen.)

Investitionsvorhaben in reinen Audio-Content laut Social Media Trends 2022 Report von Hootsuite

Schlüsselt man die Daten noch weiter auf, zeigt unser Trends-Report deutlich, dass es vor allem VPs und mittlere bis große Unternehmen sind, die in Social-Media-Audio und eine Thought-Leader-Position investieren wollen. Aber auch Unternehmen, die bereits sehr zuversichtlich sind, den Return on Investment ihrer Social-Media-Aktivitäten nachweisen zu können (d. h. Unternehmen, die hochentwickelte Social-Media-Marketingtaktiken einsetzen), sind hier vertreten.

Das ist durchaus sinnvoll, weil eine Vordenkerrolle häufig als die größte Chance für Social-Media-Audio-Inhalte angesehen wird. Dieses Format ermöglicht es einer oder zwei Personen, zu einem größeren Publikum zu sprechen. Wenn Sie den Mut und das Budget dafür haben, bietet sich eine ausgezeichnete Gelegenheit, das Vertrauen in Ihre Marke auszubauen und direkt mit potenziellen Kunden in Kontakt zu treten.

Allerdings hat Social-Media-Audio-Content aufgrund der benötigten Expertise und des erforderlichen Zeitaufwands seinen Preis. Das ist einer der Gründe, warum unserer Prognose nach kleinere Unternehmen langsamer in diesen Bereich einsteigen werden. Man muss schließlich das nötige Kleingeld haben, in ein Format zu investieren, das bisher für niemanden einen nachweisbaren ROI erbracht hat.

Außerdem hat Clubhouse erklärt, dass Werbeanzeigen nie Teil seines Geschäftsmodells sein werden.

Das kann Unternehmen zum Vor- oder zum Nachteil gereichen, je nach Sichtweise. Doch das Fehlen von Werbung bedeutet, dass es ein gewisses Maß an Fantasie erfordert, Ihre Marke in Clubhouse einzubinden. Der Weg zum Audio-ROI wird kein Spaziergang, da Sie die Hörer höchstwahrscheinlich oft auf Ihre anderen Social-Media-Kanäle umleiten müssen.

To-do-Liste:

  • Sie müssen sich noch nicht für eine bestimmte Social-Audio-Plattform entscheiden, sollten aber jetzt schon darüber nachdenken, wie Ihr Unternehmen die Vorteile von Social-Media-Audio grundsätzlich nutzen könnte.
  • Sobald Sie eine Vorstellung von dem Mehrwert haben, den Sie Social-Media-Audio-Zuhörern liefern können, ziehen Sie konkrete Plattformen in Erwägung. Sie könnten versuchen, über Spaces mit Ihrer bestehenden Community auf Twitter zu interagieren, oder über Clubhouse neue Follower für Ihre Community zu finden.
  • Bitten Sie Thought-Leader (hoffentlich gute, charismatische Menschen mit einer Menge Improvisationstalent) in Ihrem Unternehmen, eine Gesprächsrunde zu Ihrer Marke zu leiten. Und engagieren Sie unbedingt einen Profi-Moderator, der Ihnen Trolle und unerwünschte Fragen vom Leib hält.
  • Wenn Sie in Ihrem Unternehmen niemanden finden, der als Vordenker in Frage kommt, überlegen Sie, sich mit einem Influencer zusammenzutun, der zu Ihren Markenwerten passt und einen Talk in Ihrem Namen leiten kann.

Das ist es! Dies sind die 9 Social-Media-Trends, die Sie wissen müssen, um 2022 an der Spitze Ihres Spiels zu bleiben. Welche haben Sie kommen sehen? Und welche haben Sie überrascht? Hinterlassen Sie uns unten einen Kommentar, um uns zu informieren.

Sie haben die Social-Media-Trends gelesen. Jetzt lassen Sie Hootsuite Ihnen helfen, vor ihnen zu bleiben.

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