„Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser.” Diese Weisheit wird Lenin zugeschrieben, der sich angeblich nur auf das verlassen wollte, was auch geprüft wurde. Für Ihre Social Media-Arbeit gehört Kontrolle zum (ganz und gar unpolitischen) Pflichtprogramm. Sie sollten anhand überprüfbarer Fakten wissen, wie sich Ihre Accounts entwickeln.

Ein Social Media-Audit – also die Überprüfung des Status Quo – gehört zur Entwicklung (oder Aktualisierung) eines Social Media-Marketingplans. Bevor Sie sich strategisch mit der Nutzung der sozialen Medien in Ihrem Unternehmen befassen, sollten Sie Ihre bisherigen Bemühungen dokumentieren und evaluieren.

Auf diese Weise können Sie feststellen, was funktioniert und was nicht, und dabei gleich auch betrügerische Accounts, veraltete Profile und neue Chancen für ein Social Media-Engagement identifizieren.

Wenn Sie alle aus einem Audit gewonnenen Erkenntnisse verarbeiten, sind Sie gut gerüstet, um Ihr Social Media-Budget optimal auszureizen und den ROI zu maximieren. Wir führen Sie Schritt für Schritt durch den Prozess und geben Ihnen auch eine Vorlage an die Hand, damit Sie sämtliche wichtige Details im Blick behalten.

Inhalt

Was ist ein Social Media-Audit?

Wie Sie ein Social Media-Audit durchführen

Kostenloses Template für ein Social Media-Audit

Bonus: Erfahren Sie in unserem Schritt-für-Schritt-Leitfaden, wie Sie eine Social Media-Strategie erstellen und Ihre Präsenz in den sozialen Netzwerken mit Hootsuite optimieren.

Was ist ein Social Media-Audit?

„Audit“ hört sich erst einmal kompliziert an, aber das ist kein Grund, die Flinte gleich ins Korn zu werfen. In unserem Fall handelt es sich einfach um einen Prozess, in dem sämtliche Social Media-Kanäle Ihrer Firma und die Accounts von Betrügern identifiziert werden. Alle wesentlichen Informationen zu jedem Account werden gesammelt, damit sie zusammengefasst an einem Ort vorliegen.

Während Sie Ihr Account-Dokument vervollständigen (oder unser Social Media-Audit-Template ausfüllen), machen Sie sich Gedanken über die Ziele für jedes Ihrer Profile und prüfen Sie, ob Sie diese mit der bisherigen Strategie auch erreichen. Auf diese Weise finden Sie heraus, wie sich jeder Account als Baustein in Ihrer Social Media-Strategie schlägt.

Sobald Sie die Bauteile definiert haben, spielen Sie Jenga – entfernen Sie unnötige Teile und fügen Sie neue hinzu, die Ihre Social Media-Arbeit vorantreiben.

Vielleicht sind ja nur ein paar einfache Anpassungen notwendig, um Ihre Social Media-Strategie auf Kurs zu bringen.

Unabhängig vom Stand der Dinge vermittelt Ihnen ein Social Media-Audit ein deutliches Bild Ihrer aktuellen Bemühungen und hilft Ihnen klar über den besten Weg nachzudenken. Sie erhalten ein einziges Strategiedokument, das alle Ihre Social Media-Konten, die Ziele und Verantwortlichen für jeden Kanal und andere wichtige Informationen auflistet, die Sie stets greifbar haben sollten.

Wie Sie ein Social Media-Audit durchführen 

1. Legen Sie ein Dokument für Ihr Audit an (oder benutzen Sie unsere Vorlage ganz unten)

Ein Audit beginnt mit ein bisschen Detektivarbeit. Dabei ist es wichtig, dass Sie Ihre Erkenntnisse an einem Ort erfassen.

Die beste Möglichkeit, über alle im Audit entdeckten Informationen den Überblick zu behalten, bietet eine Tabelle.

Wir haben ein Social Media-Audit-Template für Sie entwickelt, das Sie am Ende dieses Posts finden. Sie können natürlich auch eine eigene Vorlage mit Programmen wie Excel oder Google Docs verwenden. Was Sie für jeden Account erfassen sollten:

  • den Link zu Ihrem Profil (zum Beispiel instagram.com/hootsuite)
  • Ihren Social Media-Namen (zum Beispiel @hootsuite)
  • die intern für den Account verantwortliche Person oder das Team (auch als „Owner“/“Eigentümer“ bezeichnet – zum Beispiel das Marketingteam)
  • das Leitbild (oder Mission-Statement) für den Account (zum Beispiel „Förderung der Unternehmenskultur durch Mitarbeiterfotos” oder „Bereitstellung von Kundenservice während der Geschäftszeiten”)
  • die drei leistungsstärksten Posts in puncto Engagement
  • die drei wichtigsten Metriken
  • wichtige demografische Informationen

Fügen Sie außerdem eine Spalte für relevante Notizen zum jeweiligen Account hinzu.

2. Ermitteln Sie all Ihre Social Media-Accounts

Nachdem Sie Ihr Dokument angelegt haben, gehen Sie auf die Pirsch. Hören Sie zunächst genau hin, was sich auf den regelmäßig genutzten Accounts abspielt. Gehen Sie aber nicht davon aus, dass die Arbeit damit schon getan ist.

Es gibt vielleicht noch alte Profile, die angelegt wurden, bevor Ihr Unternehmen eine Social Media-Strategie hatte. Möglicherweise wurden diese irgendwann aufgegeben. Dann wird es Zeit, sie wieder zu integrieren.

Vielleicht nutzen andere Abteilungen im Unternehmen Social Media, aber es gibt kein einheitliches System oder eine Liste dieser Accounts.

Jetzt bietet sich zudem die Gelegenheit Netzwerke zu identifizieren, in denen Sie noch nicht aktiv sind. Überlegen Sie, ob Sie diese in Ihre Social Media-Strategie aufnehmen oder dort zumindest ein Profil anlegen, um sich Ihren Namen für die Zukunft zu sichern.

Durchsuchen Sie das Internet

Googeln Sie Ihren Firmennamen und die Produktbezeichnungen, um herauszufinden, welche Social Media-Accounts bei der Suche auftauchen. Wenn Sie unbekannte Accounts entdecken, untersuchen Sie diese genauer: sind sie mit Ihrem Unternehmen verbunden oder handelt es sich um betrügerische Accounts, die von jemandem geführt werden, der nichts mit Ihrer Marke zu tun hat?

Durchsuchen Sie die sozialen Netzwerke

Nach abgeschlossener Google-Suche lohnt es sich auch die wichtigsten sozialen Netzwerke nach Ihrer Marke und den Produktbezeichnungen zu durchforsten, um unbekannte Profile zu finden.

Sobald Sie sichergestellt haben, dass alle relevanten Accounts ermittelt sind, setzen Sie ein Social Media-Monitoring-Programm auf, um neue Betrugs-Accounts künftig im Auge zu behalten.

Protokollieren Sie Ihre Erkenntnisse

Erfassen Sie alle relevanten Accounts, die Sie entdeckt haben, in Ihrem Audit-Dokument. Vermerken Sie in Ihrer Notizenspalte Accounts, die näher recherchiert werden müssen – zum Beispiel, wenn Sie nicht feststellen konnten, ob das Profil durch jemanden aus Ihrem Unternehmen oder von einem Betrüger angelegt wurde.

Listen Sie betrügerische Accounts unter dem „Unbekannte Accounts“-Tab und notieren Sie, welche Maßnahmen Sie ergriffen haben, um diese abzuschalten. Kontaktieren Sie zuerst jeden Account-Inhaber direkt – es könnte sich ja um ein Missverständnis oder einen sehr engagierten Fan handeln, da müssen Sie nicht gleich hart durchgreifen. Bereiten Sie sich aber auf eine Eskalation an die sozialen Netzwerke vor, falls Sie die Dinge nicht selbst regeln können.

3. Stellen Sie sicher, dass jeder Account vollständig und markenkonform ist

Sobald Sie alle Accounts erfasst haben, prüfen Sie jedes Profil gründlich auf Konsistenz hinsichtlich Ihres aktuellen Markenbilds und bestehenden Richtlinien. Zur generellen Überprüfung gehören:

Profil- und Titelbilder

Stellen Sie sicher, dass diese Ihr aktuelles Markenlogo und konformes Bildmaterial enthalten.

Profil-/Bio-Text

Der Textumfang in Social Media-Bios ist begrenzt. Machen Sie das Beste daraus. Stellen Sie sicher, dass sämtliche Felder vollständig und richtig im Einklang mit aktuellen Markenbotschaften ausgefüllt sind.

Name (Handle)

Verwenden Sie in allen Social Media-Kanälen denselben @Namen? Prinzipiell ist das eine gute Idee.

Wenn Ihre Accounts allerdings unterschiedliche Zwecke verfolgen, benötigen Sie verschiedene @Namen. (Hootsuite hat beispielsweise die Twitter-Accounts @HootsuiteDE und @Hootsuite_Help.) Schauen Sie sich Ihre @Namen an und vermerken Sie in den Notizen, ob Sie hier etwas ändern wollen, um in allen Social Media-Netzwerken für Konsistenz zu sorgen.

Links

Stellen Sie sicher, dass Sie auf Ihre Homepage, eine geeignete Landing Page oder zu einer aktuellen Kampagne verlinken.

Angeheftete Posts

Überprüfen Sie Ihre gepinnten Posts auf Aktualität.

Ein bisschen zu viel auf einmal? Dieses Video fasst zusammen, worauf Sie achten sollten, wenn Sie Ihre Accounts hinsichtlich Optimierungspotenzial und Markenkonformität analysieren.

4. Ermitteln Sie Ihre besten Posts

Ermitteln Sie für jedes Profil die drei Posts mit dem höchsten Engagement. Erfassen Sie die Links zu diesen Spitzenperformern in Ihrer Tabelle.

Dann schauen Sie sich die Posts auf Muster an. Steigen die Reaktionen, wenn Sie Fotos posten? Kommen Videos besonders gut an? Reagieren die Leute auf Facebook auf die gleiche Art Posts wie auf Ihrem Instagram-Account?

Erfassen Sie Ihre Gedanken zu möglichen Mustern in der Notizenspalte Ihrer Tabelle. Wenn Sie einen Gewinner-Typ für einen bestimmten Account ausgemacht haben, versuchen Sie dieses Format öfters zu nutzen. Vergessen Sie nicht, Ihre Theorien zu testen und die Ergebnisse zu notieren.

Bonus: Erfahren Sie in unserem Schritt-für-Schritt-Leitfaden, wie Sie eine Social Media-Strategie erstellen und Ihre Präsenz in den sozialen Netzwerken mit Hootsuite optimieren.

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5. Werten Sie die Performance aus

In diesem Schritt nutzen Sie Analytics um wesentliche Erkenntnisse zu jedem Social Media-Account zu ermitteln. Nicht ganz sicher, was es mit Analytics auf sich hat? Einen Überblick zu den Tools, die Sie brauchen, finden Sie in unserem Einsteiger-Leitfaden Social Media-Analytics.

Falls Sie noch kein Leitbild für jeden Social Media-Account entwickelt haben – jetzt ist es an der Zeit. Sie können die Performance schließlich nicht messen, ohne festgelegt zu haben, was Sie eigentlich erreichen wollen. So gelten für einen Twitter-Account, der in erster Linie als Kundenservice genutzt wird, andere Kriterien, als für einen Instagram-Account, bei dem es darum geht, das Engagement der Follower zu steigern.

Ihr Mission-Statement sollte Ihnen dabei helfen, die wichtigsten Metriken zur Evaluation eines jeden Social Media-Kanals zu identifizieren.

In unserem Leitfaden zum Thema Social Media-Metriken finden Sie Hilfestellung bei der Ermittlung und Verfolgung der wesentlichen Kennzahlen für jedes Geschäftsziel. Wählen Sie ein bis zwei wichtige KPIs für jeden Account und vermerken Sie den Leistungsverlauf in Ihrer Tabelle.

Im Rahmen der Auswertung stellen Sie vielleicht fest, dass einige Ihrer Social Media-Kanäle effektiver sind als andere. Bei den Accounts, die nicht so gut performen, müssen Sie entscheiden, ob Sie Ihre Strategie justieren, mehr Zeit und Ressourcen einsetzen oder den Account stilllegen. Mehr über den Entscheidungsprozess erfahren Sie in Schritt 6.

6. Entscheiden, welche Kanäle geeignet für Sie sind

Jetzt haben Sie ausreichend Informationen gesammelt, um strategische Entscheidungen über den Fokus Ihrer Social Media-Arbeit zu treffen.

Wenn Sie sich die Performance Ihrer einzelnen Kanäle und das dort erreichbare Publikum ansehen, überlegen Sie, wie Sie jeden Account in Ihre Social Media-Strategie einbinden können. Gibt es keine klare Verbindung oder rechtfertigen die Ergebnisse keine Investition in Zeit und Ressourcen, sollten Sie sich gegebenenfalls aus bestimmten Kanälen zurückziehen und sich auf die rentablen konzentrieren.

Sie müssen sich nicht auf ewig festlegen. Falls Sie sich beispielsweise eine Zeit lang auf Facebook konzentrieren möchten, können Sie Ihre Twitter-Aktivitäten beim nächsten Social Media-Audit-Prozess wieder aufnehmen. Grundsätzlich sollten alle Entscheidungen auf der Grundlage Ihrer Untersuchungen erfolgen, die ermitteln, welche Kanäle Ihrem Unternehmen am besten nutzen.

7. Zentralisieren Sie Verantwortliche und Passwörter

Jeder Social Media-Account sollte einem Mitarbeiter oder auch einem Team in Ihrem Unternehmen zugeordnet sein (Ownership). Diese Person verantwortet, dass der Account markenkonform, aktuell und performant ist.

Dieser Mitarbeiter (oder das Team) ist außerdem zuständig für notwendige Genehmigungen für den Account und leitet die strategische Ausrichtung. Er/sie entscheidet, wer Zugriff auf das Konto hat und welche Zugriffsrechte andere Beteiligte aus dem Unternehmen erhalten.

Statt diversen Mitarbeitern die Passwörter für Ihre Social Media-Accounts zu geben, zentralisieren Sie diese besser an einem Ort. So müssen Sie sie nicht jedes Mal ändern, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt oder eine andere Aufgabe übernimmt. Und es erhöht die Sicherheit Ihrer Social Media-Profile. Mit Tools wie LastPass oder Hootsuite stellen Sie sicher, dass nur die dafür bestimmten Mitarbeiter den für sie richtigen Zugriff erhalten.

Erfassen Sie die jeweiligen Verantwortlichen in Ihrer Social Media-Audit-Tabelle. Vermerken Sie auch, ob Sie jeden Account für ein Tool zur Passwortkontrolle eingerichtet haben. Rüsten Sie alle Unternehmens-Accounts bis zum nächsten Social Media-Audit mit einer zentralisierten Passwortkontrolle aus.

8. Beginnen Sie von vorne

In diesem Zusammenhang wichtig: ein Social Media-Audit ist kein einmaliger Vorgang. Führen Sie regelmäßige Audits durch, um sicherzustellen, dass alles auf dem richtigen Weg ist. Und beobachten Sie Ihre Accounts hinsichtlich Veränderungen in der Performance.

Ein vierteljährliches Social Media-Audit sorgt dafür, dass Ihre Accounts den bestmöglichen Return of Investment erwirtschaften und stellt sicher, dass Sie Ihre tägliche Arbeit regelmäßig an den in der Social Media-Strategie festgelegten Zielen messen.

Kostenlose Social Media-Audit-Tabellenvorlage

Hier erhalten Sie die kostenlose Vorlage für Ihren Social Media-Audit. Um auf das Template zuzugreifen, klicken Sie einfach auf Datei links oben und wählen dann Kopie erstellen aus dem Drop-Down-Menü.

Nutzen Sie die Informationen aus Ihrem Social Media-Marketing-Audit für die Entwicklung einer solideren Social Media-Strategie. Dann setzen Sie diese mit Hootsuite um: terminieren Sie Posts, interagieren Sie mit Followern und überwachen Sie Ihre Fortschritte.

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