5 Social Media-Makro-Trends, die jedes Unternehmen kennen sollte

Neue Algorithmen. Neue Anzeigen-Tools. Brandneue Möglichkeiten, sich Videos anzuschauen. Der extreme Wettbewerb der Social Media-Netzwerke um die Werbe-Dollars treibt die Entwicklung von immer neuen Social Media-Tools und -Taktiken kräftig voran. Unternehmen, denen bei all den neuen Technologien und Strategien die Puste ausgeht, geraten schnell ins Hintertreffen. Aber allen, die das Tempo halten können, verspricht Social Media künftig größere Zielgruppen und höheren Return of Investment.

Hier kommt ein Einblick in fünf Trends, die den Umgang mit Social Media in Unternehmen verändern werden (und wie Sie dabei an der Spitze bleiben):

Verabschieden Sie sich von kostenloser Reichweite (im Ernst)

Unternehmen, sehen sich seit Jahren mit einer sinkenden organischen Reichweite auf Facebook konfrontiert. Der Anteil ihrer Follower, der nicht durch Werbung auf Neuigkeiten aufmerksam gemacht wird, ist stark rückläufig und auf bis zu 2% gefallen. Wie sich die Grundsatzentscheidung von Facebook, den Newsfeed komplett zu überarbeiten – und „bedeutende Interaktionen“, speziell von Freunden und Familie, zum Nachteil von Unternehmens- und Medien-Content zu bevorzugen – tatsächlich auswirkt, ist noch unklar. Fest steht, dass ein „freier“ Zugang zum Nutzer für Unternehmen immer schwieriger wird.

Außer, Sie nehmen Geld in die Hand. Die aktuellen Entwicklungen sind eine letzte und deutliche Ansage, dass Facebook für Unternehmen jetzt eine Plattform für bezahlte Werbung ist – nicht viel anders, als traditionelle Pay-to-Play-Werbekanäle wie TV, Radio, Print oder Außenwerbung. Um Zielgruppen – egal welche – über den Newsfeed zu erreichen, müssen Sie bezahlen. Wenn wir dabei in Betracht ziehen, dass 51% aller Unternehmen heute mit zu knappen Social Media-Werbebudgets ringen, steht für 2018 ein harter Aufschlag bevor. Ein Silberstreif am Horizont: Social Media-Werbepionier Facebook hat einige der genauesten Targeting-Tools überhaupt entwickelt. (Sie wollen Fußball-Fans um die Zwanzig in München erreichen, die im Einzelhandel arbeiten und Hunde lieben? Kein Problem.) So lässt sich Ihr Anzeigenbudget zumindest sinnvoll einsetzen.

Video beherrscht das Web (aber viral gehen heißt nicht viel)

Es braucht keine Kristallkugel, um Video als Zukunft zu erkennen – nicht nur in den sozialen Medien, sondern im gesamten Internet. 2021 soll 82% des gesamten durch Endverbraucher generierten Internet-Traffics auf Video basieren, prognostiziert Cisco. Live-Videos, aufgezeichnete Videos und Anzeigen-Videos dominieren zunehmend die Feeds auf Facebook und Snapchat und schwappen zu Instagram, Twitter und sogar LinkedIn herüber. Fast die Hälfte aller Unternehmen setzt bereits auf Social Media-Videos, weitere 26% planen die Einführung in diesem Jahr.

Es gibt nur ein Problem. Beim Rennen um Video-Views und Klicks lassen viele Unternehmen das Gesamtbild außer Acht. Es ist letztendlich nicht relevant, wie viele Nutzer Ihr Video ansehen. Es geht vielmehr darum, wer Ihre Videos anschaut und wie er anschließend handelt. „Viral gehen“ bedeutet nicht viel – zumindest, wenn Sie nicht wirklich kaufbereite Kunden erreichen. Ein Mittel gegen das Versteifen auf Vanity-Metriken bieten Analytics-Tools, die Konversationen verfolgen und hervorheben, wie Video tatsächlich zur Akquise und dem Halten von Kunden beiträgt.

Marken verlagern Ressourcen zu Instagram

Im vergangenen Jahr hat Instagram in nur fünf Monaten 100 Millionen neue Nutzer gewonnen – mit monatlich aktuell 800 Millionen Nutzern macht das Netzwerk den Wachstumsraten von Facebook Konkurrenz. Ein vorwiegend junges Publikum (die Mehrheit der Nutzer ist unter 30) mit ausgeprägtem Markenbewusstsein (53% der Nutzer folgen Marken) lässt Instagram heimlich, still und leise zur ersten Adresse von Unternehmen werden, die den Social Media-Erfolg suchen – ganz besonders nach der Facebook-Entscheidung, seinen Algorithmus einer Generalüberholung zu unterziehen.

Für Unternehmen, die in puncto Social Media vorne bleiben wollen, ist ein verstärktes Engagement auf Instagram aus unterschiedlichen Gründen sinnvoll. In einer aktuellen Studie wurde ermittelt, dass Marken im 1-zu-1-Vergleich mit Facebook auf Instagram ein dreimal höheres Engagement erzielen. Instagram hat sich Features anderer Netzwerke radikal einverleibt – von der nahtlosen Vereinnahmung der „Stories“ von Snapchat bis zu Live Video, privatem Messaging und sogar Filtern. Zudem ermöglicht die neue Graph-API von Instagram Anwendern in Unternehmen das einfache Terminieren mehrerer Posts und das Monitoring des Engagements.

Die Ära des „Millisekunden-Marketing“ ist da (egal, ob Sie bereit dafür sind oder nicht)

Viele der elementaren Social Media-Aufgaben wurden bereits automatisiert – von der Vorausplanung des geeigneten Zeitpunktes zur Veröffentlichung eines Posts bis zum Entdecken von teilenswertem Content. Jetzt sollten Sie sich auf Künstliche Intelligenz und KI-basierte Tools einstellen – diese spielen hinter den Kulissen eine noch größere Rolle, wenn es um das Teilen von Nachrichten geht. Paradebeispiel: eine neue Technologie, die das simultane Testen hunderter Social Media-Anzeigenvariationen ermöglicht. Statt zu spekulieren, welche Bilder und Texte die meisten Klicks erzielen, kann der Anwender Kampagnen automatisieren, damit die performantesten Posts umgehend der größten Zielgruppe gezeigt werden.

Dies gehört zu einer weitgreifenderen Transformation, die den Zyklus der Kreation, Bereitstellung und Optimierung von Social Media radikal komprimiert. Im Innenleben der neuesten KI-Tools bestimmen noch komplexere Algorithmen die Richtung – und bereiten dem Rätselraten um erfolgreiche Marketingmaterialien und Flops ein Ende – und das fast in Echtzeit. Ob begrüßenswert oder unheimlich – Aufgaben, für die Kreativteams früher Tage (oder Wochen) brauchten, lassen sich heute in Millisekunden erledigen. Künftig sollten Unternehmen mit diesen Tools noch größere Zielgruppen mit noch zielgerichteteren und noch personalisierteren Nachrichten erreichen – in einem so nie da gewesenen Ausmaß. Damit geht der Traum einer echten „Skalierbarkeit“ von Social Media in Erfüllung – vorausgesetzt, Sie können mithalten.

Software-Clouds für Unternehmen fördern Social Media-Strategien (endlich)

Die 26 Milliarden Dollar schwere Übernahme von LinkedIn durch Microsoft hat ein heimliches Rennen der großen Softwareanbieter um die Integration und das Upgrade von Social Media-Features ausgelöst. Microsoft hat mit der Integration der enormen Profi-Verzeichnisse von LinkedIn in Outlook und Dynamics 365 bereits die Nase vorn – Unternehmen können sofort Social Media-Daten zu potenziellen Kunden und Käufern anzapfen und damit E-Mails und Nachrichten personalisieren.

Auch Adobe, Salesforce, IBM und Oracle haben sich eilig auf Einkaufstour begeben und entwickeln Integrationen, um ihre Marketing-Clouds mit Social Media-Features anzureichern. All diesen Initiativen liegt ein wachsendes Verständnis für Social Media als reichhaltige und Echtzeitquelle von Kundeninformationen für Unternehmen zugrunde – genau die Daten, die zum Betrieb von KI-Motoren im Herzen der Cloud – wie Einstein von Salesforce – benötigt werden. Letztendlich werden die Anwender in Unternehmen von diesem Wettrüsten der Softwarefirmen am stärksten profitieren, weil Marketing-Plattformen bessere Wege zur Integration von Social Media-Daten und Social Media-Tools in ihre Angebote finden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf LinkedIn veröffentlicht. Für mehr Social Media-Insights folgen Sie Ryan Holmes auf LinkedIn.