5 Trends, die Social Media in Unternehmen 2016 neu definieren werden

Dieser Beitrag stammt ursprünglich von Fast Company.

Inwischen gibt es weltweit mehr als 2 Milliarden aktive Social Media-Nutzer, und diese Zahl wächst jedes Jahr um weitere 25 Prozent. Auch Unternehmen ist dieser regelrechte Siegeszug sozialer Medien nicht entgangen. 90 Prozent aller US-Unternehmen sind inzwischen auf sozialen Netzwerken aktiv. Der gleiche überwältigende Prozentsatz hat infolgedessen eine größere Reichweite beobachtet, und über die Hälfte konnte durch Social Media-Aktivität einen höheren Umsatz erzielen.

Was hält 2016 also bereit? Im Folgenden befassen wir uns näher mit fünf Trends, die die Art ändern könnten, wie Social Media in Unternehmen dieses Jahr verwendet wird.

1. Soziale Netzwerke erobern den Arbeitsplatz

Schon seit Jahren wird der Untergang herkömmlicher E-Mails zugunsten einer neuen Generation interner sozialer Netzwerke – die Mitarbeitern innerhalb eines Unternehmens zur Verfügung stehen – vorausgesagt. Dies würde dem mühseligen Durchforsten des Posteingangs nach einer bestimmten Informationen und endlosen E-Mail-Threads ein Ende bereiten. Dennoch sind E-Mails scheinbar nicht totzukriegen.

Aber das könnte sich bald ändern. So hat sich beispielsweise Slack als bahnbrechend erwiesen. Dank der intuitiv gestalteten Oberfläche, die um Themen-Chatrooms und durchsuchbare Archive aufgebaut ist, hat es das soziale Netzwerk geschafft, in nur zwei Jahren über 1,25 Millionen aktive Geschäftsnutzer für sich zu begeistern, von NASA-Forschern bis zu Mitarbeitern des Cafés bei Ihnen um die Ecke. Und es gibt bereits eine beachtliche Gruppe von Konkurrenten, die darauf bedacht sind, es Slack gleichzutun.

Aktuell befindet sich Facebook at Work mit ausgewählten Unternehmen im Testmodus und wird eventuell noch im kommenden Jahr zur allgemeinen Nutzung als Freemium-Tool erscheinen. Da ein Großteil der Welt bereits Facebook nutzt, kann man davon ausgehen, dass auch Facebook at Work überaus erfolgreich sein wird.

2. Unternehmen zählen auf Mitarbeiter als Markenbefürworter

Fast 80 Prozent aller Unternehmen haben inzwischen ein eigenes Social Media-Team. Dennoch schaffen es viele nicht, ein breites Publikum zu erreichen. 2016 werden sich Unternehmen zu diesem Zweck zunehmend an eine viel zu wenig genutzte Ressource wenden: ihre eigenen Mitarbeiter. Befürwortungsprogramme für Social Media, die Mitarbeiter dazu ermuntern, auf ihren eigenen Social Media-Konten Updates zum Unternehmen zu teilen, sind seit 2013 um 191 Prozent gewachsen und sollten im kommenden Jahr richtig durchstarten.

Eine solche Initiative kann, wenn sie gezielt durchgeführt wird, beeindruckende Ergebnisse liefern. Unternehmen können nicht nur ihre Social Media-Reichweite enorm erweitern, sondern auch messbar bessere Ergebnisse erzielen. Von Mitarbeitern geteilte Inhalte zeigen laut einer kürzlich durchgeführten Studie eine achtmal höhere Interaktionsrate auf als von Markenkanälen geteilte Inhalte. Eine neue Generation von Tools, die Mitarbeiter beim Teilen unterstützen sollen (einschließlich eines Tools, das wir hier bei Hootsuite entwickelt haben) sollte diesem Ansatz 2016 zum Sprung in den Mainstream verhelfen.

3. Unternehmen wagen sich an Social Media-Nachrichten

Das hier dürfte Sie überraschen: Es gibt weltweit fast 4 Milliarden aktive Nutzer von Messaging-Apps, von WhatsApp über Facebook Messenger bis hin zu WeChat und Kik. Tatsächlich sind die fünf am häufigsten genutzten Apps der Welt allesamt Messaging-Apps. Solche Apps werden sogar öfter geöffnet als Facebook oder Instagram.

Was bedeutet das für Unternehmen? Bisher nicht viel. Nachrichten existieren größtenteils in einem mysteriösen Bereiich, der auch „dark social“ genannt wird. Welche Inhalte Anwender dieser Apps untereinander teilen und wie sich dies auf Web-Traffic und „Konversionen“ auswirkt, ist im Moment noch mehr oder weniger ein Rätsel. Obwohl einige wenige unerschrockene Marken – von Hellman’s über Absolut bis HBO – sich langsam an dieses vielversprechende Gebiet heranwagen, bleibt das enorme Potenzial von Nachrichten weiterhin weitgehend ungenutzt.

Trotz allem könnte 2016 sehr wohl das Jahr sein, in dem Analytics und Insights besser zugänglich werden, wodurch Unternehmen wiederum ausgereifte Strategien rund um Social Media-Nachrichten entwickeln könnten. Alle großen sozialen Plattformen bieten inzwischen Nachrichtenfunktionen an und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie einen Weg finden, Unternehmen diese Daten zu Marketingzwecken bereitzustellen.

In der Zwischenzeit entwickelt sich Social Media-Messaging zu einem zentralen Dreh- und Angelpunkt des persönlichen Kundendiensts. Twitter verabschiedete sich von der Zeichenbegrenzung von 140 Zeichen und erlaubt seit Anfang des Jahres auch Direktnachrichten zwischen Nutzern, die sich nicht gegenseitig folgen – dies soll einen besseren Kundensupport gewährleisten. Und auch Facebook Messenger arbeitet daran, eigene Kundenservice-Funktionen einzuführen.

4. Social Media-Werbeanzeigen haben ihren Rhythmus gefunden

Ihnen ist die exponentiell steigende Anzahl von Werbeanzeigen in Ihren Social Media-Feeds gar nicht aufgefallen? Das heißt wahrscheinlich, dass sie funktionieren. Im Gegensatz zu altmodischen Werbebannern erscheint die neue Generation „nativer“ Social Media-Werbeanzeigen, wie gesponserte Beiträge auf Facebook, Instagram und Twitter, wie normale Updates von Freunden und Followern. Außerdem werden sie immer mehr auf die Interessen der jeweiligen Zielperson zugeschnitten. Werbetreibende können inzwischen nicht nur nach Alter und Geschlecht, sondern auch nach Interessen, Standort, Unternehmenszugehörigkeit, Stellung und weiteren Kriterien vorgehen. Die Werbeanzeigen, die Sie sehen, sind also wahrscheinlich genau die, die Sie auch sehen wollen.

Aus all diesen Gründen haben Unternehmen 2015 ihre Werbeaktivität in sozialen Medien erheblich erhöht, wobei die Ausgaben um 33,5 Prozent auf fast 24 Milliarden US-Dollar stiegen – eine Summe, die umso beeindruckender ist, wenn man bedenkt, dass es vor wenigen Jahren noch 0 US-Dollar waren.

Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen. Bis 2017 könnten Social Media-Werbeanzeigen ganze 16 Prozent aller Ausgaben für digitale Werbung weltweit ausmachen. Weiter angetrieben wird das Wachstum von einer Reihe neuer Tools, mit denen kleine Unternehmen Social Media-Werbeanzeigen mit ein paar Klicks entwerfen und bezahlen können, was einen Prozess vereinfacht, der früher Streuplanern zu hohen Preisen vorbehalten war.

5. Social Video regiert die Welt

Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben: Social Video explodiert momentan geradezu. Vergangenes Jahr konnte Facebook seine täglichen Videoansichten mit 8 Milliarden Aufrufen mehr als verdoppeln, und damit angeblich sogar YouTube überholen. Twitter führte 2015 eine eigene native Videofunktion ein, während Snapchat inzwischen 6 Milliarden Videoansichten pro Tag meldet. Insgesamt konsumieren erwachsene Nutzer heutzutage insgesamt 66 Minuten Internetvideos am Tag.

Diese Zahlen dürften 2016 luftige neue Höhen erklimmen. Facebook bereitet die Einführung von Funktionen wie „Empfohlene Videos“ vor und vielleicht sogar einen eigenen Video-Feed, während Snapchat Stories immer beliebter und aufwendiger werden. Da ist es kein Wunder, dass 70 Prozent aller Unternehmen der Meinung sind, dass Videos das effektivste Werkzeug in ihrem Online-Marketing-Repertoire darstellen, und zwei Drittel aller Unternehmen davon ausgehen, dass Videos ihre Strategie künftig bestimmen werden.

Trotz all dieser Daten zögern viele Unternehmen noch immer, sich in die Social Video-Welt zu stürzen, und das aus einem Grund: Die Kosten für ein professionell gedrehtes Video können ins Unbezahlbare reichen. Aber es gibt zum Glück immer mehr Alternativen. Kürzere Formate, von achtsekündigen Vines bis hin zu 15-sekündigen Instagram-Videos, ganz zu schweigen von Streaming-Angeboten wie Periscope und Meerkat, ermöglichen eine mühelose Anteilnahme am Spaß. Unterdessen sind Crowdsourcing-Kampagnen und -Tools immer beliebtere Methoden für Unternehmen, um Videoinhalte zu erstellen und zu teilen.

Doch um den größten Trend für 2016 zu erkennen, braucht man wohl keine Kristallkugel. Auf der ganzen Welt wird Social Media für Unternehmen momentan zur Standardvorgehensweise. Facebook, Twitter, Instagram, LinkedIn und andere Netzwerke haben neu definiert, wie Unternehmen Kunden erreichen und mit ihnen interagieren, Produkte und Dienste anbieten, mit Mitarbeitern kommunizieren und, kurz gesagt, handeln. Und diese Welle hat noch nicht einmal annähernd ihren Höhepunkt erreicht.

 

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