Sentimentanalyse Tools

Sentimentanalyse Tools für Social Media-Vermarkter

Die Analyse der Stimmungen in den sozialen Medien ist kein neues Thema. Firmen, Politiker oder Prominente: jeder würde gerne wissen, was seine spezielle Zielgruppe auf Facebook, Twitter & Co. über ihn sagt. Die technologischen Möglichkeiten zur Bewertung von Stimmungen entwickeln sich ständig weiter. Was vor gar nicht allzu langer Zeit noch mühsame Handarbeit erforderte, leisten heute ausgefeilte Anwendungen.

Natürlich möchten wir alle gerne Mäuschen spielen, wenn jemand über uns redet. Unternehmen haben da gar keine Wahl: sie müssen erfahren, was die Leute über ihre Marke sagen und schreiben. Für Marken ist es entscheidend, dass sie genau zuhören, was über sie gesprochen wird und vor allem, ob die Konversationen positiv oder negativ sind. Tools zur Sentimentanalyse können dabei sehr hilfreich sein.

Wir haben uns mit Nick Martin, Hootsuite Koordinator für Social Media Engagement, darüber unterhalten, warum die Stimmung (engl.: sentiment) in den sozialen Medien so wichtig ist – und welche Tools er täglich einsetzt, um sie zu ermitteln.

Bonus: Erfahren Sie in unserem Schritt-für-Schritt-Leitfaden, wie Sie eine Social Media-Strategie erstellen und Ihre Präsenz in den sozialen Netzwerken mit Hootsuite optimieren.

Was bedeutet Social Media-Stimmung?

Sie freuen sich wahrscheinlich über die 10.000 Erwähnungen, die Ihre Marke in der vergangenen Woche auf Twitter erhalten hat – aber wenn es sich dabei vorwiegend um Beschwerden handelt, stecken Sie in Schwierigkeiten. Schon aus diesem Grund empfiehlt es sich die Social Media-Stimmungslage zu analysieren, um festzustellen, wie gut (oder schlecht) Ihre Social Media-Strategie funktioniert.

„Die Social Media-Stimmung ist das wahrgenommene positive oder negative Stimmungsbild, das in einem Post oder einer Interaktion in den sozialen Medien zum Ausdruck kommt“, erläutert Nick Martin.

Wenn Sie diese Stimmung messen, können Sie ermitteln, was die Person, die einen Social Media-Post veröffentlicht oder kommentiert hat, fühlt. Und sobald Sie dieses Gefühl kennen, fällt es Ihnen auch leichter, in die angemessene Richtung weiterzuarbeiten.

Warum ist die Social Media-Stimmung so wichtig?

Sie liefert Erkenntnisse über Ihre Zielgruppe

Vermarkter profitieren davon, so viele Informationen wie möglich über ihre Zielgruppe zur Verfügung zu haben. Wenn Sie begreifen, warum Ihre Zielgruppe in einer bestimmten Weise auf Ihre Posts reagiert, erleichtert das die strategische Planung für künftige Kampagnen und Inhalte.

Nehmen wir beispielsweise an, Ihr Social Media-Team veranstaltet gerade eine Kampagne zum neuen Duschgel Ihrer Marke, das mit Hilfe von Mikroplastikkügelchen reinigt. Nach dem Produkt-Launch fällt Ihrem Social Media-Team auf, dass die meisten Konversationen über Ihr neues Duschgel aufgrund der Umweltbelastung durch eben diese Mikroplastikkügelchen negativ sind.

„Wenn Sie die Stimmung beobachten, können Sie negative Reaktionen zu Ihrem Produkt analysieren und erfahren auf direktem Wege, was Ihre Kunden davon halten“, sagt Martin.

Um auf obiges Beispiel zurückzukommen: Die Marke kann Aktionen setzen (zum Beispiel das Produkt zurückrufen, einer anerkannten Umweltorganisation eine öffentliche Spende zukommen lassen usw.) und Ihre Botschaften entsprechend anpassen.

Hat ein Produkt einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, trägt die Beobachtung der Stimmungslage auch dazu bei, dass sich eine Marke in den sozialen Medien nicht unabsichtlich „taub stellt“.

Die oben beschriebene Situation hätte vermieden werden können, wenn die Marke die Stimmung schon vor der Produkteinführung getestet hätte. Die Beobachtung der Stimmungslage ermöglicht eine einfache Form der Marktforschung vor der Einführung oder Weiterentwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen oder Funktionen.

Sie unterstützt den Kundenservice

Auch für Kundenservice- und Support-Mitarbeiter lohnt es sich, die Social Media-Stimmung im Blick zu behalten.

„Diese Mitarbeiter können Unzufriedenheit schnell feststellen und wirksam darauf reagieren, bevor sich eine negative Stimmung weiter ausbreitet“, erklärt Nick Martin. „Das ist vor allem für B2C-Firmen wie Restaurants, Hotels oder andere Unternehmen wichtig, die auf Diensten wie Yelp bewertet werden können. Wenn Sie direkt mit der Öffentlichkeit zu tun haben und Ihr Geschäftserfolg an positiven Reviews hängt, sollten Sie immer wissen, wie die Kunden gefühlsmäßig zu Ihrer Marke stehen.“

Zudem haben Sie so die einmalige Chance, ein negatives Kundenerlebnis in ein positives umzuwandeln.

Sie beeinflusst Unternehmensnachrichten

Mitarbeiter in den Abteilungen Public Relations und Unternehmenskommunikation müssen über die Markenwahrnehmung Bescheid wissen. Ein PR-Profi sollte stets dafür sorgen, dass die von ihm geteilte Nachricht relevant und zielorientiert ist. Mit Hilfe der Sentimentanalyse kann er die Stimmungstemperatur seiner Zielgruppe messen, bevor er seine Nachricht veröffentlicht.

Die Sentimentanalyse unterstützt PR-Experten auch beim Überwachen von Schlagwörtern. Damit blicken sie über die Äußerungen der breiten Öffentlichkeit hinaus und können auch Influencer und Vordenker aufspüren, die sich über ihre Marke unterhalten.

Mit Hilfe von Tools zur Sentimentanalyse können Public-Relations-Profis Influencer identifizieren, die in positiver Weise über die Marke kommunizieren. Auf Grundlage dieser Information lassen sich dann Beziehungen aufbauen.

PR-Leute, die ein Tool wie Hootsuite Insights zur Sentimentanalyse einsetzen, können überwachen, wann Konversationen über ihre Marke ins Negative abgleiten. Das Tool registriert ungewöhnliche Konversationsspitzen und misst auch deren Tonalität.

Die besten Sentimentanalyse Tools

Vanity-Kennzahlen wie die Anzahl der Follower und Likes lassen sich leicht verfolgen. Die Messung des Tonfalls und der Stimmungslage ist schon wesentlich schwieriger. Die folgenden Tools können Sie bei dieser Aufgabe unterstützen.

Hootsuite Insights

Dass Nick Martins bevorzugtes Tool Hootsuite Insights heißt, ist sicher keine Überraschung. Damit kann der Nutzer Erwähnungen schnell und einfach filtern und nach Stimmungen ordnen. Außerdem lässt sich die Stimmungslage anhand von Schlagwörtern ermitteln – beim Auftauchen eines ausgewählten Schlagworts wird der Anwender automatisch verständigt.

So stellt Martin beispielsweise seine Twitter-Erwähnungen bei Hootsuite so ein, dass nach Tweets gesucht wird, die positive Begriffe wie „danke“, „liebe“ und „wunderbar“ enthalten. Er stellt zudem sicher, dass nach stimmungsanzeigenden Emojis wie dem erhobenen Daumen oder dem Smiley gesucht wird.

Hootsuite Insights verschafft Ihnen mit übersichtlichen Grafiken einen Überblick zur Stimmungslage. So können Sie schnell erkennen, wie sich Ihre Marke stimmungsmäßig schlägt, und die Situation auf plötzliche Veränderungen überwachen.

Sentimentanalyse Tools

Hootsuite Insights

Twitter Advanced Search

Twitter Advanced Search ist ein kostenloses Online-Tool, mit dem Sie Tweets nach Stimmungen geordnet finden können.

Um Twitter Advanced Search als Tool zur Sentimentanalyse zu benutzen, müssen Sie nur das Schlagwort Ihrer Wahl eingeben und die Schaltfläche „positiv“ oder „negativ“ anklicken. Starten Sie mit Schlagwörtern wie Ihrem Markennamen, Ihren Produktnamen, Falschschreibungen von Marken- und Produktnamen sowie dem Namen Ihres Geschäftsführers oder CEOs.

Ganz wichtig: suchen Sie sowohl nach positiver wie nach negativer Stimmung. Nutzen Sie Twitter Advanced Search auch, um nach Problemen (Pain Points) zu forschen, über die Ihre Kunden und Ihre Zielgruppe eventuell twittern. So gewinnen Sie wertvolle Erkenntnisse zur Weiterentwicklung Ihrer Content-Strategie. Und Sie können sofort in Konversationen einsteigen, die sich um schlechte Kundenerlebnisse oder Beschwerden drehen.

Brandwatch

Ein anderer Favorit von Nick Martin ist Brandwatch. Hootsuite Nutzer können sich die Brandwatch Analytics-App aus unserem App-Verzeichnis herunterladen und damit auf „einer einzigen Benutzeroberfläche Social Media-Erwähnungen überwachen und analysieren. Das erleichtert fundierte Entscheidungen in Echtzeit und deren adäquate Umsetzung.“

Brandwatch gibt seinen Nutzern Zugang zu Erkenntnissen und Daten aus mehr als 70 Millionen Traffic-Quellen. Die Interaktions- und Monitoring-Features erlauben zudem eine schnelle Tonalitätsüberprüfung der durchsuchten Posts und Daten. So können Sie analysieren, wie gut bestimmte Inhalte funktionieren und welche Art von Reaktionen sie auslösen.

Semantria

Ein Tweet mit den Worten „Wunderbar, vielen Dank!“ kann noch so sarkastisch gemeint sein – durch die Verwendung des Wortes „wunderbar“ wird er vielleicht trotzdem als positiv gewertet.

Die Lexalytics-Methode von Semantria fügt der Sentimentanalyse eine weitere Ebene hinzu. Das Tool erkennt die Bedeutung eines jeden in einem Satz enthaltenen Wortes und bewertet auf dieser Grundlage die Stimmung. Statt Erwähnungen Ihres ausgewählten Schlagworts einzeln zu evaluieren, untersucht Semantria den Kontext des jeweiligen Beitrags im Vergleich mit verwandten Inhalten und vergleicht die Ergebnisse.

RapidMiner

RapidMiner arbeitet mit einem speziellen Text-Mining-Ansatz, um Marken bei der Sentimentanalyse zu unterstützen. Das Programm analysiert unstrukturierte Content-Quellen wie Online-Reviews und Social Media-Posts, aber auch strukturierte Quellen wie öffentliche Publikationen und Dokumente. Das hilft Ihnen dabei Wachstumsbereiche für Ihr Unternehmen und Trends bei Kunden und Verbrauchern zu identifizieren. Zudem erhalten Sie auf Wunsch auch Feedback zu Ihren Produkteinführungen.

Mit dem Umfang an Daten zu Ihrer Zielgruppe und Branche steigen Ihre Chancen auf geschäftlichen Erfolg. Tools zur Sentimentanalyse ermöglichen eine Evaluation der Einstellungen Ihrer Verbraucherzielgruppe. Und es sind genau diese Einstellungen, die über den Ruf Ihrer Marke entscheiden können.

Nutzen Sie Hootsuite Insights zur Überwachung der Stimmungslage Ihrer Social Media-Zielgruppe.

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