Emojis in Marketingkampagnen einsetzen: Darauf sollten Sie achten!

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January 25, 2016

emoji USA

Gute Emojis werden geliebt, wie Evan Wray, CEO von Swyft Media, in Lead Digital erläutert. Die lustigen Mini-Icons verwendet heutzutage fast jeder Nutzer, um per Messenger, Handy oder in den sozialen Netzwerken spontane Befindlichkeiten auszudrücken, persönliche Botschaften zu unterstreichen oder sich einfach mal kurz Luft zu machen. Kein Wunder, dass Unternehmen die Bildchen auch für ihre Online-Kampagnen entdeckt haben und fleißig von ihnen Gebrauch machen. Doch nicht jeder Versuch, Emojis kommerziell einzusetzen, trifft ins Schwarze. Und auch hochkarätige Politiker können kräftig daneben langen, wenn sie wie Hillary Clinton in einem Tweet zum ernsten Thema Studentenschulden auffordert, die Antworten mit Emojis zu illustrieren, was die stark verschuldeten amerikanischen Studenten gar nicht witzig fanden. Emojis in Marketingkampagnen einsetzen will also gelernt sein. Dass Emojis sehr wohl genutzt werden können, um auf kritische Themen aufmerksam zu machen, zeigt die Anti-Cyber-Mobbing-Kampagne des US-Werberats mit einem speziell entwickelten Augen-Emoji. Sie sind also gut beraten, wenn Sie sich als Unternehmen ein paar mehr Gedanken machen, bevor Sie auf Emojis setzen, um Ihre Social Media-Kampagnen zu verstärken. Als emotionales Deko-Material sollten Profis die netten Bildchen lieber nicht betrachten.

Unternehmen haben gerade erst begonnen, Emojis in Marketingkampagnen einzusetzen, deswegen steht uns nur eine kleine Auswahl an unerschrockenen Brands und ihrer Emoji-Taktik zu Analyse zur Verfügung. Trotzdem liefern uns diese genug Hinweise, um eine Orientierungshilfe für alle zu bieten, die neugierig auf Emojis sind. Wir haben uns ein paar Kampagnen der letzten Zeit angesehen, die Emojis gut genutzt haben – und auch solche, die noch ein wenig Verbesserung benötigen.

Hier kommen 5 Regeln für Emoji-Marketing, die Sie vor Ihrer nächsten Kampagne verinnerlichen sollten

NEIN, DANKE: Nachrichten verschlüsseln

Nur weil Emojis in der Lage sind, kulturelle Grenzen zu überwinden, heißt das nicht, dass auch alle Ihre Kunden sie fließend lesen können. So kann eine reine Emoji-Nachricht für ein lustiges Quiz oder einen interessanten Artikel durchaus funktionieren, während dies für eine Presseaussendung nicht unbedingt die beste Idee ist. Chevrolet beispielsweise stellte das Cruze Modell 2016 in der #ChevyGoesEmoji Kampagne so vor:

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Zugute halten muss man dem Unternehmen, dass es der Presseaussendung auch eine  entschlüsselte Erklärung folgen ließ. Auch veröffentlichte Chevrolet eine YouTube-Serie unter dem Titel Emoji Academy, die dazu dienen sollte, die Kunst des „Emoji-Lesens“ zu lernen.

Obwohl es für manche Unternehmen mit Sicherheit funktioniert, die Kunden neugierig zu machen, werden sich die meisten Menschen nicht die Zeit nehmen, etwas aus „Emoji” zu übersetzen. Wenn Ihre verschlüsselte Nachricht also nicht Teil einer größeren Kampagne ist, ist es besser, entweder bei kürzeren Nachrichten zu bleiben, oder Text und Emojis zu gleichen Teilen zu kombinieren.

NEIN, DANKE: „gemischte“ Nachrichten verschicken

Meist ist die Kommunikation, die von Emojis begleitet wird, fröhlich und humorvoll, und wir raten Unternehmen dazu, auch bei dieser Tonart zu bleiben. Emojis zur Vermittlung von ernsten Inhalten zu nutzen, kann zu einer Abwehrreaktion der Zielgruppe führen. Firmen riskieren damit, dass ihr eigentlich fundierter Ratschlag in der Reaktion gegen den durchschaubaren Versuch, die so genannten Millenials anzusprechen, untergeht.

JA, BITTE: Emojis für ein Engagement in Echtzeit nutzen

Während lange im voraus zusammengestellte Emoji-Nachrichten schon mal übers Ziel hinaus schießen können, kann ein Tweet zur rechten Zeit durchaus von einem (oder zehn) Emoji(s) profitieren, wie das folgende Beispiel von Budweiser anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstages zeigt.

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Marken haben ursprünglich begonnen, Emojis zu nutzen, um ihren Kunden die menschliche Seite ihres Geschäfts näher zu bringen. Deswegen gibt es keinen Grund, aus dem ein Emoji nicht auf die selbe Art in einen Tweet eingebunden werden sollte, wie Sie dies in einer SMS machen würden (ausgenommen die oben erwähnten Themen). Und wenn sich die Gelegenheit bietet, können Sie auch in „Emoji-Kunst“ kreativ werden, sogar, wenn die zur Verfügung stehende Emoji-Tastatur kein Symbol beinhaltet, dass zu Ihrer Marke passt:

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Bild via Twitter

NEIN, DANKE: Eigenkreationen ohne bestimmten Zweck

Marketingkampagnen mit eigens gestalteten Emojis oder ganzen Emoji-Tastaturen haben sich im vergangenen Jahr steigender Beliebtheit erfreut. Nur wenige davon erhielten aber Aufmerksamkeit, die über die anfängliche Neugier während der Veröffentlichung hinaus ging. Große Marken wie IKEA und Foot Locker kreierten Emojis, die Inbusschlüssel oder schicke Sneaker zeigten – aber haben wir diese wirklich schmerzlich in unseren täglichen Emoji-Unterhaltungen vermisst?

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Bild via IKEA

Wenn die Nachricht nicht gerade „Wir gehen jetzt mit unserem Dackel zu IKEA zum Fleischbällchen essen“ lautet, ist es eher unwahrscheinlich, dass diese Emoji-Eigenkreationen regelmäßig verwendet werden – was ein fragwürdiges Ergebnis für den großen Designaufwand darstellt.

JA, BITTE: Eigenkreationen mit tieferem Sinn dahinter

Statt nur zum Spaß neue Emoji-„Vokabel“ zu entwickeln, können diese auch für den guten Zweck eingesetzt werden. Das fand auch der WWF, der eine eigene Auswahl an Emojis entwickelte, die gefährdete Spezies repräsentieren. Gemeinsam mit den #EndangeredEmoji Bildchen kamen genaue Anweisungen: wann immer ein User diese maßgeschneiderten Emojis twitterte, würde etwas gespendet werden, um das lebende Vorbild des Emojis zu retten. Diese Art einer eigens entwickelten Emoji-Kampagne gibt Ihrer Zielgruppe einen Grund, die Emojis auch zukünftig zu nutzen.

JA, BITTE: Interaktive Erfahrungen schaffen

Es ist nicht notwendig, eigene Emoji-Keyboards zu kreieren, um zum Gesprächsthema zu werden. Denken Sie an den Grund, aus dem sich die Marken dazu entschlossen haben, Emojis in ihren Marketingkampagnen zu verwenden: weil Emoticons für die meisten mobilen Nutzer etwas Vertrautes sind, dass sie in ihrer täglichen Kommunikation verwenden. Verinnerlichen Sie dieses Verhalten und machen Sie Ihre Zielgruppe zum Teil der Kampagne. Zum Beispiel entwickelte die US-Getränkemarke Tampico ein Social Media-Spiel, bei dem die Nutzer die richtige Kombination aus 24 Möglichkeiten erraten mussten, um zu gewinnen. Alles, was die Teilnehmer dafür tun mussten, war auf einem der Social Media Profile des Unternehmens mit ihren Emoji-Kombinationen und dem Hashtag der Kampagne,  #TampicoEmojiball, zu kommentieren. Schon diese einfachen Anweisungen reichten aus, um Tampico zu mehr Engagement der Nutzer zu verhelfen.

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Um einen Preis oder die Aufmerksamkeit Ihrer Kunden zu gewinnen, brauchen Sie nicht unbedingt viele verschiedene Emojis. Die „Emoji Bestellung“-Kampagne von Domino konzentrierte sich auf nur ein einzelnes Emoji: ein Pizzastück. Das Twittern dieses Emojis auf dem offiziellen Account von Domino gemeinsam mit dem Hashtag #EasyOrder ermöglicht es den Nutzern, eine Bestellung innerhalb weniger Sekunden aufzugeben.

emoji pizza

Damit kombinierte Domino in seiner Kampagne die Beliebtheit der Emojis mit einer neuen Art, seine Produkte an seine Kunden zu verkaufen. Wenn Sie also Menschen dazu animieren wollen, sich miteinander über Ihre Emojis zu unterhalten, geben Sie ihnen zuerst einen guten Grund, mit Ihnen zu sprechen.

Kennen Sie eine gute Emoji-Marketing-Regel? Dann senden Sie uns entweder einen Tweet an @Hootsuite oder hinterlassen Sie uns hier einen Kommentar!

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