Social Media-Likes

Fakt oder Fiktion: Verbessern Bilder das Facebook-Engagement?

Blog   /   Social

Social Media-Profis vermuten, dass man die organische Reichweite und das Engagement auf Facebook verbessern kann, in dem man Fotos in den Posts verwendet. Eine Google-Suche zeigt, dass darüber schon 40 Millionen Artikel geschrieben wurden, in denen „Experten“ empfehlen, Fotos zu verwenden um die Facebook-Seite aufzupeppen.

Aber, ist dies auch eine gute Empfehlung? Und, wenn sie in der Vergangenheit richtig war, ist sie auch heute noch gültig? Bevor wir uns auf „Fakt oder Fiktion“ festlegen, wollen wir diese Binsenweisheit überprüfen.

Einbindung von Fotos: Eine Chronik der Studien

Im Jahr 2011 veröffentlichte eMarketer Daten, die zeigten, dass man mit Fotos mehr Engagement auf Facebook erzeugen kann als mit Videos, Links oder reinen Text-Posts. Ein Jahr später folgte HubSpot mit einer Studie, die besagte, dass man mit Fotos 53% mehr Likes erzeugen kann als mit als durchschnittlichen Posts. Danach veröffentlichte Bit Rebels eine verblüffende Infografik, die sich rasch viral verbreitete.

Diese Studien scheinen schlüssig zu sein und seit 2011 wird immer wieder vorgebetet, dass ein besseres Engagement auf Facebook davon abhängt, ob man Fotos einbindet. In der Tat haben die Social Media-Manager seit Veröffentlichung dieser Studien die Anzahl an Bildern in ihrer Timeline erhöht. Nach Aussage von Quintly bestanden 54% aller Facebook-Posts zwischen Januar 2013 und Januar 2014 aus Bildern.

Unsere Stichprobe auf Facebook-Unternehmensseiten zeigt, dass Bilder immer noch im Trend sind. Zum Beispiel Sonys Facebook-Seite: Sie ist von Fotos dominiert. Diese sind nach wie vor beliebt und die Anzahl scheint sich nicht verringert zu haben.

Wir sollten aber nun mal über Variablen reden, denn der Algorithmus von Facebook hat sich weiterentwickelt.

Ist jeder Post mit einem Foto ansprechender? Nicht unbedingt.

Im gleichen Maße, in dem die Social Media-Manager ihren Foto-Ausstoß erhöhten, sank das allgemeine Engagement auf Facebook-Unternehmensseiten. Die organische Reichweite von Posts sank von Oktober 2013 bis Februar 2014 um 12,5%. Besonders bei Seiten mit mehr als 500.000 Likes ist die Statistik sehr aufschlussreich. Im selben Zeitraum fiel nämlich auch das Engagement auf Facebook um 2,11%.

Wenn also Bilder das Engagement erhöhen und daher auch mehr Fotos auf Facebook-Seiten gepostet werden, warum hat sich dann das Engagement auf Facebook-Unternehmensseiten nicht gleichermaßen erhöht? Nicht alle Bilder werden gleich aufgenommen. Eine Studie von Tagg zeigt, dass es hier unterschiedliche Werte gibt, abhängig davon, ob eine Person auf dem Bild einer Marke dargestellt wird. Fotos, die nur bestimmte Körperteile zeigen und nicht das Gesicht, erhielten die meisten Likes und rangierten auf Platz 2 bei Kommentaren und Shares. Das bedeutet Platz 1 mit 81% im Gesamt-Engagement der Nutzer. Bilder, die weder eine Person oder einen Körperteil zeigen, erhielten die meisten Kommentare und Shares und kamen mit einem Gesamt-Engagement von 78% auf den 2. Platz.

Inzwischen ist es so, dass Bilder, die zumindest das Gesicht einer Person zeigen, das wenigste Engagement mit nur 62% erzielen. Dies bestätigt die Hypothese der Studie. Folglich ist es so, dass Bilder mit einem Gesicht weniger Engagement hervorrufen als Bilder, die einen Körperteil zeigen oder Fotos mit gar keinen Personen. Wenn man sich diese Daten ansieht, könnte man meinen, dass beliebte Meme wie beispielsweise die Lolcats oder Rage Comics perfekt für Facebook-Seiten wären. Allerdings „bestraft“ Facebook jetzt Meme mit geringer Qualität. Im November 2014 hat Facebook wieder am Algorithmus geschraubt und straft nun Inhalte ab, die „zu werblich“ erscheinen – auch wenn Sie Bilder beinhalten.

Ein Grund für das sinkende Engagement könnte sein, dass Bilder manchmal genutzt werden um die Engagement-Metriken zu manipulieren. Es könnte auch daran liegen, dass viele Inhalte zu oft recycelt werden. Wenn die Nutzer immer und immer wieder das gleiche Meme sehen, werden sie sich kaum noch engagieren. Wenn Markenhersteller viele Bilder auf ihre Facebook-Seiten stellen, sind diese dann auch ansprechend? Und, wenn Bilder auf Facebook in 2011 das meiste Engagement hervorgerufen haben, ist das dann heute auch noch so?

Im Hinblick auf das Facebook-Engagement triumphiert jetzt Video

Im Laufe des Jahres 2013 beobachtete Quintly 72.194 Facebook-Seiten. Diese Seiten produzierten während dieser Zeit insgesamt 49 Millionen Posts. Die überwachten Kategorien waren:

  • Foto
  • Link
  • Status
  • Video
  • Cover-Foto
  • Angebot
  • Bemerkung
  • Frage
  • Musik
  • SWF-Video
  • Veranstaltung

Hier die Verteilung des Content während dieses Zeitraums:

Obgleich Video nur 3% des Facebook-Content ausmacht, wurden durchschnittlich 2.183 Interaktionen pro Post gezählt. Demgegenüber erzielten Fotos lediglich 1.358 Interaktionen, obgleich sie 54% des gesamten Content ausmachen.

In 2011 generierten Bilder noch mehr Engagement auf Facebook als Videos. Allerdings erzeugten Videos bereits zwei Jahre danach mehr Engagement als Bilder. Obwohl Social Media-Manager mehr Bilder denn je posten, sollten Sie jetzt vielleicht lieber damit beginnen, in Video-Content zu investieren.

 

Investieren Sie in Ihr Facebook-Engagement mit Hootsuite.

Testen Sie Hootsuite Ads für eine zielgruppengerechten Ansprache.