Diese neuen Entwicklungen könnten die Art und Weise, wie Sie Social Media nutzen, verändern.

Tschüß, Vine! Es scheint kaum ein paar Jahre her, dass dieses Netzwerk – und sein packendes 6-Sekunden-Video-Format – das Licht der Welt erblickten und sich Unternehmen ein Wettrennen lieferten, um herauszufinden, wie es sich monetarisieren ließe.

Im Oktober haben wir erfahren, dass die App von Twitter offiziell eingestellt wird. Doch schon vorher hat sich die Aufmerksamkeit neuen und flexibleren Video-Formaten wie dem neuen Spielmacher Facebook Live zugewandt.

Diese konstante Fluktuation im Social Media-Bereich ist nicht wirklich neu und kommt oft genug einfach nur teuer. Unternehmen investieren in neue Tools und Strategien, entwickeln Marketing-Pläne und strengen sich an, um Ihre Mitarbeiter in Stellung zu bringen… nur um zu erleben, dass ihnen über Nacht der buchstäbliche Teppich unter den Füßen weggezogen wird.

Wie lautet also das Geheimnis, mit dem Sie Ihre Social Media-Strategie wetterfest machen? Vergessen Sie den neuesten Hype, und werfen Sie einen Blick auf die Makro-Trends, die die Branche vorantreiben.

Hier kommen fünf große Veränderungen, die die Art und Weise, wie Unternehmen Social Media nutzen, in 2017 stark beeinflussen dürften:

1. Der Reichweiten-Kollaps

Es funktioniert nicht mehr, die Nutzer in den sozialen Medien auf die hergebrachte Weise – also ein Publikum über einen Zeitraum aufzubauen und Neuigkeiten zu teilen – zu erreichen.

Die Anzahl der Posts, die Ihre Zielgruppe zu sehen bekommt, wird durch die Algorithmen immer stärker limitiert. Das ist keine großangelegte Verschwörung, sondern reflektiert die Realität überladener Feeds. Bei all den Nachrichten, Fotos und Bildern dringt nicht alles durch. Wie also können sich Unternehmen in dieser Überfülle durchsetzen? Es dürfte nicht überraschen, dass sie Geld in die Hand nehmen müssen.

Alle Netzwerke haben ihren eigenen Anzeigenformate entwickelt – Promoted Posts und Neuigkeiten, die authentisch wirken. 2017 wird es Zeit, dass Sie diese nutzen.

Hat man die Preise einmal „verdaut”, sind diese Anzeigen in der Tat eine clevere Investition. Sie können sehr zielgerichtet eingesetzt werden, lassen sich teilen und machen es einfach, die Ausgaben in Views und Klicks nachzuvollziehen.

2. Mitarbeiter werden zu Ihrer Social Media-Mannschaft

Unternehmen, die Ihre Reichweite und den Einfluss in den sozialen Medien steigern wollen, ohne dafür einen Cent auszugeben, bietet sich eine mächtige Verstärkung, die bereits auf der Gehaltsliste steht.

Mitarbeiter als Markenbotschafter einzusetzen bedeutet, Ihr Team zu ermutigen und zu motivieren, Markenbotschaften über deren eigene Social Media-Accounts zu teilen – dürfte 2017 zum Gamechanger werden.

Sogar als kleineres Unternehmen können Sie so hunderte, wenn nicht sogar tausende neuer Follower erschließen. Nachrichten von privaten Accounts genießen mehr Vertrauen und umgehen außerdem einige der oben erwähnten lästigen Algorithmen.

Ich konnte das bei der Sport-Entertainment-Kette Topgolf beobachten, für die mein Unternehmen eine Fallstudie erstellt hat. Topgolf motivierte 300 seiner Mitarbeiter dazu, Neuigkeiten zu teilen. Die „Gefällt mir”-Angaben stiegen während der Einführung der Initiative im vergangenen Jahr um 220 Prozent.

Allerdings gibt es ein falsches und ein richtiges Vorgehen. Das Teilen von Unternehmensnachrichten lässt sich nicht erzwingen.

Mitarbeiter sollten Unternehmens-Posts teilen wollen. Und die Inhalte sollten zu ihrem eigenen Publikum passen. Es ist beispielsweise wenig zielführend, wenn Mitarbeiter auf ihren Facebook-Profilen zu B2B-Themen posten.

Der Prozess für das Teilen muss zudem ganz einfach sein. Einige neue Tools (mein Unternehmen Hootsuite bietet eines) erlauben es Arbeitgebern, Nachrichten, die geteilt werden sollen, an ihre Mitarbeiter über eine Mobile App weiterzureichen.

3. Die Social Media-Qualifikationslücke wird größer

Immer mehr Unternehmen nutzen die Social Media-Kanäle für Marketing, Kunden-Service und Vertrieb: laut aktueller Daten von eMarketer sind es mittlerweile um die 90 Prozent.

Da erscheint es befremdlich, dass die Ausbildung und Information von Mitarbeitern an vorderster Front bislang weitgehend vernachlässigt wurde. Wie die Managementberatung Capgemini Consulting ermittelte, berichten neun von zehn Unternehmen, dass ihre Mitarbeiter nicht über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen, um Social Media als Business-Tool einzusetzen.

Das zeigt sich in allen Facetten – von verpassten Chancen zur Gewinnung von Vertriebs-Leads auf Twitter bis hin zu peinlichen Ausrutschern von Unternehmen auf Facebook. 2017 wird es noch schlimmer, weil von den Mitarbeitern erwartet wird, noch mehr Kanäle zu nutzen, und zwar auf eine Art und Weise, die noch vielfältiger und raffinierter ist als zuvor.

Doch es gibt Hoffnung. Social Media-Kurse finden langsam ihren Weg in die Programme von Universitäten. Und zwar nicht nur für Studenten, die einen Marketing- oder Kommunikationsabschluss anstreben. Für Unternehmen, die an einer schnelleren Lösung interessiert sind, bieten sich Online-On-Demand-Angebote an, um Wissenslücken zu schließen.

4. CEOs bekommen den Social Media-Dreh endlich heraus

Jemand, der nicht auf Facebook ist, hat heute Seltenheitswert – außer, es handelt sich um den CEO eines Fortune 500 Unternehmens. Satte 61 Prozent haben laut einem Report von CEO.com aus dem Jahr 2015 noch immer keine Social Media-Präsenz.

Aber 2016 markierte eine Zeitenwende.

Facebook startete ein neues Business Influencer-Programm, das Topmanager wie Meg Whitman, CEO von Hewlett Packard Enterprise, und den T-Mobile-Boss John Legere anzog. Und auf der LinkedIn Blogging-Plattform Pulse sind heute mehr als 500 Wirtschaftsführer aktiv, von Bill Gates bis Arianna Huffington.

Die Social Media-Präsenz der Führungsspitze ist keine Option mehr, sondern eine geschäftliche Notwendigkeit. Weltweit sind heute mehr als zwei Milliarden Menschen in den Social Media-Kanälen aktiv; der durchschnittliche Nutzer verbringt dort täglich fast zwei Stunden.
2017 werden wir erleben, dass mehr Führungskräfte den Sprung in etablierte Kanäle wie Facebook, LinkedIn und Twitter wagen – genau wie zu jüngeren Plattformen wie Instagram oder Snapchat.

5. Vertrieb und Kunden-Service werden zunehmend Social

Etliche Unternehmen halten Social Media noch immer für ein reines Marketing-Tool. Das stimmt nicht mehr.

Verbraucher lernen Produkte auf Pinterest und Instagram kennen. Sie erhalten Angebote auf Facebook und Twitter. Sie suchen nach Kunden-Service auf Messaging-Kanälen wie dem Facebook Messenger.

Dieser Trend zum „dialogorientierten Handel” wird sich mit der zügigen Bereitstellung von Chatbots 2017 noch verstärken.

Wer diese noch nicht kennt: Ein Chatbot ist eine Art virtueller Assistent, der im Facebook Messenger, WhatsApp oder einer anderen Plattform „lebt”. Diese auf künstlicher Intelligenz beruhenden Bots führen den Verbraucher durch eine Reihe einfacher (und nicht ganz so einfacher) Aufgaben in natürlichen Konversationsformaten – von der Pizza-Bestellung über die Flugbuchung bis zur Verwaltung der Finanzen.

Der Siegeszug der Chatbots eröffnet einen Weg, um Social Selling und Kundenservice schnell zu skalieren, weil er den Nutzern einen 1:1 Service bietet, ohne dass mehr Personal erforderlich ist.

Auf eine Konstante können sich Unternehmen jedoch verlassen: Social Media selbst wird nicht mehr verschwinden. Die sozialen Medien werden zunehmend zu dem einen verlässlichen Ort, an dem Kunden erreicht werden können.

Die Tools und Kanäle mögen sich ändern, aber der von Facebook vor mehr als 10 Jahren eingeleitete kulturelle Wandel bleibt uns erhalten. Um das zu erkennen, brauchen Sie keine Kristallkugel.

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