Illustration of a person sitting in the chair with social media hearts, comment icons, and hashtags float around them

So arbeitet der Instagram-Algorithmus in 2019 (und wie Sie ihn überlisten können)

Instagram ist ständig im Wandel. Aktuell testet die Social Media-Plattform eine Version ohne ohne Like-Angaben und Anzahl der Videoaufrufe für im Feed veröffentlichte Inhalte und hat die Testregion nach Kanada jetzt auf die Länder Australien, Brasilien, Irland, Italien, Japan und Neuseeland ausgeweitet. Fällt die Ware “Likes” künftig weg, wird die Beschäftigung mit dem Instagram-Algorithmus über den Erfolg auf Insta entscheiden.

So oder so: Veränderungen im Instagram-Algorithmus betreffen alle, die diese Plattform nutzen: Marken, die Kardashians, Sie und jawohl: auch Ihre Mutter.

Doch seitdem Instagram 2016 den chronologisch umgekehrten Feedback abschaffte brodelt die Gerüchteküche um den Instagram Algorithmus: Wie tickt er eigentlich? Auf welche Signale „hört“ er? Der Instagram-Algorithmus ist sichtlich ein geheimnisvolles Wesen umgeben von Halbwissen und Falschinformationen. 

Doch wie passen Sie Ihre Instagram-Marketingstrategie so an, dass Ihre Marke mit dem Flow des Feed arbeitet und nicht gegen ihn?

Hier haben wir die aktuellsten Informationen (und Verschwörungstheorien) über den allmächtigen Algorithmus zusammengestellt.

Inhalt

Wie der Instagram Algorithmus arbeitet

Die 3 wichtigsten Ranking-Signale für den Instagram Algorithmus

5 Mythen zum Instagram Algorithmus

Wie Sie den Instagram Algorithmus zu Ihrem Vorteil einsetzen

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Wie der Instagram-Algorithmus in 2019 arbeitet

Soviel vorweg: die chronologisch umgekehrte Reihenfolge ist noch immer vom Tisch. (Obwohl der Algorithmus „Aktualität priorisiert“—dazu kommen wir gleich.)

Behalten Sie dabei ist Folgendes im Hinterkopf: Das Hauptziel von Instagram ist es, die Benutzer möglichst lange auf der Plattform zu halten. Die simple Rechnung: je länger die Nutzer verweilen, umso mehr Anzeigen sehen sie. So werden direkt oder indirekt Konten belohnt, die Instagram helfen, dieses Ziel zu erreichen.

In einer Reihe von Pressegesprächen in San Francisco erklärten Instagram-Mitarbeiter im Juni 2018 den Instagram-Feed-Algorithmus im Detail und räumten dabei mit Missverständnissen auf.

So ging Julian Gutman, Product Leader bei Instagram, genau darauf ein, wie der Algorithmus anhand von „Ranking-Signalen“ entscheidet, wie der Feed jedes einzelnen Nutzers angeordnet wird.

Die drei wichtigsten Ranking-Signale für den Instagram-Algorithmus

1. Beziehungen

Der Instagram Algorithmus priorisiert Content von Accounts, mit denen Nutzer häufig interagieren.

Wenn jemand oft Kommentare zu Ihren Posts abgibt, die Benachrichtigungen für Ihren Account aktiviert hat, oder Sie sich gegenseitig Direktnachrichten schicken, oder gegenseitig in Ihre Posts taggen, erkennt der Algorithmus, dass Sie beide sich „nahestehen“.

Laut Instagram sehen die Nutzer jetzt 90 Prozent der Posts von Freunden und Familie—im Vergleich zu den Zeiten der chronologisch umgekehrten Anordnung: Wie Instagram schätzt, verpassten damals 50 Prozent diese wichtigen Posts und 70 Prozent ihres Gesamt-Feeds.

2. Interessen

Hier prognostiziert der Algorithmus verhaltensbasiert Ihr mögliches Interesse an jedem Post in Ihrem Feed. Dies beinhaltet möglicherweise den Einsatz von Technologien zur Bildverarbeitung (oder Bilderkennung) zur Beurteilung des Inhalts eines Fotos.

Das funktioniert in der Art und Weise wie der Facebook Algorithmus und der YouTube Algorithmus Content filtern und empfehlen. Nutzer, die Latte-Kunst mögen, werden ganz oben in ihren Feeds also eher #lattekunst sehen. Und Nutzer, die Tierbabys mögen, werden dort eher Tierbabys angezeigt bekommen.

3. Aktualität

Wie im März 2018 angekündigt zeigt Instagram den Nutzern zuerst neuere Posts an. Wir vermuten, dass es sich hier um eine Reaktion auf die endlose Kampagne zur Rückkehr zum chronologischen Feed von brandneu bis alt handelt.

Für Marken bedeutet das Aktualitäts- (oder „kürzlich“) Ranking-Signal, dass sie auf das Verhalten ihres Publikums achten und dann posten sollten, wenn dieses online ist.

Tiefer in die Materie einsteigen: Schauen Sie sich diese besten Instagram Analytics Tools an, wenn Sie weitere Informationen zu diesem Thema brauchen.

Andere Faktoren des Instagram-Algorithmus

Instagram berücksichtigt auch andere Faktoren, die die Art und Weise beeinflussen, wie Instagram individuelle Feeds organisiert.

Nutzungsfrequenz

Hier geht es darum, wie oft ein Benutzer die App öffnet. Der Algorithmus zielt darauf ab, den Nutzern die besten und beliebtesten Beiträge seit dem letzten Blick auf ihren Feed anzuzeigen.

Follower-Zahlen

Folgen Sie vielen Accounts, werden Sie wahrscheinlich nicht jeden Post von jedem einzelnen Account sehen—auch wenn dieser produktiv ist. Aber Sie sehen einen größeren Ausschnitt aus allen Posts. Andersherum gilt: wer nur wenigen Accounts folgt, sieht wahrscheinlich mehr Posts von seinen bevorzugten Konten. 

Nutzung, bzw. Zeitraum der Sessions

Nutzer, die 45 Minuten auf Instagram verbringen, scrollen weiter zurück und sehen mehr Posts (hier sind unterdurchschnittlich performante Beiträge gemeint), als Nutzer, die für fünf Minuten reinschauen und nur die größten Hits mitbekommen.

5 Mythen zum Instagram-Algorithmus

Soweit, was uns zur Funktionalität des Instagram-Algorithmus bekannt ist. Es ist aber auch wichtig, zu verstehen, wie der Algorithmus nicht arbeitet. Instagram hat mit einigen Mythen zum Algorithmus und der Plattform aufgeräumt.

1. Der chronologische Feed ist Geschichte

Instagram algorithm instagram-algorithmus
Quelle: Twitter

 

Die Nutzer werden sich weiterhin beschweren, und die Journalisten werden weiterhin nachhaken, aber Instagram bleibt stur (zumindest zum Zeitpunkt dieses Blog-Posts).

2. Es gibt keinen „Shadowban“

Die Paranoia vor dem sogenannten „Shadowban“ (verstecktes Verbannen) treibt Marketing-Blogs seit Jahren um. Laut Instagram existiert der aber gar nicht. Der Algorithmus ist nicht in der Lage, Ihren Content zu verstecken, ohne es Ihnen mitzuteilen.

Allerdings kann das Engagement durchaus plötzlich abfallen, wenn Sie Ihre Follower durch Spam-Praktiken verärgern.

Achten Sie daher auf die Community-Richtlinien. Und richten Sie sich auf jeden Fall nach den Instagram Hashtag Best Practices.

3. Die Reichweitenobergrenze ist ebenfalls Fake News

Um einige Fakten klarzustellen, setzte Instagram auf Twitter (zuletzt im Januar 2019).

Instagram algorithm instagram algorithmus

Es ist die gleiche Story wie beim Shadowban. Nutzer, die das Gefühl haben, ihre Aktivitäten würden gegen die Unternehmenswerte von Instagram verstoßen und sie würden als Spammer verdächtigt, fühlen sich schuldig. Dann entwickeln sie paranoide Wahnvorstellungen und vermuten, dass sie der Algorithmus—allwissend wie der Weihnachtsmann—verfolgt.

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Keine Bange! Wenn Ihre Reichweite plötzlich sinkt, untersuchen Sie am besten die Faktoren, die Sie kontrollieren können. Zu diesem Thema: Hier ein paar handfeste Tipps, um mehr Likes zu gewinnen.

4. Der Einsatz von Instagram Stories macht Sie beim Instagram-Algorithmus nicht beliebter

Der Feed ist der Feed, so Instagram. Und der Algorithmus des Feeds unterscheidet nicht danach, wie häufig Ihr Account andere Tools innerhalb der App nutzt.

Obwohl: wenn Ihre Marke Stories und Live-Videos auf sensationelle Weise inszeniert, werden Sie wahrscheinlich auch mehr Follower und Engagement von Ihrem gesamten Publikum bekommen. Wir empfehlen daher, diese Tools in Ihren Instagram-Businessplan aufzunehmen.

5. Verifizierte und Unternehmens-Accounts werden nicht höher gelistet

Wenn es so aussieht, als ob dem so ist, handelt es sich eigentlich um eine Funktion des Algorithmus, der die Beliebtheit von Inhalten priorisiert. Fakt ist: kein spezifischer Account-Typ wird bevorzugt. Die Nutzer entscheiden, was sie wollen, und der Algorithmus liefert entsprechend.

8 Tipps: Wie Sie den Instagram-Algorithmus zu Ihrem Vorteil einsetzen

1. Posten Sie häufiger

Wenn Sie meinen, dass Ihr Team die Qualität und Quantität steigern kann, posten Sie öfter.

Früher war es riskant, öfter als einmal am Tag auf Instagram zu posten. So eine Marke wollen Sie nicht sein. Aber seitdem der Algorithmus mehrere Fotos automatisch aufteilt, um zu verifizieren, was sich die Leute anschauen, muss Ihr Publikum ein höheres Post-Volumen nicht unbedingt bewusst wahrnehmen. Und wenn Sie großartigen Content veröffentlichen, werden sie diesen wahrscheinlich auch mögen.

Tipp: ein Instagram-Terminierungs-Tool zur Planung Ihres Content-Kalenders erleichtert das Managen höherer Post-Volumen erheblich.

2. Posten Sie Videos

Laut Instagram priorisiert der Algorithmus Video nicht, es sei denn, Ihr Publikum bevorzugt Videos. Jemand, der sich keine Videos ansieht, bekommt also weniger davon in seinem Feed serviert.

Aber statistisch gesehen, stoppen die meisten Menschen im Feed, um Videos zuzusehen. (Der Videokonsum bei Instagram stieg ab 2018 im Jahresvergleich um 80 Prozent). Damit bleibt dem Algorithmus der Job, mehr Videos für diese Nutzer zu finden.

Das Posten von Videos—ob Live, als Story oder auf IGTV—erhöht auch die Zeit, die Ihr Publikum mit jedem Beitrag verbringt, was zu mehr Engagement führen kann.

3. Posten Sie, wenn Ihre Zielgruppe online ist

Die umgekehrte Chronologie kommt nicht zurück (ich schwöre: es ist das letzte Mal, dass ich es erwähne). Aber weil der Algorithmus die aktuellsten Posts bevorzugt, müssen Marken darauf achten, wann ihr Publikum online ist.

Instagram Insights instagram-algorithmus

Wir empfehlen die Verwendung eines Instagram-Planers, um a) Zugriff auf erweiterte Analytics als die von Instagram zu erhalten, und b) diese Posts zur richtigen Zeit zu veröffentlichen und Ihr Instagram-Posting nicht etwa um 16.00 Uhr zu beenden (oder 4.00 Uhr, wenn sich Ihr Publikum in einer anderen Hemisphäre befindet).

Zwischenzeitlich haben wir 20 der wichtigsten nordamerikanischen Marken auf Instagram analysiert und aufgrund der Daten die besten Tageszeiten und Wochentage für das Veröffentlichen auf Instagram zusammengestellt, sortiert nach Branchen.

4. Machen Sie es persönlich

Der Algorithmus promotet Ihre Beiträge bei Nutzern, die bereits eine Beziehung zu Ihnen haben. Also bauen Sie diese Beziehungen authentisch auf. (Nein, wir reden nicht über Instagram-Pods.)

Texten Sie überzeugende Bildunterschriften, die das Engagement fördern. Chatten Sie mit den Leuten in den Kommentaren, stellen Sie Fragen. Liken Sie die Posts anderer Nutzer (auch dann, wenn die Likes im Feed nicht mehr angezeigt werden) und kommentieren Sie diese. Einfach, aber effektiv.

5. Setzen Sie Hashtags gekonnt ein

Hashtags sollen Ihre Posts Menschen zugänglich zu machen, die Ihnen nicht unbedingt folgen, aber ein Interesse an Ihren Fachgebieten haben.

Hashtag-Missbrauch kann Ihre Marke als verzweifelt und schleimig erscheinen lassen. (Ja, auch wenn Sie diese Hashtags verbergen: wir sehen das.) Verwenden Sie Hashtags besser in guter Absicht. So wie ein Bibliothekar sie benutzen würde: Erstens, um wirklich zu klären, worum es in Ihrem Post geht. Und zweitens, um Ihren Teil dazu beizutragen, die Datenflut für Ihre Zielgruppe zu strukturieren.

Weitere Tipps finden Sie in unserem Leitfaden für Profis: Instagram Hashtags nutzen.

6. Veranstalten Sie einen Wettbewerb für einen schnellen Boost

Zu den schnellsten, aber dennoch legitimen Möglichkeiten, Ihr Engagement zu steigern und sich gut mit dem Algorithmus zustellen, zählen Instagram-Wettbewerbe.

Wettbewerbe erfordern eine gewisse Vorbereitung. Und sie sollten gut durchdacht sein, wenn sie Ihre Marke aufbauen und nicht beschädigen wollen. Aber da sich der Algorithmus von Aufmerksamkeit nährt, gibt es keinen besseren Weg, ihn zu umgarnen.

Schon ein simples Werbegeschenk, das Ihr Top-Produkt oder Ihren Vorzeige-Service vorstellt, kann Ihr Publikum positiv stimmen, für mehr Follower sorgen und Ihr Engagement derartig steigern, dass es dem Algorithmus auffallen muss.

7. Ermutigen Sie zur Aktivierung der Benachrichtigungsfunktion

Richtig gemacht, (d.h. die Leute beiläufig erinnern), ist dies eine Möglichkeit, den Algorithmus mit der Bedeutung Ihrer Marke für Ihre Community zu beeindrucken. Personen, die Benachrichtigungen aktiviert haben, werden wahrscheinlich nicht nur für mehr Engagement sorgen, sondern auch insgesamt mehr Content von Ihnen ansehen.

8. Gestalten Sie Ihre Posts wirklich einzigartig

Instagram predigt es immer wieder: der einzige Weg, das Ranking Ihrer Inhalte im Feed zu verbessern besteht im Posten von großartigem Content.

Die Anziehungskraft von Instagram fußt auf der ungeschriebenen Regel, dass niemand schlechte Fotos veröffentlicht. (Ok, fast niemand.)

Wenn sich also Ihre Fähigkeiten—und das Engagement—verbessert haben, wird es Zeit, etwas Neues auszuprobieren. Warum nicht einen professionellen Fotografen beauftragen und sehen, was Sie dazulernen können? Oder Sie laden sich ein paar neue Tools herunter und üben sich darin Fotos wie ein Profi zu bearbeiten.

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